Kann gefeiert werden oder nicht?
Schützen stehen Gewehr bei Fuß

Freitag, 03.04.2020, 18:50 Uhr aktualisiert: 05.04.2020, 14:48 Uhr
Stillgestanden, präsentiert das Gewehr: Die Schützen, hier ein Archivbild der Hollicher, warten auf eine Entscheidung, wie es nach dem 19. April weitergeht.
Stillgestanden, präsentiert das Gewehr: Die Schützen, hier ein Archivbild der Hollicher, warten auf eine Entscheidung, wie es nach dem 19. April weitergeht. Foto: Theresa Gerks

Darum hatte auch in dieser Woche eine Facebook-Äußerung der Mettinger Bürgermeisterin für Wirbel gesorgt. Christina Rählmann hatte darin den Eindruck erweckt, dass alle Schützenfeste im Mai schon abgesagt seien. Sind sie aber nicht, wie Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer auf Anfrage erklärte. „Entschieden ist noch nichts, das Land wird die Situation neu bewerten“, sagte die Erste Bürgerin. Die Chancen, dass im Mai schon wieder die Büchsen knallen, die schätzt sie allerdings als gering ein. Der Kreis Steinfurt hatte am Donnerstag noch eine Pressemitteilung veröffentlicht, nach der die Bürgermeister empfehlen, alle Veranstaltungen dieser Art im Mai abzusagen.

Die Vorstädter Schützen in Borghorst hatten es dieser Hinsicht relativ einfach. Als traditionell erster Verein im Schützenjahr hatten sie ihr Fest für das letzte Aprilwochenende schon vor Wochen abgesagt.

Jochen Prümers als Vorsitzender der Hollicher Schützen, die eigentlich am 16. Mai auf die Scheiben schießen wollen, kann derzeit noch keine klare Aussage treffen. „Wir warten auf den 19. April, dann sehen wir weiter“, sagt der Chef der Hollicher. Gleichwohl rechnen Vorstand und Mitglieder stark damit, dass es in diesem Jahr nichts wird. „Organisatorisch haben wir alle Vorbereitungen für eine Absage getroffen“, so Jochen Prümers. „Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.“

Ähnlich sieht es Kollege Florian Kleymann von den Patrioten, die traditionsgemäß Pfingsten auf den Vogel anhalten. „Wir wollen nicht spekulieren, wir halten uns an die Fakten“, gibt der Vorsitzende die Marschrichtung des Vorstands aus. Für die Pajotten wäre eine Absage bitter. Sie haben für dieses Jahr mit den „Dorfrockern“ einen Top-Act engagiert. Wenn die nicht die Schützenaue am Rathaus rocken könnten, ginge den Steinfurtern ein vermutlich tolles Konzert durch die Lappen. Florian Kleymann blickt auf den 19. April: „Dann wissen wir mehr, dann werden wir entscheiden.“ Klar sei natürlich: „Die Gesundheit aller steht an oberster Stelle.“

Die Kameraden von den Ostendorfern haben die gleiche Losung ausgegeben. Auch dort sehen die Verantwortlichen die Chancen auf ein Fest schwinden. „Entschieden wird aber erst nach den Ferien“, so Frank Hersping.

Die Prinzen-Schützen wären wie jedes Jahr am Fronleichnamswochenende an der Reihe. „Wir schauen von Woche zu Woche“, beschreibt Vorsitzender Kai Laukemper die Strategie des Vorstandes. „Wir warten auf die neue Anordnung des Landes.“ Auch die Prinzen haben Vorkehrungen getroffen, wenn sie Zelt, Kapellen und Bierverlegern absagen müssen. „Das ist alles kein Problem, wir haben keine langfristigen Verträge“, erläutert der Vorsitzende.

Kai Laukemper hat aber schon mal weitergedacht. Nach dem Motto „Was wäre wenn“. Wenn die komplette Schützenfest-Saison ins Wasser fällt, könnte sich der Prinzen-Vorsitzende gut vorstellen, dass alle Vereine ein gemeinsames Schützenfest feiern. „Dann könnten wir die Krise für einen Neuanfang nutzen“, so Laukemper. Diesen Vorschlag hat er seinen Kollegen in Borghorst auch schon unterbreitet, bislang aber noch keine Resonanz bekommen. Der Vorsitzende weiß seine Mitglieder hinter sich: „Bei unserer Umfrage war ein gemeinsames Fest aller Schützen in Borghorst der am häufigsten geäußerte Wunsch.“

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