Ochtruper wegen Gefährdung des Straßenverkehrs vor Gericht
Geschehnisse bleiben im Dunkeln

Ochtrup/Metelen/Steinfurt -

Wegen Gefährdung des Straßenverkehrs unter Alkoholeinfluss und Unfallflucht musste sich ein Ochtruper am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Doch die Geschehnisse der Nacht blieben noch im Dunkeln.

Donnerstag, 17.10.2019, 05:00 Uhr
Ein Ochtruper musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten.
Ein Ochtruper musste sich am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt verantworten. Foto: dpa

Eine Zehn-Stunden-Schicht, dann nichts gegessen und beim Schützenfest in Welbergen mit Freunden dem Alkohol zugesprochen. Für einen 27-jährigen Ochtruper könnte die Nacht vom 29. auf den 30. Mai dieses Jahres weitreichende Folgen haben. Die Staatsanwaltschaft klagte am Mittwoch vor dem Amtsgericht Steinfurt den Ochtruper an, vorsätzlich in betrunkenem Zustand ein Kraftfahrzeug geführt zu haben, dabei einen Begrenzungspfahl auf dem Welbergener Damm beschädigt und sich unerlaubt vom Unfallort entfernt zu haben. Es sei ein Sachschaden von etwa 1500 Euro entstanden.

Der Angeklagte schilderte dem Gericht das Geschehen aus seiner Betrachtung. Da-nach könne er sich an das Geschehen in dieser Nacht fast gar nicht mehr erinnern. Wohl habe er eine vage Vorstellung davon, dass er auf dem Beifahrersitz seines Autos eingeschlafen sein müsse und erst durch die Ansprache der Polizei wieder aufgewacht sei. Nach einer kurzen Unterhaltung sei er nach Hause gegangen und habe sich ausgeschlafen, bis die Polizei ihn aufsuchte und ihm sein Fehlverhalten direkt vorhielt. Nach Einschätzung des Angeklagten habe er das Auto nicht selbst geführt, er könne allerdings auch nicht sagen, wer in dieser Nacht gefahren sei. Auf Nachfragen habe sich keiner seiner Freunde dazu geäußert. Außerdem sei seit dieser Nacht der Autoschlüssel spurlos verschwunden.

Die Auskunft gegenüber der Polizei, er sei mit einem Taxi nach Hause gefahren, bezeichnete der Angeklagte am Mittwoch als Schutzbehauptung, weil er nicht vermeintlich unschuldig in eine Straftat verwickelt sein wollte.

Die entnommene Blutprobe ergab im Labor der Uniklinik Münster um 11.30 Uhr noch einen Blutalkoholgehalt von 1,16 Promille. Es sei davon auszugehen, dass zum Zeitpunkt des Unfalls der Wert ungleich höher gewesen sein muss.

Da einer der geladenen Zeugen unentschuldigt der Verhandlung fern geblieben war, auf Antrag der Staatsanwältin jedoch noch gehört werden soll, unterbrach die Richterin das laufende Verfahren. Voraussichtlich am Mittwoch (23. Oktober) soll die Verhandlung fortgesetzt werden.

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