Vermisstenfall wird neu aufgerollt
Polizei gräbt nach einer seit 1957 vermissten Leiche

Rheine/Schapen -

Vor mehr als 60 Jahren verschwand in Schapen bei Hopsten ein damals 15-jähriger Junge. Jetzt gibt es Hinweise, wo die sterblichen Überreste liegen. Seit Montag gräbt die Polizei auf einem Acker nach der Leiche.

Dienstag, 14.01.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 15.01.2020, 20:59 Uhr
Auf einem Acker im emsländischen Schapen suchen Experten seit Montag nach den sterblichen Überresten eines Jungen, der seit 1957 vermisst wird.
Auf einem Acker im emsländischen Schapen suchen Experten seit Montag nach den sterblichen Überresten eines Jungen, der seit 1957 vermisst wird. Foto: Matthias Schrief

Nach etwas mehr als 60 Jahren nimmt die Polizei im Emsland die Spuren in einem Vermisstenfall wieder auf. „Es gibt Hinweise auf ein Tötungsdelikt im Zusammenhang mit einem 15-Jährigen, der im Jahr 1957 als vermisst gemeldet wurde“, sagt Corinna Maatje, Sprecherin der Polizeiinspektion Emsland/Grafschaft Bentheim.

Dienstagvormittag im norddeutschen Nieselwetter: Unweit der neuen katholischen St. Ludgerus-Kirche in der emsländischen 2400-Seelen-Gemeinde Schapen sind Spezialisten der Polizei Oldenburg mit Grabungsgerät angerückt. Auf einem Acker haben sie auf einem Quadrat von etwa fünf Mal fünf Metern ein circa ein Meter tiefes Loch ausgehoben. Eine Geologin aus der Niederlanden sucht immer wieder mit einem Bodensonargerät den Boden ab. An einer Stelle stecken die Beamten grüne Fähnchen in den Boden. Haben die Ermittler tatsächlich etwas gefunden?

Hinweise auf Tötungsdelikt vor 60 Jahren

„Dazu kann ich noch nichts sagen. Die Grabungen laufen noch“, sagte Maatje am Nachmittag. Auch über die Umstände, die die Polizei zur Grabung veranlasst haben, sagt die Polizeisprecherin nicht sehr viel. Ende vergangenen Jahres seien bei der Polizei in Lingen Hinweise auf einen mehr als 60 Jahre zurückliegendes Tötungsdelikt eingegangen. Die vagen Angaben eines 84-jährigen Mannes, der laut Maatje „möglicherweise an der Tat beteiligt gewesen sein könnte“, weisen Parallelen zu einem bislang ungeklärten Vermisstenfall von 1957 auf.

Auf dem Feldstück soll die Leiche eines 15-jährigen Jungen aus Schapen liegen, der damals erschlagen worden sein soll, erzählt man sich in Schapen. Der 84-Jährige habe nach dem Tod des angeblichen Täters den Hinweis gegeben. Die Polizei ist indes vorsichtiger in ihrer Einschätzung. „Das ist alles noch sehr vage. Wir warten die Ergebnisse der Grabungen ab“, sagt Maatje.

Die Gemeinde Schapen ist im angrenzenden nördlichen Kreis Steinfurt vor allem wegen eines Modehauses bekannt. Dessen Parkplatz liegt genau gegenüber zur Einfahrt der Grabungsstelle.

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