Freiheitslied über YouTube gemeinsam eingespielt
Die Corona-Krise überwinden

Ascheberg/Davensberg -

Es ist eines der großen Freiheitslieder. Und es eignet sich auch fürs Überwinden der Corona-Krise. Bernd Herrmann hat im Internet Mitstreiter gefunden.

Samstag, 04.04.2020, 08:34 Uhr aktualisiert: 04.04.2020, 08:40 Uhr
Bernd Herrmann fand bei YouTube Mitstreiter, die „We shall overcome“ mitsangen: Christian Pelster, Berthold Roßmöller, Ulrike und Hans-Werner Schlottbohm.
Bernd Herrmann fand bei YouTube Mitstreiter, die „We shall overcome“ mitsangen: Christian Pelster, Berthold Roßmöller, Ulrike und Hans-Werner Schlottbohm. Foto: privat

Gemeinsam musizieren – für Bands, Chöre oder Orchester ist das zurzeit in Wunschtraum. Auf Proben mit seiner Band „Algy‘s Heirs“ muss zurzeit darum auch der Davensberger Bernd Herrmann verzichten. Der pensionierte Lehrer sehnt zudem den Start der Jubiläumssaison beim TC Ascheberg entgegen. Das 50-Jährige lässt aber auf sich warten. So überlegte Herrmann, was mit der Musik unter den aktuellen Bedingungen möglich ist: „Dabei kam mir die Idee, gemeinsam aber getrennt Musik zu machen. Angeregt worden bin ich dabei von der Aktion der Musiker, Sonntagabends das Lied ‚Ode an die Freude‘ überall in Deutschland zu singen. Und außerdem das wunderbare Musikprojekt „Songs around the world“, das es schon vor der Corona-Krise gab.“

Die Frage, welches Lied für ein gemeinsames Projekt es sein sollte, stellte sich Herrmann erst gar nicht. Das alte Freiheitslied von Pete Seeger „We shall overcome“ passt wunderbar in einer Zeit, in der es das Virus mit allen Sorgen ohne Angst und in Freiheit zu überwinden gilt. Der Davensberger nahm das Lied auf, lud es bei YouTube hoch und verschickte den Link des Liedes, gedacht als Mut- und Mitmachsong, dann an verschiedene Freunde und Bekannte. Dabei die Bitte, sich durch einen kleinen Videobeitrag mit Handy aufgenommen daran zu beteiligen. Es haben sich schließlich sieben Personen daran beteiligt, einige auch aus Ascheberg: Ulrike und Hans-Werner Schlottbohm, Berthold Roßmöller, Christian Pelster und Herrmann selbst.

Der erste Schritt gehörte noch quasi zum Alltag. Der Davensberger erklärt seine technisches Know-How so: „Ich war Lehrer an der Gesamtschule Olfen. Da hat seit 2011 jeder Schüler ein Netbook. Bis zur Pensionierung 2015 habe ich einige Mathe-Videos bei YouTube hochgeladen.“

Die Herausforderung war jetzt, aus allen Rückmeldungen ein neues Video zu erstellen. Der Schnitt, aus Aufteilen des Bildschirms, das Zusammenbringen des Tons – alles das forderte Herrmann heraus. „Ich habe sicher einen Tag benötigt, um das gemeinsame Video mit allen Beiträgen zu erstellen“, berichtet Herrmann. Jetzt musizieren sieben Menschen gemeinsam, im festen Glauben, dass COVID-19 bald überwunden und gemeinsames Musizieren wieder möglich ist. Wenn es länger dauert, könnte sich Herrmann mit einem weiteren bekannten Song bei YouTube melden. „Imagine von John Lennon könnte ich mir gut vorstellen“, meint Herrmann.

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