Drei Kandidaten
Bauernpräsidenten-Wahl verspricht viel Spannung

Münster -

Es dürfte spannend werden, am Montagnachmittag. Denn selten war die Wahl eines neuen Präsidenten des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes wichtiger und offener als in diesem Jahr. 

Montag, 17.02.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 17.02.2020, 08:04 Uhr
Drei Kandidaten: Bauernpräsidenten-Wahl verspricht viel Spannung
(V.l.) Susanne Schulze Bockeloh, Hubertus Beringmeier und Joachim Pehle kandidieren für die Nachfolge von Johannes Röring. Foto: imago images; Moritz Winde; prvat / Grafik: Ann-Kathrin Schriever

Drei Kandidaten treten an, um auf Gut Havichhorst in Münster die Mehrheit der Delegierten davon zu überzeugen, ihnen ihre Stimme zu geben. Dabei gelten Susanne Schulze Bockeloh aus Münster und Hubertus Beringmeier aus dem Raum Paderborn. Eher nur Außenseiterchancen werden bei der Abstimmung am Montag Mittag Joachim Pehle aus Erwitte eingeräumt.

"Ich will den Rückhalt unserer Bauern verstärken und mich dafür einsetzen, dass junge Landwirtinnen und Landwirte wieder eine Chance haben", sagte Schulze Bockeloh im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Vor allem gegenüber der Politik will sich Schulze Bockeloh dafür einsetzen, dass die Landwirtschaft wieder eine Stimme im öffentlichen Diskurs erhält.

Schulze Bockeloh wäre die erste Frau an der Spitze eines Landesverbandes der Bauernverbände. Viele im Verband verbinden mit ihrer Person die Einleitung eines Reformprozess, gerade auch angesichts eines sich dramatischen verschärfenden Wettbewerbs und erhitzter politischer Debatten über den Ausgleich zwischen den Interessen der Landwirtschaft und des Umweltschutzes.

Seit über 40 Jahren stellt das Münsterland den Bauernpräsidenten

Gute Chancen - die Entscheidung könnte dann wohl in einer Stichwahl fallen - werden auch Hubertus Beringmeier eingeräumt. Der 59 Jahre alte Landwirt verfolgt ebenfalls eine gemäßigte Position. Für ihn dürften Vertreter der Kreisverbände des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes aus der Region Ostwestfalen stimmen. Denn seit über 40 Jahren stellt das Münsterland den Bauernpräsidenten, zuletzt mit Johannes Röring aus dem Kreis Borken. Diese Dynamik könnte auch neutrale Delegierte durchaus auf die Seite von Beringmeier ziehen.

Die große Unbekannte ist der dritte Kandidat: Joachim Pehle. Der Landwirt aus Erwitte will den Sound der Straße mit nehmen. Gemeint sind damit die oft nicht mehr vom Verband organisierten Demonstrationen vor allem jüngerer Landwirtinnen und Landwirte in Bonn und zuletzt in Berlin. Hier entsteht eine neue Dynamik, die sich kaum berechnen lässt. Dennoch dürfte Pehle keine realistische Chance haben.

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