CDU-Generalsekretär
Paul Ziemiak im Interview: Klare Kante gegen die AfD – auch im Osten

Recke -

Festlegen will sich Paul Ziemiak nicht, wer von den drei Kandidaten der beste CDU-Chef werden würde – Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder das Duo Laschet/Spahn. Im Interview mit unserer Zeitung spricht er sich aber dafür aus, dass in einer Volkspartei „alle Strömungen“ auch abgebildet werden – „Jüngere und Ältere“, Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Mit dem CDU-Generalsekretär sprach unser Redaktionsmitglied Martin Ellerich am Rande des politischen Aschermittwochs in Recke.

Donnerstag, 27.02.2020, 14:06 Uhr aktualisiert: 27.02.2020, 17:24 Uhr
Paul Ziemiak beim politischen Aschermittwoch in Recke.
Paul Ziemiak beim politischen Aschermittwoch in Recke. Foto: Heinrich Weßling

Welcher der Kandidaten für den Bundesvorsitz der CDU hat denn aus Ihrer persönlichen Sicht die besten Chancen, der Partei wieder eine Richtung und eine Einheit zu geben?

Ziemiak: Am Ende wird es immer darum gehen, dass man zusammensteht, dass man in einer Volkspartei alle Strömungen auch abbildet. Ich glaube, dass das eine einzelne Person alleine gar nicht kann, man braucht dafür ganz viele in einer Volkspartei. Man braucht auch die Jüngeren und die Älteren. Und insofern ist das die Aufgabe von jedem Vorsitzenden und jeder Vorsitzenden, die dann eine Mehrheit auf dem Parteitag bekommt.

Frage: Das klingt nach dem Team Laschet-Spahn?

Ziemiak: Ich bin fest davon überzeugt, dass dies jeder, der sich bewirbt, so sieht, dass man am Ende ganz viele unterschiedliche Repräsentanten braucht. Man braucht die Arbeitnehmer, genauso wie die Arbeitgeber, die Jüngeren und die Älteren. Diesen Anspruch wird jeder haben, davon bin ich fest überzeugt.

Frage: Sie möchten sich also nicht konkret äußern?

Ziemiak: Ich glaube, dass ein Generalsekretär in diesen Tagen zwei Dinge tun muss. Er muss Klartext sprechen über die Frage: Was ist wichtig für Deutschland? Was braucht dieses Land? Und als zweites – und das ist auch nicht unwichtig für die Partei – er muss einen guten Parteitag vorbereiten.

Frage: Nach dem „Sündenfall von Thüringen“: Ist es jetzt nicht Zeit, eine klare, unzweifelhafte Abgrenzung auch von den Konservativen in der CDU und auch von denen im Osten gegenüber der AfD zu fordern?

Ziemiak: Ja, absolut. Ich will noch einmal betonen, dass es daran keinen Zweifel gibt. Ihre Frage unterstellt, dass es da ein Fragezeichen gäbe, dieses gibt es nicht. Das habe ich auch als Generalsekretär in aller Deutlichkeit klargemacht.

Frage: Ihre Thüringer Kollegen scheinen das zum Teil anders zu sehen – da gibt es immer wieder Vorstöße...

Ziemiak: Und Sie haben auch gesehen, wie darauf reagiert wird – nämlich mit Klarheit und Zurückweisung. Wenn jemand sein Verhältnis zur AfD nicht klar hat, dann ist die CDU nicht die richtige Partei für ihn.

Was werden Sie nach dem 25. April, nach dem Parteitag, machen? Werden Sie weiter Generalsekretär sein? Das setzt nach dem derzeitigen Stand voraus, dass Laschet und Spahn gewinnen, denn die anderen wollen eine Frau in dem Amt – und das können Sie nicht bieten...

Ziemiak: (lacht) Auch nicht in der Kürze der Zeit... Ich bin gewählt vom Parteitag und ich habe eine Aufgabe als Generalsekretär, nämlich für die CDU zu arbeiten. Natürlich trifft dann jede Vorsitzende und jeder Vorsitzende ihre Entscheidung... Das, was mich umtreibt, ist nicht die eigene Person, sondern dieses Land, und wie geht es eigentlich mit dieser Partei weiter?

Frage: Sie würden es gerne weiter machen?

Ziemiak: Ich bin gerne Generalsekretär und mache das mit viel Leidenschaft und Herzblut. Trotzdem hängt das Engagement für unser Land nicht an einem einzelnen Parteiamt.

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