Hegering Lüdinghausen: Brutzeit beachten
Hunde gehören an die Leine

Lüdinghausen -

Besondere Vorsicht ist während der Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli gefragt. Darauf weisen die Mitglieder des Hegerings Lüdinghausen hin. Sie appellieren an Hundebesitzer, ihre Begleiter auf vier Pfoten während Spaziergängen durch die Natur stets anzuleinen – um andere Tiere und ihren Nachwuchs zu schützen.

Montag, 30.03.2020, 12:07 Uhr aktualisiert: 30.03.2020, 15:18 Uhr
Weisen darauf hin, dass Herrchen ihre Hunde während der Brutzeit anleinen sollen: Stephan Niesert (v.l.) sowie Hans-Peter und Christiane Nöcker vom Hegering Lüdinghausen.
Weisen darauf hin, dass Herrchen ihre Hunde während der Brutzeit anleinen sollen: Stephan Niesert (v.l.) sowie Hans-Peter und Christiane Nöcker vom Hegering Lüdinghausen. Foto: Annika Wienhölter

Es sei jedes Jahr das Gleiche: Während der Brut- und Setzzeit scheuchten freilaufende Hunde immer wieder junge Hasen, Küken und Kitze auf, berichten die Jäger Hans-Peter und Christiane Nöcker. Ihr Revier liegt rund um den Steverseitenweg Richtung Nordkirchen raus, den viele Herrchen und Frauchen nutzen, um dort mit ihren Vierbeinern Gassi zu gehen – oft ohne ihr Tier an die Leine zu nehmen, wie die Mitglieder des Hegerings Lüdinghausen regelmäßig beobachten. Und das ärgert sie. „Es geht gar nicht nur darum, dass ein Hund ein Tier hetzt, beißt oder gar tötet“, erklärt Christiane Nöcker. Es reiche schon, wenn Bello nah genug an den Nachwuchs herangehe. Nehmen dessen Eltern anschließend einen fremden Geruch wahr, ließen sie ihre Jungtiere im Stich. Mit fatalen Folgen.

Kraftraubende Beschäftigungsmöglichkeiten

Deshalb haben die Nöckers vor zwei Jahren Schilder in ihrem Areal aufgestellt, um Herrchen und Frauchen auf die Brut- und Setzzeit vom 1. April bis zum 15. Juli aufmerksam zu machen, während der Hunde anzuleinen sind. Außerdem sprechen sie Ausflügler mit einem freilaufenden Wuffi an. Die Reaktionen? „Viele sind verständnisvoll und geloben Besserung“, erzählen die beiden Steverstädter. „Manchmal werden wir aber auch beschimpft.“ Natürlich könnten sie verstehen, dass jeder Hund seinen Auslauf braucht. Aber dafür gebe es andere Möglichkeiten. Ihren sechsjährigen Pudelpointer Quintus jedenfalls lassen sie während der Brut- und Setzzeit nie von der Leine. Um ihn auszupowern, geht’s für Herrchen und Frauchen aufs Fahrrad. Der tierische Freund läuft dann nebenher. Ebenso handhabt es Stephan Niesert. Der Hegeringsvorsitzende weiß, wie er seinen Jagdterrier Fix (10) und seine vierjährige Deutschdrahthaarhündin Asta auch an der Leine müde machen kann. Neben dem Radeln seien Longieren oder Agility zwei kraftraubende Beschäftigungsmöglichkeiten – ohne andere Tiere zu stören. Denn: „Es geht uns stets um die Hege und Pflege der Flora und Fauna“, bringen es die drei Jäger auf den Punkt.

Gegenseitige Rücksichtnahme

Generell finden sie: „Die Erziehung ist das A und O.“ Jeder Besitzer müsse dafür sorgen, dass sein tierischer Begleiter höre. Hundeschulen gebe es genug. Dann könnten Bello, Wuffi und Co außerhalb der Brut- und Setzzeit bedenkenlos ohne Leine auf Waldwegen und in Sichtweise von Herrchen und Frauchen laufen. Das ist gesetzlich in NRW erlaubt. Lediglich in Innenstädten und Naturschutzgebieten herrscht Leinenpflicht. Weitere Regeln kann die jeweilige Kommune festlegen.

Für die nahende Brut- und Setzzeit wünschen sich die Aktiven des Lüdinghauser Hegerings jedenfalls vor allem eines: „gegenseitige Rücksichtnahme“. Um die Jungtiere zu schützen.

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