Kein Gegenkandidat für Streit in Sicht
Anja Karliczek wirbt für mehr Engagement

Tecklenburg-Brochterbeck -

Anja Karliczek ist entspannt und gut gelaunt. In ihrer Heimat in Brochterbeck nimmt sich die Bundesministerin für Bildung und Forschung Zeit. Wie jedes Jahr lädt sie die Presse ein zu einem Hintergrundgespräch.

Freitag, 24.01.2020, 21:00 Uhr
Anja Karliczek wirbt darum, dass sich mehr Menschen in der Politik engagieren. In der Kommunalpolitik gebe es viele Einflussmöglichkeiten, weiß sie aus Erfahrung.
Anja Karliczek wirbt darum, dass sich mehr Menschen in der Politik engagieren. In der Kommunalpolitik gebe es viele Einflussmöglichkeiten, weiß sie aus Erfahrung. Foto: Ruth Jacobus

Anja Karliczek ist entspannt und gut gelaunt. In ihrer Heimat in Brochterbeck nimmt sich die Bundesministerin für Bildung und Forschung Zeit. Wie jedes Jahr lädt sie die Presse ein zu einem Hintergrundgespräch. Beim gemeinsamen Frühstück im Hotel Teutoburger Wald berichtet sie von der aktuellen Bundespolitik, von Batterieforschung und Digitalpakt, von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft, aber auch davon, wie wichtig es für die Bildung ist, dass Kindern vorgelesen wird. Die Bandbreite der Themen ist groß. Doch es bleibt nicht bei der Bundespolitik. Schließlich ist die Bundesministerin auch Vorsitzende der Tecklenburger CDU, die sich wie alle anderen Parteien auf den Kommunalwahlkampf vorbereitet.

Um es vorweg zu nehmen: Dass die Christdemokraten am 13. September mit einem eigenen Bürgermeisterkandidaten antreten, ist fraglich. „Wir diskutieren noch, ob es sinnvoll ist“, erklärt Anja Karliczek. Ende Februar soll die Entscheidung fallen. „Es ist schwer, einen Kandidaten zu finden“, schildert sie die Situation. Das gilt auch für den Stadtrat.

Die CDU-Vorsitzende ist deshalb aktiv geworden und hat potenzielle Kandidaten angeschrieben. Die Demokratie lebe davon, dass sie von unten gefüttert werde und vom Mitmachen. Es gehe nicht nur darum, bei der Wahl sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel zu machen, sondern auch darum Mitglied zu werden, ein Mandat zu übernehmen. Es erwarte ja niemand, dass man gleich für 20 Jahre dabei bleibe.

Auch wenn sie tiefe Einblicke in die große Politik hat: „Das Spannendste in diesen Zeiten ist die Kommunalpolitik“, wirbt die Brochterbeckerin dafür, sich zu engagieren. Vieles könne man eben nicht aus Berlin oder Düsseldorf umsetzen, sondern nur vor Ort. Bis in die kleinste Ebene habe man hier als Kommunalpolitiker Einflussmöglichkeiten.

Den Appell, sich zu engagieren, kann wahrscheinlich jede Partei unterschreiben. Derzeit sind alle auf Kandidatensuche für die Räte beziehungsweise dabei, die Listen zu erstellen. Die Tecklenburger SPD ist bereits einen Schritt weiter. „Wir haben alle Plätze besetzt“, freut sich deren Vorsitzende Silke Sundermann. Am 31. Januar tage der Parteivorstand, am 12. Februar folge die Mitgliederversammlung, die über die Kandidatenvorschläge entscheidet. Die Sozialdemokraten sind aktuell in Tecklenburg die einzige Partei mit einem Bürgermeisterkandidaten. Amtsinhaber Stefan Streit tritt erneut an. Allerdings, gibt Silke Sundermann gerne zu, wäre es im Sinn der Demokratie spannend, einen Gegenkandidaten zu haben.

„Wir haben im Moment keinen Kandidaten“, erklärt auf Anfrage dieser Zeitung Roland Siegers, Vorstandsmitglied der FDP. Der Zeitplan für den Kommunalwahlkampf werde am 10. Februar beim Ortsparteitag festgelegt. Dann gehe es auch um die Frage, ob die Liberalen jemanden präsentieren wollen, der gegen Stefan Streit antritt, oder ob dieser unterstützt wird. Das seien aber Gedankenspiele. Siegers hält es jedoch eher für unwahrscheinlich, dass die FDP mit einem Kandidaten antritt. Wahrscheinlicher sei es, dass Stefan Streit unterstützt werde. Dieser sei zum Ortsparteitag eingeladen.

Beim Ortsverband der Grünen gibt es noch keine detaillierte Zeitplanung, wie die stellvertretende Vorsitzende Marielies Saatkamp. auf Anfrage mitteilt. Beim Stammtisch am 31. Januar werde die Kommunalwahl ein Thema sein. „Wir haben ja noch Zeit bis April.“ Dass es einen grünen Bürgermeisterkandidaten geben wird, glaubt Marielies Saatkamp nicht: „Ich wüsste nicht, wo der herkommen sollte.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7216143?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker