Familie Bömer sammelt mit selbst produzierten CDs Spenden
Mehr als ein originelles Geschenk

Nordwalde -

Medienarbeit ist der Familie Bömer nicht fremd. In der Weihnachtszeit sind Vater Christian, Sohn Julius und Tochter Sophia ein neues Projekt angegangen: Im Tonstudio haben sie Weihnachts-CDs aufgenommen. Diese verschenken sie an Familie, Freunde und Bekannte. Wer will, kann dafür etwas für den guten Zweck spenden.

Donnerstag, 19.12.2019, 19:00 Uhr
Im Tonstudio in Münster haben der neunjährige Julius Bömer und seine siebenjährige Schwester Sophia Weihnachtsmelodien aufgenommen.
Im Tonstudio in Münster haben der neunjährige Julius Bömer und seine siebenjährige Schwester Sophia Weihnachtsmelodien aufgenommen. Foto: Familie Bömer

Vor der Kamera standen Sophia (7) und Julius (9) bereits. Medienarbeit, natürlich immer kindgerecht und stressfrei, ist ihnen nicht neu. Doch als Vater Christian Bömer im vergangenen Jahr ein Tonstudio mietete, war das für die beiden doch etwas Besonderes. Schon damals spielten die Wichern-Grundschüler eine CD mit sechs Weihnachtsliedern ein.

Festliche Melodien, wie „Feliz Navidad“, „Alle Jahre wieder“ und „In der Weihnachtsbäckerei“, waren darunter. Verschenkt wurden die CDs als individuelles Präsent zum Fest im Kreis der Familie. Das kam gut an. Die Kinder hatten Riesenspaß dabei, ihre Lieder-CD einzusingen, von Leistungsdruck keine Spur. Das ist ihren Eltern ganz besonders wichtig. Nach mehreren Stunden im Studio fragten Sophia und Julius nur: „Wie, schon Schluss?“, erzählen die Eltern. Tochter und Sohn waren kaum zu bremsen.

Von Mariah Carey bis zu Bruce Springsteen

So lag es nahe, auch in diesem Jahr von Nordwalde aus ins Tonstudio nach Münster zu fahren. „Die Kinder waren intensiver vorbereitet als beim letzten Mal“, sagt Bömer. So wollten die beiden unter anderem zwei englische Songs einsingen. „Last Christmas“ von der Band „Wham“ und den Klassiker „Santa Claus is coming to town“, das große Künstler von Mariah Carey bis hin zu Bruce Springsteen bereits interpretiert haben. Diesmal wurde aus der CD-Produktion allerdings mehr als ein originelles Geschenk für die Familie.

Der RTL-Spendenmarathon im TV zeigte Sophia und Julius eindringlich, dass es Kindern nicht überall auf der Welt gut geht. „Als sie hörten, dass manche von einer Hand Reis pro Tag leben oder in Minen arbeiten müssen, waren meine Tochter und mein Sohn sehr betroffen“, sagt der Vater. „Papa, können wir nicht auch etwas für diese Kinder tun?“, bemerkte Julius spontan und seine Schwester dachte genauso. So war die Idee geboren, mit Hilfe der Weihnachts-CD Spenden zu sammeln.

Die nächsten 50 CDs sind schon produziert

„Wir verkaufen sie nicht, sondern verschenken sie“, betont Bömer. Wer will, kann etwas für den guten Zweck spenden. Weit mehr als 100 CDs wurden bereits verschenkt. „Wir haben sie selbst gebrannt, die Coverbilder ausgedruckt und alles in die Hüllen gesteckt“, sagt Vater Bömer. Noch ist die Aktion nicht zu Ende, die nächsten 50 CDs sind schon produziert. „Es macht mich als Vater sehr stolz, dass meine Kinder spontan auf die Idee kamen, auf diese Weise Spenden zu sammeln.“ Für Mutter Vanessa war die 2019er-CD eine große Überraschung. „Es war schon etwas schwierig für uns, zu den Tonaufnahmen zu fahren, ohne dass sie etwas merkte“, erklärt Bömer.

Wie es für Sophia und Julius im Tonstudio war? „Dort zu singen, ist schon etwas anderes, als wenn man sonst singt“, sagt Julius. „Manche Lieder muss man wiederholen.“ Die englischen Songs waren am Schwierigsten. „Meine Kinder haben sie sich in einer Art Lautschrift aufgeschrieben, um die Worte korrekt auszusprechen“, erläutert Bömer. „‚Santa Claus is coming to town‘ haben wir in der Schule vorgesungen, weil wir den Lehrern auch eine CD schenkten“, so Julius. „Das war ziemlich cool.“

Ehrliche Lieder von Kindern gesungen

„Im Tonstudio setzt man sich einen Kopfhörer auf, dann wird Musik zum Beispiel von Helene Fischer abgespielt“, erklärt Sophia. Sobald die Stimme dazu zu hören war, sangen die Kinder mit. „Bei ‚Schneeflöckchen‘ war es besonders schwierig, weil es keine Stimme gab.“ Diese Vorlage war eine reine Instrumentalaufnahme.

Wer eine CD geschenkt bekommen hat, war begeistert. „Ist die aber schön“, lauteten zahlreiche Kommentare, erzählt die Familie. Die beiden Kinder sind keine ausgesprochenen Gesangsprofis, doch gerade das kam gut an. Die CD gefiel, weil eben nicht alles hundertprozentig perfekt war. „Da hörte man schon mal einen halbschiefen Ton, die Aufnahmen waren nicht auf Hochglanz poliert und dreimal durch die Tonoptimierung gejagt“, sagt Bömer. Ehrliche Lieder von Kindern gesungen – so etwas lieben die Leute eben. Das gesammelte Spendengeld will die Familie Eins-zu-eins an eine Kinderhilfsorganisation überreichen.

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