Zugstrecke Münster–Lünen
Geduldsprobe für Bahnfahrer: Sanierungsarbeiten ab Januar 2020

Für Bahnfahrer auf der Strecke Münster–Lünen–Dortmund dauert der Advent diesmal etwas länger: Bis zum 5. Januar bleibt alles so, wie es jetzt ist. Dann beginnt die Sanierung des maroden Bahndamms – ein 30-Millionen-Euro-Projekt, für das die Bahnstrecke mindestens sieben Monate lang voll gesperrt wird. Am Freitag stellte die Bahn die Pläne für den Schienenersatzverkehr vor.

Freitag, 06.12.2019, 18:24 Uhr aktualisiert: 06.12.2019, 21:18 Uhr
Zugstrecke Münster–Lünen : Geduldsprobe für Bahnfahrer: Sanierungsarbeiten ab Januar 2020
Ein Zug der Eurobahn fährt vor der Sanierung der Bahnlinie zwischen Lünen und Münster über das Gleisbett. Foto: dpa

Die Probleme auf der Strecke, die so stark belastet ist, dass viele auf einen zweigleisigen Ausbau hoffen, verschärften sich vor rund anderthalb Jahren. Offenbar durch die anhaltende Trockenheit bildeten sich im Damm, auf dem die Gleise liegen, lange Längsrisse. Betroffen sind ein 3,3 Kilometer langer Abschnitt bei Werne und 1,9 Kilometer bei Ascheberg. Fortan durften die Züge des Nahverkehrs stellenweise nur noch langsam fahren, Güter- und Fernverkehr wurden umgeleitet.

Inzwischen haben die Experten der Bahn einen Plan, wie sie den Damm kitten wollen. Auf beiden Seiten der Gleise werden Spundwände längs in den Boden gerammt: etwa 8500 1,2 Meter breite Teile, zusammen eine Stahlfläche von 70 000 Quadratmetern. Am 6. Januar geht’s los. Zeitgleich arbeiten sich sich Fachleute vom Bahnhof Werne Richtung Süden und von Ascheberg Richtung Norden vor. Gearbeitet wird tagsüber. Die Züge enden dann in Davensberg und in Lünen.

Herzstück des Schienenersatzverkehrs ist ein Busplan mit drei Linien:

BuslinieA  ver­kehrt zwischen Davensberg und Lünen. Besonderheit: Der Bus stoppt nicht nur an den Bahnhöfen. sondern hält zwischendurch auch an Haltestellen in den Orten Ascheberg und Werne.

BuslinieB verbindet den Bahnhof Werne mit dem Bahnhof Davensberg und stoppt nur einmal am Stadthaus Werne. Dadurch ist er eine halbe Stunde schneller.

BuslinieC stellt eine neue Verbindung zwischen Davensberg und Bahnhof Selm her – für alle, die dort in Züge Richtung Lünen/Dortmund oder Dülmen umsteigen möchten.

Münster–Dortmund: Fast die Hälfte der Fahrgäste fährt die ganze Strecke. Die Bahn geht davon aus, dass sie während der Bauzeit den Fernverkehr über Hamm nutzen, der zum selben Preis abgerechnet werden soll.  Apropos Fahrpreis: Kunden mit Abonnement bekommen wegen der Unannehmlichkeiten zwei Monate geschenkt, Erste-Klasse-Passagiere bekommen die Differenz erstattet. Insgesamt wird der Schienenersatzverkehr zwischen zwei und drei Millionen Euro kosten.

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