Gescheiterter Suizidversuch
Mieter wegen Gas-Explosion in der Silvesternacht verhaftet

Ibbenbüren -

Bei einer Gas-Explosion im Keller eines Ibbenbürener Mehrfamilienhauses hat sich ein Bewohner schwer verletzt. Jetzt wird er einem Haftrichter vorgeführt, denn die Explosion hat der Mann den Ermittlungen zufolge bewusst herbeigeführt.

Donnerstag, 09.04.2020, 13:51 Uhr aktualisiert: 09.04.2020, 14:03 Uhr
Gescheiterter Suizidversuch: Mieter wegen Gas-Explosion in der Silvesternacht verhaftet
Das Haus wurde bei der Explosion nahezu komplett zerstört. Foto: privat

In der Silvesternacht (1.1., 00:54 Uhr) kam es zu einer Gas-Explosion in der Kellerwohnung eines Mehrfamilienhauses am Föhrengrund in Ibbenbüren. Hierbei erlitt der damals 49-jährige Bewohner schwere Brandverletzungen und musste seitdem in einer Spezialklinik behandelt werden. Eine Frau, die in dem Haus zu Besuch war, zog sich durch die Explosion leichte Verletzungen zu. Ermittlungen der eingesetzten Mordkommission ergaben, dass der heute 50-jährige Mann Gas aus einer Gasflasche hatte ausströmen lassen, um dieses zu entzünden.

"Wir haben einen Abschiedsbrief gefunden und eindeutige Hinweise darauf, dass sich der Beschuldigte durch das Herbeiführen der Explosion das Leben nehmen wollte", erläuterte der Erste Kriminalhauptkommissar Bux. "Damit hat er nicht nur sein Leben, sondern auch das seiner Nachbarn aufs Spiel gesetzt. Nur durch Zufall kamen keine Personen ums Leben."

Durch die Detonation wurde das Wohnhaus so sehr beschädigt, dass es seitdem nicht mehr bewohnbar ist. Der entstandene Schaden wird auf etwa 400.000 Euro beziffert.

"Auf Antrag der Staatsanwaltschaft hatte ein Richter bereits im Vorfeld Haftbefehl wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion, besonders schwerer Brandstiftung und gefährlicher Körperverletzung erlassen", erklärt Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt am Donnerstag. "Er wird noch heute einem Haftrichter vorgeführt."

Der Gesundheitszustand des Ibbenbüreners ist stabil, er soll im Anschluss in einem Justizvollzugskrankenhaus inhaftiert und dort weiter ärztlich versorgt werden.


Hinweis: Der Pressekodex sieht vor, dass über Suizide zurückhaltend berichtet wird.Dies gilt insbesondere für die Nennung von Namen und die Schilderung näherer Begleitumstände. Grund für die Zurückhaltung ist die hohe Nachahmerquote nach jeder Berichterstattung über Selbsttötungen. Daher werden wir nicht im Detail über den Vorfall berichten.

Wenn Sie sich selbst betroffen fühlen, kontaktieren Sie bitte umgehend die Telefonseelsorge . Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhalten Sie Hilfe von Beratern, die schon in vielen Fällen Auswege aus schwierigen Situationen aufzeigen konnten. Ergänzend können Sie das Angebot der Krisenhilfe Münster (0251-519005) in Anspruch nehmen und dort bis zu zehn kostenlose persönliche Beratungstermine vereinbaren.

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