Annelie Schüßler verkauft Töpferartikel für den guten Zweck
Voller Kreativität für die Tafel

Reckenfeld -

Annelie Schüßler ist kreativ. Sie töpfert. Der Erlös ist für die Tafeln.

Freitag, 01.05.2020, 06:29 Uhr aktualisiert: 03.05.2020, 15:50 Uhr
Neben Nützlichem wie Vasen und Tassen hat die Reckenfelderin auch Dekoratives und Künstlerisches im Repertoire.
Neben Nützlichem wie Vasen und Tassen hat die Reckenfelderin auch Dekoratives und Künstlerisches im Repertoire. Foto: Oliver Hengst

Beim Maibaumfest in Reckenfeld und anderen Märkten in Greven hat sie ihre Töpferwaren schon verkauft – aber im Bio-Laden? Das ist auch für Annelie Schüßler neu. „Ich habe sonst immer 50 Prozent der Erlöse für die Flüchtlingshilfe gespendet“, berichtet die Reckenfelderin. „Das tut mir ja letztlich nicht weh.“ Für sie ist das Töpfern ein Hobby, von dem sie nicht leben muss.

Vor Wochen hat sie von der schwierigen Situation der Tafeln gelesen. Und schnell stand der Entschluss fest: Sie verkauft ihre Töpferwaren zugunsten der Tafel, die Verkaufseinnahmen gehen zu 100 Prozent an die Tafel mit ihren Standorten in Greven und Reckenfeld. Auf den Materialkosten bleibt die engagierte Reckenfelderin folglich sitzen.

Als sie ihren Plan via Facebook publik machte, wurde der Inhaber des Bioladens „GenussReich“ in Greven (Alte Münsterstraße) darauf aufmerksam. Da dort die Tische nicht für gastronomische Zwecke genutzt werden können, bot es sich an, einen für die Ausstellung der Töpferwaren zur Verfügung zu stellen. „Ich habe ja hier den Platz“, sagt Ernst-Josef Mayer. „Das habe ich natürlich gern angenommen“, ergänzt Annelie Schüßler.

Seit Ostern läuft der Verkauf – und zwar durchaus vielversprechend. Obwohl die kreative Reckenfelderin ihre Artikel zu sehr erschwinglichen Kursen anbietet, sind schon mehr als 200 Euro für die gute Sache zusammengekommen. „Läuft“, bilanziert Ernst-Josef Mayer knapp nach einem Blick auf die Daten, die sein Kassensystem ausspuckt. „Die Kunden bleiben oft stehen und sehen sich das an. Sie sind interessiert“, hat er festgestellt. Auch bei ihm bleibt im übrigen kein einziger Cent hängen. Nichts soll den Erlös für die Tafel schmälern.

Um die Auswahl stetig zu erweitern und auch, um die durch Käufe entstehenden Lücken auf dem Ausstellungstisch zu schließen, produziert die frühere Lehrerin, die im Besitz einer Töpferscheibe und eines Brennofens ist, fleißig nach. Dekoratives, Künstlerisches, aber auch Praktisches findet sich in ihrem Repertoire. Neu ist, dass sich ausgelöst durch die Bioladen-Ausstellung Kunden melden, die bestimmte Artikel in Auftrag geben.

Die Aktion läuft erstmal bis auf Weiteres – mindestens solang, wie die gastronomische Nutzung der Tische weiter nicht erlaubt ist.

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