Westfälische Bauern ziehen Bilanz
Preise für Schweinefleisch werden steigen

Münster -

Sinkende Preise vor allem für Milch und die Dürrejahre belasten die Unternehmensergebnisse der Landwirte im Münsterland. Doch es gibt auch Hoffnung.

Mittwoch, 08.01.2020, 10:48 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 21:25 Uhr
Die Schweinebauern freuen sich aktuell über gute Preise. Doch die Furcht vor der Afrikanischen Schweinepest ist groß.
Die Schweinebauern freuen sich aktuell über gute Preise. Doch die Furcht vor der Afrikanischen Schweinepest ist groß.

Angesichts der sich in China weiter ausbreitenden Afrikanischen Schweinepest (ASP) müssen sich deutsche Verbraucher auf deutlich steigende Preise für Schweinefleisch einstellen. „In China werden Millionen Schweine getötet, um die Tierseuche in den Griff zu bekommen. Dadurch sinkt weltweit das Angebot, die Preise gerade für deutsches Schweinefleisch steigen aktuell“, sagte der Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband, Johannes Röring, in Münster.

Vor allem Milchbetriebe leiden

Die Einbußen und die hohe Nachfrage in Asien – auf China entfällt ein Viertel der weltweiten Schweineproduktion – würden sich auch bei den Preisen für Wurst und Fleisch in Deutschland zeigen. Trotz der aktuell für die schweinehaltenden Betriebe positiven Preissituation verzeichnete die gesamte Branche im abgelaufenen Wirtschaftsjahr einen Rückgang der durchschnittlichen Unternehmensergebnisse um 27 Prozent auf durchschnittlich 49.000 Euro.

Vor allem die Milchbetriebe leiden nach wie vor unter geringen Preisen für Milch, der aktuell zwischen 31 und 36 Cent liegt. „Dafür kann kaum ein Betrieb kostendeckend arbeiten“, sagte Röring beim traditionellen Presseabend auf Gut Havichhorst in Münster.

Röring tritt nicht mehr an

„Alle Betriebe haben mit vielfältigen Herausforderungen zu kämpfen“, sagte Röring. Er stellt sich nach acht Jahren im Amt im Februar nicht mehr zur Wiederwahl als westfälischer Bauernpräsident auf.

Zu den Problemen gehören politische Auseinandersetzungen über geplante Verschärfungen in der Tierhaltung und im Umweltrecht. Konkret geht es um Erweiterungen für Stallanlagen und den Streit zwischen Deutschland und der EU um die Nitratrichtlinien. Diese soll die Belastung des Wassers und des Bodens vor allem in Regionen mit intensiver Tierhaltung reduzieren. Landwirte fürchten aber, dass ihnen damit die Tierhaltung wirtschaftlich erschwert würde.

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