Video der Drensteinfurter Feuerwehr
„Ode an die Freude“ in 30 Metern Höhe

Drensteinfurt -

Ungewöhnlicher Einsatz für die Drensteinfurter Feuerwehr: Über den Dächern der Stadt hat sie eine musikalische Botschaft aufgenommen, die in der Corona-Krise Mut machen und den Zusammenhalt stärken soll. Das Video wurde schon mehrfach geteilt und kommentiert.

Donnerstag, 02.04.2020, 11:30 Uhr aktualisiert: 02.04.2020, 19:11 Uhr
In allen drei Ortsteilen haben die Kameraden die Drehleiter aufgebaut. Carolina Bruns spielt auf der Trompete Beethovens „Ode an die Freude“.
In allen drei Ortsteilen haben die Kameraden die Drehleiter aufgebaut. Carolina Bruns spielt auf der Trompete Beethovens „Ode an die Freude“. Foto: Feuerwehr Drensteinfurt

Die „Ode an die Freude“ steht – europaweit – derzeit sinnbildlich für den Zusammenhalt der Menschen in der Corona-Krise. Immer um 18 Uhr sind alle Bürger aufgerufen, das Finalwerk aus Ludwig van Beethovens 9. Symphonie am offenen Fenster zu spielen und so ein Gefühl von Gemeinschaft zu erzeugen. Viele beteiligen sich daran, die sozialen Medien sind voll von berührenden Videos. Und auch die Drensteinfurter Feuerwehr macht mit.

„Die Idee dazu kam von den Kameraden aus Düsseldorf“, erzählt Feuerwehr-Pressesprecher Frank Kronshage. Deren Video hatten auch die Drensteinfurter im Netz entdeckt. Und sogleich sei der Gedanke aufgekommen: Das machen wir auch! Eigentlich sei der Betrieb aktuell beinahe stillgelegt. „Wir stehen nur noch für die Einsätze parat, es gibt derzeit zum Beispiel keine Übungsabende“, erklärt Kronshage. Doch für diese Aktion seien alle Löschzüge gleich „Feuer und Flamme“ gewesen, nimmt der Pressesprecher schmunzelnd Bezug auf die gleichnamige WDR-Serie, die die Kameraden in Nicht-Corona-Zeiten oft gemeinsam vorm Fernseher anschauen. Aktuell läuft die dritte Staffel aus Bochum.

Das Facebook-Video wird geladen

Doch zurück zum Video: Um jeglichen unnötigen Kontakt zu vermeiden, sei man einzeln in den Wagen zu den „Drehorten“ gefahren – auch mit der Drehleiter, die im Einsatz sonst mit mindestens zwei Personen besetzt sein muss. Das Fahrzeug wurde am Montag, am Dienstag und am Mittwoch jeweils pünktlich um 18 Uhr auf dem Drensteinfurter Marktplatz, auf dem Kirchplatz in Walstedde und auf dem Dorfplatz in Rinkerode geparkt. 30 Meter ragt die ausgefahrene Leiter in die Höhe. Im Korb: die schwindelfreie Carolina Bruns, die 14-jährige Tochter des Rinkeroder Löschzugführers, mit ihrer Trompete. Die Drohne wurde von Dustin Schwerdt gesteuert, der den Film anschließend auch geschnitten hat. Die Botschaft, die derzeit um die Welt geht: „Wir sind für euch da, bleibt ihr für uns zu Hause.“

Eine Stadt – eine Feuerwehr

Am Mittwochabend hat die Feuerwehr dann einen Zusammenschnitt aus allen drei Ortsteilen bei Facebook gepostet. „Denn wir sind eine Stadt und demzufolge auch eine Feuerwehr“, sagt Frank Kronshage.

Das Video ist schon mehrfach geteilt und kommentiert worden. „Das ist das Schönste, was ich in den ganzen Tagen gesehen habe. Was es doch für Menschen gibt. Toll“, schreibt zum Beispiel Alexandra Künnen. Und Katarzyna Kühle meint: „Dankeschön. Und passt auf euch auf.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

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