In Telgte wird ein weiterer Anstieg erwartet
Immer mehr Obdachlose

Telgte -

Die Zahl der Wohnungslosen in Telgte wächst. Und ein weiterer Anstieg wird erwartet. Die Gründe sind vielfältig.

Montag, 18.11.2019, 12:50 Uhr aktualisiert: 18.11.2019, 14:59 Uhr
So weit wie auf diesem Symbolbild will es die Stadt Telgte nicht kommen lassen. Bürger, die ihre Wohnung verloren haben, versucht sie, in städtischen Unterkünften unterzubringen.
So weit wie auf diesem Symbolbild will es die Stadt Telgte nicht kommen lassen. Bürger, die ihre Wohnung verloren haben, versucht sie, in städtischen Unterkünften unterzubringen. Foto: dpa

Die Zahl der Obdachlosen hat in Telgte in den vergangenen Jahren stark zugenommen. War es 2016 nur ein Wohnungsloser, der der Verwaltung bekannt war, so stieg die Anzahl auf fünf (2017), zehn (2018) und 15 im laufenden Jahr.

„Und wir gehen davon aus, dass die Zahlen weiter steigen werden“, sagte Thomas Riddermann, Leiter es Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, in der Sitzung des jüngsten Sozialausschusses. „Gerade auch wegen der Mietpreisentwicklung“, fügte Bürgermeister Wolfgang Pieper hinzu. „In allen Wachstumsregionen steigt die Zahl der Obdachlosen, weil der Wohnraum immer teurer wird. Ein Ausweg ist, sozial geförderten Wohnraum zu schaffen – wie in Telgte-Süd.“

Bei einigen ist allerdings nichts mehr zu retten.

Martina Kantel

Zehn der Obdachslosen – dabei handelt es sich um acht Männer im Alter von 35 bis 55 Jahren sowie um zwei 81 und 83 Jahre alte Frauen – sind in vier städtischen Wohnungen beziehungsweise Unterkünften untergebracht.

Gründe sind vielfältig

Die Gründe für die Obdachlosigkeit sind der Verlust der eigenen Wohnung zum Beispiel gegen Zwangsräumung oder Eigenbedarfs, der Verweis aus der eigenen Wohnung zum Beispiel wegen häuslicher Gewalt innerhalb der Familie, das Verlassen der Wohnung aufgrund häuslicher Gewalt oder Trennung und das Fehlen von bezahlbarem Wohnraum.

Unterstützt werden die Wohnungslosen seitens der Stadt von Diplom-Sozialpädagogin Martina Kantel, zum Teil in Zusammenarbeit mit Mitarbeitern vom Sozialpsychiatrischen Dienst des Kreises Warendorf.

In eigenen vier Wänden bleiben

Thomas Riddermann betonte, dass zunächst alles versucht werde, dass die Betroffenen in ihren eigenen vier Wänden bleiben könnten oder bei Verwandten oder Freunden unterkämen. „Viele kommen aber zu spät zu uns. Trotzdem versuchen wir alles“, so Riddermann. „Bei einigen ist allerdings nichts mehr zu retten. Zum Beispiel wenn jemand regelmäßig randaliert. Dann macht auch ein Gespräch mit seinem Vermieter keinen Sinn mehr“, fügte Martina Kantel hinzu.

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