Thema des „Corona-Kabinetts“ der Bundesregierung
Wird Grenze zu den Niederlanden geschlossen?

Gronau -

Bislang ist die deutsch-niederländische Grenze trotz der Corona-Krise geöffnet. Der Grenzverkehr hat nach Appellen aus beiden Ländern deutlich nachgelassen. Am Montag entscheidet sich, ob kurzfristig auch für das Nachbarland strengere Einreisebedingungen herrschen werden. Grund dafür ist eine neue Einschätzung des Robert-Koch-Instituts.

Sonntag, 05.04.2020, 17:26 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 19:06 Uhr
Der Verkehr über die Grenzübergänge wie hier bei Glanerbrug hat deutlich nachgelassen.
Der Verkehr über die Grenzübergänge wie hier bei Glanerbrug hat deutlich nachgelassen. Foto: Martin Borck

Das „Corona-Kabinett“ der Bundesregierung will am Montag über weitere Grenzschließungen beraten. Ein Papier aus dem Bundesinnenministerium sieht vor, auch für die Grenzen in die Niederlande die strengen Einreisebedingungen einzuführen.

Ein Grund dafür ist die Einordnung der Niederlande als Coronavirus-Risikogebiet. Das Robert-Koch-Institut hat das Nachbarland neben den USA, der Schweiz und dem Vereinigte Königreich zu weiteren Risikogebieten erklärt.

Dabei handelt es sich um Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung des Virus von Mensch zu Mensch vermutet werden kann. Um dies festzulegen, verwendet das Robert-Koch-Institut verschiedene Kriterien (u.a. Erkrankungshäufigkeit, Dynamik der täglich gemeldeten Fallzahlen, Maßnahmen – z.B. Quarantäne ganzer Städte oder Gebiete –, exportierte Fälle in andere Länder/Regionen). Die Situation wird jeden Tag neu bewertet.

Folgen für Grenzpendler

Die Folgen einer Grenzschließung wären vor allem für Grenzpendler erheblich. Die kleineren Grenzübergänge würden voraussichtlich geschlossen. An den größeren würden strenge Kontrollen durchgeführt. Dabei hat der Grenzverkehr in Gronau in den vergangenen zwei Wochen ganz offensichtlich deutlich nachgelassen, auch wenn er nicht völlig zum Erliegen gekommen ist.

In den Niederlanden waren am Sonntagnachmittag beinahe 18 000 positiv getestete Personen registriert. Auffällig ist die relativ hohe Zahl an verstorbenen Personen: Sie lag dort bei 1766, so die Behörde RIVM.

Bislang wurde Grenzschließung vermieden

Bislang war eine Grenzschließung vermieden worden. Behörden hatten dringende Appelle an die Bevölkerung beiderseits der Grenze gerichtet, von unnötigen Reisen Abstand zu nehmen. Noch am Freitag war der Aufruf dreier Minister aus NRW, Niedersachsen und den Niederlanden erfolgt, von Ausflügen in die Nachbarländer abzusehen. „Im Wesentlichen sind die Maßnahmen in den Niederlanden und in Deutschland die gleichen“, hieß es in dem Aufruf. „Wir kontrollieren das Virus maximal und schützen insbesondere gefährdete Gruppen, indem wir die Empfehlungen für Gesundheitsschutz und sozialen Abstand beachten. Wir bleiben so viel wie möglich zu Hause.“

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