Arbeiten sind an drei Stellen sichtbar
Bahn saniert maroden Damm

Ascheberg -

Die Bahn sagt, alles laufe planmäßig. Der Bahndamm zwischen Ascheberg und Davensberg sei im August fertig saniert. An drei Stellen herrscht reges Treiben.

Donnerstag, 13.02.2020, 19:36 Uhr aktualisiert: 14.02.2020, 16:24 Uhr
Umladestelle für die Bahndammsanierung bei Ascheberg
Umladestelle für die Bahndammsanierung bei Ascheberg Foto: Theo Heitbaum

„Alles läuft planmäßig, wir werden im August fertig sein.“ Mehr als dieser karge Satz ist einer Bahnsprecherin zu den Arbeiten am maroden Damm bei Ascheberg seit Wochen nicht zu entlocken. In der DB-Pressestelle Düsseldorf verweist sie auf einen Pressetermin, den man vorbereite. Die Arbeiten passieren allerdings nicht in einer schwarzen Box, vielmehr haben die Ascheberger und Davensberger sie täglich im Blick.

Sichtbar ist, dass für das 1,9 Kilometer lange Teilstück zwischen Ascheberg und Davensberg drei Stellen wichtig sind. Das Material, insbesondere etwa 3200 Spundwände und 570 Ankerstangen, wird von Norden zur Baustelle gebracht. Der Umschlagplatz von Lkws auf Bahnfahrzeuge ist auf einem Acker in der Nähe des Hofes Stilling eingerichtet worden. Deswegen stehen auf der Davensberger Straße auch Schilder, die das Tempo reduzieren. Über den Acker ist eine provisorische Zufahrt mit Stahlplatten gebaut worden, denn mit den Spundwänden, die etliche Meter lang sind, haben die Lkws einiges an Gewicht geladen.

Von diesem Bau- und Umschlagplatz wird das Material zur aktuellen Arbeitsstelle gefahren. Sie bewegt sich von Süden nach Norden und verharrt seit einigen Tagen wenige Meter nördlich der Brücke über die B 58. Ständig zu sehen ist eine Ramme, die auf beiden Seiten des Gleises Spundwände in den maroden Bahndamm einschlägt. Das Verfahren hat die DB-Netz im Vorfeld nachts ausführlich erkundet (WN berichteten). Schließlich sind die Spundwände acht, neun Meter lang. Es dauert also seine Zeit, bis eine Wand aus Baustahl ihren Platz gefunden hat. Unter den Gleisen werden die Spundwände mit Ankerstangen verbunden.

Die Bauarbeiter haben ihre Container und weiteres Arbeitsgerät auf den Parkplätzen des Bahnhofs Ascheberg aufgebaut. Von dort nähert sich auch ein Kran der jeweiligen Arbeitsstelle. Zu sanieren ist das Stück von Kilometer 26,3 im Süden bis Kilometer 28,2 im Norden. Nach Vorarbeiten im November und Dezember 2019 sind die Arbeiten am 6. Januar angelaufen, seither sind die Bahnfahrer auf drei Strecken mit Bussen unterwegs. 219 Tage sind für die Arbeiten veranschlagt. Am 12. August sollen Eurobahnen und Intercitys wieder über Schienen an Ascheberg und Davensberg vorbeirollen. Das Kerngeschäft, den Damm zu sanieren, muss nach Bahnangaben aus dem Vorfeld bis Anfang Juli erledigt sein. Einen Monat, so Projektleiter Markus Vierhaus, werde man benötigen, um die Strecke nach dem Sanieren wieder fahrbereit zu machen.

Neben dem Ascheberger Abschnitt sind auch 3,6 Kilometer Bahndamm bei Werne in Richtung Lünen zu sanieren, zusammen also 5,5 Kilometer. In den Boden versenkt wird eine Stahlfläche von 70 000 Quadratmetern. Nötig wurden die umfangreichen Arbeiten, weil in der zweiten Jahreshälfte 2018 Setzrisse durch Sommerfrost festgestellt wurden. Deswegen wurde der Fernverkehr von der Strecke genommen und dem Nahverkehr in den betroffenen Abschnitten ein Tempolimit auferlegt.

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