Ehrentag von Christoph Schwanitz
29. Februar: Kein ewiger Kindergeburtstag

Warendorf -

Nur einmal alle vier Jahre Geburtstag? Rein faktisch ist das bei am 29. Februar Geborenen so. Gesetzlich gilt etwas anderes.

Freitag, 28.02.2020, 21:06 Uhr aktualisiert: 28.02.2020, 21:10 Uhr
Rita Sennhenn-Wienhold und Christoph Schwanitz feiern in diesem Jahr wieder mal an ihrem eigentlichen Geburtstag, dem 29. Februar, ihr Wiegenfest.
Rita Sennhenn-Wienhold und Christoph Schwanitz feiern in diesem Jahr wieder mal an ihrem eigentlichen Geburtstag, dem 29. Februar, ihr Wiegenfest. Foto: Joke Brocker

Im vergangenen Jahr hat Christoph Schwanitz seinen Geburtstag am 1. März gefeiert. In diesem Jahr feiert er ihn am 29. Februar. Denn 2020 ist wieder ein Schaltjahr – und in dem wird an den 28. Februar ein Tag drangehängt. Genau dieses seltene Geburtsdatum hat Christoph Schwanitz. Als möglichen Nachteil hat er das nie empfunden, sondern eher als etwas „Besonderes, das andere nicht haben“. „In meiner Kindheit wurde noch nicht so viel Aufhebens gemacht um einen Kindergeburtstag wie heute. Dennoch verbinde ich den Tag mit der Erinnerung, dass er immer besonders gestaltet war.“

Viele Anekdoten

Und alle vier Jahre bekam er dann von manch‘ einem zu hören: „Dann bekommst du ja in diesem Jahr die vierfache Zahl an Geschenken.“ Um den Geburtstag an einem Schalttag ranken sich bei den meisten Betroffenen natürlich mancherlei Anekdoten – so auch bei Christoph Schwanitz. Mit einem Schmunzeln erinnert er sich noch an seinen 40. Geburtstag. Damals arbeitete der selbstständige Steuerberater und Geschäftsführer der Kanzlei Schwanitz & Budde noch in einer anderen Sozietät.

„Ich hatte eine Einladung für das Team gestaltet mit einem Foto von mir als Zehnjährigem und dem Text: ,Ich lade zu meinem 10. Geburtstag ein‘. Ein neuer Mitarbeiter wusste damals noch nichts von meinem besonderen Geburtsdatum und gab mir die freundliche Rückmeldung, dass er leider keine Zeit hätte, zum Geburtstag meines Sohnes zu kommen.“

Hauptsache, es denkt überhaupt einer an meinen Geburtstag.

Christoph Schwanitz

Der eigentliche Geburtstermin für Christoph Schwanitz war, laut den Erinnerungen seiner Mutter, nicht auf den 29. Februar terminiert, sondern später. Aber die Mutter habe es schon vorher im Gefühl gehabt: Es wird der 29. Februar – und er wurde es ja dann auch.

Über die Jahre rückte dieses Geburtsdatum für den gebürtigen Warendorfer aber dann doch in den Hintergrund. „Es kommt ja auch eine Zeit, da mag man gar nicht feiern und fährt einfach mal weg“, sagt Schwanitz.

Grundsätzlich ist für ihn der 1. März in den Nicht-Schaltjahren der richtige Geburtstagstermin – auch, wenn meistens schon am 28. Februar die ersten Gratulanten immer wieder unsicher Grüße auf den Weg schicken.

Damit liegt er mit dem gewählten Geburtstagstermin in den Nicht-Schaltjahren auch rechtlich auf der sicheren Seite. Denn zur Berechnung des Lebensalters für die an einem 29. Februar Geborenen wird die Fristberechnung des Paragrafen 188 Absatz drei des Bürgerlichen Gesetzbuches herangezogen. Danach gilt in Nichtschaltjahren die Vollendung des 28. Februar als Ablauftag. Ein am 29. Februar Geborener wird nach 18 Jahren am 1. März volljährig.

In Normaljahren ist es der 1. März

Um mögliche Sagen und Aberglaube, die um dieses besondere Geburtsdatum ranken, hat sich Schwanitz noch nie einen Kopf gemacht. Schaltjahre als Unglücksjahre – untauglich für den Hausbau oder gar eine Hochzeit? Dramatisch für Geburtstagskinder, die Geister sehen können? „Hauptsache, es denkt überhaupt einer an meinen Geburtstag“, trägt es Schwanitz mit der passenden Portion Humor. In diesem Jahr werden aber bestimmt einige an den Geburtstag des Warendorfers denken. Denn er wird in einer überschaubaren Runde mit geladenen Gästen im Scala-Filmtheater mit einer kleinen Filmvorführung die Zeit um einige Jahre zurückdrehen – und mehr soll auch nicht verraten werden.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7301824?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker