Akmaral Maksatbekkyzy möchte nach ihrem FSJ gerne bleiben
Deutschland-Fan aus Kirgisistan

Lüdinghausen -

Akmaral Maksatbekkyzy kommt aus Kirgisistan und absolviert derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten St. Elisabeth. Bereits seit zweieinhalb Jahren lebt die 24-Jährige in der Bundesrepublik, begeistert sich für Land und Leute, und möchte hier gerne eine Ausbildung machen.

Donnerstag, 02.01.2020, 09:00 Uhr
Akmaral Maksatbekkyzy bereitet den Nachmittagssnack für die Kleinen im Kindergarten St. Elisabeth vor, wo sie als FSJlerin arbeitet. Danach würde die Kirgisin gerne eine Ausbildung machen.
Akmaral Maksatbekkyzy bereitet den Nachmittagssnack für die Kleinen im Kindergarten St. Elisabeth vor, wo sie als FSJlerin arbeitet. Danach würde die Kirgisin gerne eine Ausbildung machen. Foto: Heidrun Riese

Von der Praktikantin zur Auswanderin: Ursprünglich kam Akmaral Maksatbekkyzy aus Kirgisistan nach Deutschland, um für ihr landwirtschaftliches Studium praktische Erfahrungen zu sammeln. Das war vor zweieinhalb Jahren, und die junge Frau ist immer noch da – weil es ihr so gut gefällt. Aktuell absolviert die 24-Jährige ein Freiwilliges Soziales Jahr im Kindergarten St. Elisabeth und sucht parallel nach einer Ausbildungsstelle.

Dass es die Kirgisin in die Bundesrepublik verschlagen hat, ist kein Zufall. „Als meine Schwester als Au-Pair in Deutschland war, hat sie mir viel erzählt und dann wollte ich auch gerne herkommen“, verrät Akmaral Maksatbekkyzy. So reiste sie für das Praktikum, Teil ihres Studiums der Agrartechnikverarbeitung in Osch im Süden des zentralasiatischen Binnenstaates, zunächst nach Rheinland-Pfalz.

Ich dachte, dass ein Jahr reichen würde, um Deutsch zu lernen.

Akmaral Maksatbekkyzy

Auf einem Erdbeerhof in Landau half die 24-Jährige beim Pflücken sowie Verkauf der süßen Früchte und stellte fest, dass die sprachlichen Hürden doch höher waren als erwartet. „Ich dachte, dass ein Jahr reichen würde, um Deutsch zu lernen“, sagt die junge Kirgisin. Aber auch nach einem weiteren Praktikum in einem Milchviehbetrieb im niedersächsischen Lingen war sie mit ihren Sprachkenntnissen nicht zufrieden.

Akmaral Maksatbekkyzy wollte sich weiter verbessern, hatte außerdem Gefallen an Land und Leuten gefunden – und hängte ein Jahr als Au-Pair-Mädchen dran, das sie bei einer Familie in Lünen verbrachte. „Da habe ich viel gelernt, auch über die Kultur“, berichtet die 24-Jährige. „Ich war ein richtiges Familienmitglied, das war eine sehr schöne Zeit.“ In der festigte sich auch der Wunsch, der bereits während der Praktika gewachsen war: Sie wollte gerne in Deutschland bleiben und hier eine Ausbildung absolvieren. Dafür, war Akmaral Maksatbekkyzy bewusst, musste sie aber noch weiter an ihren Deutschkenntnissen arbeiten.

Es macht mir großen Spaß, mit den Kindern ein Buch zu lesen.

Akmaral Maksatbekkyzy

Das macht sie seit Juni als FSJlerin im Kindergarten St. Elisabeth, dort gibt es im Alltag so manchen, teils unverblümten Tipp von den Kleinen. „Es macht mir großen Spaß, mit den Kindern ein Buch zu lesen“, verrät die junge Frau. „Sie sagen mir dann, wenn ich ein Wort falsch ausspreche oder erklären mir, was es bedeutet, wenn ich es nicht kenne.“

Dabei zeigt ihr der Umgang mit den Kleinen auch, wie gut sie sich mittlerweile verständigen kann. „Ich verstehe die Kinder und sie verstehen mich“, freut sich die 24-Jährige, die derzeit auf dem Hof von Familie Pernhorst in der Bauerschaft Aldenhövel wohnt und viel Freude an ihrer Arbeit hat.

Die beginnt jeden Morgen damit, dass sie beim Vorbereiten des Frühstücks hilft. Während des Vormittags unterstützt sie die Erzieherinnen in der U2-Gruppe. Mittags isst Akmaral Maksatbekkyzy zusammen mit den Zwei- bis Vierjährigen. „Nachmittags bin ich da, wo Hilfe gebraucht wird“, informiert sie.

Es gibt auch einen Bereich, für den die junge Kirgisin selbst Verantwortung trägt. Das ist der Nachmittagssnack. „Meistens gibt es Rohkost oder Obst“, verrät sie. „Paprika, Gurken, Äpfel oder Mandarinen zum Beispiel – und einmal in der Woche Kuchen.“ Sie schneidet die Snacks in kindgerechte Happen und freut sich jedes Mal über die strahlenden Gesichter, wenn sich die Kleinen ein Stück vom Teller nehmen dürfen. „Das macht mich glücklich.“

Noch glücklicher wäre Akmaral Maksatbekkyzy, wenn sie nach dem FSJ, das im Juni endet, direkt mit einer Ausbildung beginnen könnte, zum Beispiel in einem Reisebüro. „Ich reise selbst gerne“, verrät die 24-Jährige, die im Juli noch auf Heimatbesuch in Kirgisistan war. „Dort habe ich auch schon mal in einem Flugscheinbüro gearbeitet – als Kassiererin, ich habe aber auch Kunden beraten.“

Hier ist das Leben ganz anders als bei uns.

Akmaral Maksatbekkyzy

Ob nun im Reisebüro oder in einer ganz anderen Branche, auf jeden Fall möchte Akmaral Maksatbekkyzy in Deutschland bleiben. Warum es ihr das Land so angetan hat? „Hier ist das Leben ganz anders als bei uns“, erklärt sie. Während in Kirgisistan zu allen möglichen Anlässen groß aufgefahren werde, reiche hier auch eine einfache Tasse Kaffee, um zusammen eine gute Zeit zu haben.

Was ihr besonders gefällt, sind die Wertschätzung füreinander oder eine gute Leistung und der gegenseitige Respekt, – und auch die typisch deutsche Pünktlichkeit, die sie aus ihrer Heimat nicht kennt. „Hier sind alle so ehrlich, das finde ich gut“, ergänzt die 24-Jährige. Und ihr ist anzumerken: Ihre große Begeisterung für Deutschland und seine Bewohner, die ist auch ehrlich.

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