Ludger Lindenbaum restauriert historische Traktoren
Keine Tüftelei ist ihm zu schwer

HorstmaR-Leer -

Ludger Lindenbaum haben es alte und reparaturanfällige Trecker angetan. Nun setzte er einen „Lanz-Aulendorf“ wieder in Stand.

Sonntag, 20.10.2019, 16:00 Uhr
Der „Lanz-Aulendorf“-Traktor (oben l.) aus dem Jahr 1954 verfügt über eine zugkräftige Maschine. Der „Lanz-Aulendorf“ erstrahlt nach dem Einsatz von Ludger Lindenbaum in frischem Glanz. Der fröhliche Konvoi bei der „Jungfernfahrt“ (Bild unten).
Der „Lanz-Aulendorf“-Traktor (oben l.) aus dem Jahr 1954 verfügt über eine zugkräftige Maschine. Der „Lanz-Aulendorf“ erstrahlt nach dem Einsatz von Ludger Lindenbaum in frischem Glanz. Der fröhliche Konvoi bei der „Jungfernfahrt“ (Bild unten). Foto: NIx

Ludger Lindenbaum wohnt abwechselnd in Burgsteinfurt und Münster. Seiner wahren Leidenschaft geht er jedoch auf einem Hof in Leer-Haltern nach. Dort stehen vier Oldtimer-Traktoren, in die er viel Arbeit investierte. Eine ganz besondere Freude ist es, wenn ein restaurierter Schlepper schließlich „getaucht“ wird.

Mit lecker Essen und Trinken feiert Lindenbaum im Kreis von rund 25 Freunden die Fertigstellung nach teilweise jahrelanger Tüftelei. „Ich bin kein Maschinenschlosser“, sagt der Liebhaber historischer Fahrzeuge, „doch es reizt mich, auch scheinbar hoffnungslos defekte Maschinen wieder herzustellen“.

Vor rund zwei Wochen stand die Taufe von „Gustav IV“ auf dem Programm. Lindenbaums Lebenspartnerin Brigitte durfte die feierliche Zeremonie vornehmen, die einer zünftigen Schiffstaufe glich. Zwar zerschellte die Sektflasche erst beim zweiten Mal, doch das passiert eben hin und wieder. Muss ja kein schlechtes Zeichen sein. Vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den „Schweiß“ gesetzt.

Bis „Gustav“ ein „Lanz-Aulendorf“-Trecker aus dem Jahr 1954, wieder gemütlich über den Acker tuckern konnte, war es ein weiter Weg. „Das besondere Problem bestand darin, dass der Motor einen Kurbelwellenschaden hatte“, erläutert der passionierte Hobby-Reparateur. Er baute einen ehemaligen Standmotor ein, der ursprünglich einen Generator auf einem Schiff antrieb.

Dazu war eine weitreichende Umrüstung notwendig. Manche, die von dem Projekt wussten, waren zunächst pessimistisch, doch schließlich kam Lindenbaum mit einem älteren, erfahrenen Mitarbeiter der ehemaligen „MWM-Motorenwerke“ in Kontakt. Der machte ihm Mut, betonte aber auch, dass viel Arbeit auf ihn zukomme.

„Ich habe diesen Motor wohl dreimal auseinandergenommen“, erinnert sich der Treckerfan, „manchmal war ich der Verzweiflung nahe.“ Das Aggregat war zu lang und dreifach gelagert, während der ursprüngliche Motor nur zweifach gelagert war. Eine echte Herausforderung, doch der Bastler gab nicht auf.

„Ich wurde immer wieder in meiner Arbeit zurückgeworfen, weil ein Bauteil nicht passte.“ Er werkelte bis die „Jungfernfahrt“ des frisch wiederhergestellten „Lanz-Aulendorf“ seinen Optimismus bestätigte.

Auch der Landmaschine wurde nichts geschenkt. Sie musste die anderen drei Oldtimer plus einen großen Reifen an Stangen über den Acker ziehen und bestand die Probe mit Bravour.

„Ich restauriere wirklich gerne“, sagt Lindenbaum. Sein erster Traktor war ein Deutz Baujahr 1951, dann folgte ein „Schlüter DS 25“ von 1950. Der war vollständig defekt, so dass seine Wiederherstellung zweieinhalb Jahre dauerte. Der Schwiegersohn des Restaurators vermittelte einen „Schlüter AS 180“, ein sehr seltenes Modell, das nur rund 215 Mal gebaut wurde. „Wenn ich Lust daran verspüre, nehme ich mir einen meiner Trecker und fahre los“, sagt der Fan alter Landmaschinen.

1999 besuchte er das erste Mal den „Historischen Feldtag“ in Nordhorn, initiiert vom Nordhorner Treckerclub. Das ist einer der größten Events seiner Art in der Region. Nahezu 20 Mal war er schon dort.

Im Schuppen harren noch ein altes DKW-Moped und ein betagter VW Käfer ihrer Erneuerung. So schnell gehen dem leidenschaftlichen Tüftler die Objekte wohl nicht aus.

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