Bürgerinitiative drängt auf Antworten
Unzulässige Kahlschläge im Teutoburger Wald?

Lienen -

Nicht nur vom Borkenkäfer befallene Fichten, auch Buchen sollen im November im Teutoburger Wald gefällt worden sein. Unter anderem auf Flächen, für die die Firma Calcis eine Abgrabung beantragt hat. Der Gemeinderat hat das Thema am Montag auf der Tagesordnung.

Montag, 27.01.2020, 06:29 Uhr aktualisiert: 27.01.2020, 09:47 Uhr
Die Karte zeigt nach Angaben der BI die Flächen, auf denen Fichten und Buchen gefällt worden sind (Bild links). Ein Teil der Kahlschläge ist auf Arealen vorgenommen worden, für die von der Firma Calcis eine Verlängerung der Abgrabungsgenehmigung gestellt worden ist.
Die Karte zeigt nach Angaben der BI die Flächen, auf denen Fichten und Buchen gefällt worden sind (Bild links). Ein Teil der Kahlschläge ist auf Arealen vorgenommen worden, für die von der Firma Calcis eine Verlängerung der Abgrabungsgenehmigung gestellt worden ist. Foto: Pro Teuto

Gefällt wurden die Bäume im Teutoburger Wald in den letzten Wochen des vergangenen Jahres. Der Verein Bürgerinitiative (BI) Pro Teuto hat nach eigenen Angaben den Kreis Steinfurt als Untere Naturschutzbehörde und die Bezirksregierung Münster über diese Vorgänge informiert und nach der Zulässigkeit und Genehmigung dieser Fällaktionen gefragt. Schließlich, so die BI, seien Bäume nicht nur im genehmigten Abgrabungsbereich, sondern auch auf dem Areal runtergeholt worden, für das die Firma Calcis eine Abgrabungserlaubnis beantragt hat.

Über drei Hektar Fläche abgeholzt

Pro Teuto kritisiert, dass nicht nur vom Borkenkäfer befallene Fichten , sondern auch Buchenwaldbestände eingeschlagen wurden. Zudem wird ein Verstoß gegen die Vorgaben des FFH-Rechts (Flora Fauna Habitat, spezielle, von der Europäischen Union ausgewiesene Schutzgebiete) vermutet, da Kahlschläge auf zusammenhängenden Flächen von mehr als 0,3 Hektar erfolgt seien. Insgesamt, so die Bürgerinitiative im Brief an den Kreis, seien über drei Hektar Fläche abgeholzt worden.

Auf dieses Schreiben vom 30. Dezember erhielt die BI am 16. Januar ein Schreiben vom Kreis Steinfurt: zuständig sei die Bezirksregierung, Antworten auf die Fragen seien nicht möglich, da der Sachverhalt erst geprüft werden müsse. Die Bitte von Pro Teuto um eine schnelle Antwort hat keinen Erfolg gezeitigt. Die BI hatte darum gebeten, um die Antworten noch in ihre Stellungnahme zum Antrag der Firma Calcis einarbeiten zu können.

Sitzung des Gemeinderates

In der Sitzung des Gemeinderates in Lienen am heutigen Montag (ab 18 Uhr im Haus des Gastes) steht die Stellungnahme zum Antrag der Firma Calcis auf der Tagesordnung. „Ein Beschluss ergibt sich aus den Beratungen“ steht in der Vorlage. Bürger können noch bis zum 3. Februar Einwendungen zum Antrag des Unternehmens vorbringen.

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