Liquiditätprobleme gelöst
Gemeinde Lotte erwirbt Rechte an Sportfreunde-Gebäuden

Lotte -

Die aktuellen Liquiditätsprobleme der Sportfreunde Lotte sind offenbar bald gelöst. Die Gemeinde wird vom Verein die Rechte an der Geschäftsstelle, der Turn- und Gymnastikhalle und der Umkleiden der Westtribüne erwerben. Voraussetzung dafür ist die Ausgliederung des Profifußballs aus dem Gesamtverein.

Freitag, 11.10.2019, 16:30 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 19:10 Uhr
Die Rechte an der von den Sportfreunden erbauten der Geschäftsstelle (Foto), Turn- und Gymastikhalle und den beiden Umkleiden an der Westtribüne hat die Gemeinde Lotte von den Sportfreunden erworben.
Die Rechte an der von den Sportfreunden erbauten der Geschäftsstelle (Foto), Turn- und Gymastikhalle und den beiden Umkleiden an der Westtribüne hat die Gemeinde Lotte von den Sportfreunden erworben. Foto: Manfred Mrugalla

Die Gemeinde Lotte hat das – zunächst im Dringlichkeitsverfahren, am Donnerstag dann auch mit Genehmigung des Rates – so beschlossen. Mit der guten halben Million Euro an Ausgleichszahlung für die Investitionen des Vereins in den Breitensport, die in den kommenden Wochen fließen soll, hätten die Sportfreunde ihre groben Finanzsorgen beseitigt.

„Der Verein hat kein Vermögensproblem“, betonte der unabhängige Wirtschaftsprüfer Reimond Menke aus Hagen a.T.W., der für die Gemeinde die finanzielle Situation der Sportfreunde untersucht hat. „Die Sportfreunde haben nicht schlicht um Problemlösung gebeten. Sie hatten alle erbetenen Unterlagen schnell eingereicht und auch gleich einen Lösungsvorschlag eingebracht. Sie haben vorgeschlagen, dass es Geld gegen das Recht an Gebäuden gibt, die sie errichtet hatten. Sie haben sehr konstruktiv an der Gestaltung des sechs, sieben Seiten langen Vertrags mitgearbeitet.“

Große Investitionen in den letzten Jahren

„SFL hatte in den vergangenen Jahren viel investieren müssen in die geforderte Stadionkapazität und in die Rasenheizung“, sagte Bürgermeister Rainer Lammers. Bislang habe es fast keine finanzielle Beteiligung von der Gemeinde an den infrastrukturellen Kosten der Sportfreunde gegeben. Die Infrastruktur käme zu 90 Prozent dem Breitensport und nur zu zehn Prozent dem Profisport zugute, so Menke.

Wir waren mit dem Gebäudebau mehrmals in Vorleistung gegangen. Das gibt es bei anderen Vereinen der Gemeinde so nicht.

Manfred Wilke, Sportfreunde Lotte

„Wir waren mit dem Gebäudebau mehrmals in Vorleistung gegangen. Das gibt es bei anderen Vereinen der Gemeinde so nicht“, sagte SFL-Macher Manfred Wilke, der zudem betonte: „Der Verein ist gesund. Er hat riesige Werte.“ Das war wohl auch ein Seitenhieb in Richtung Grünen-Fraktionschef Dieter Hörnschemeyer. Dieser wollte in der Ratssitzung am Donnerstag beantragen, dass dem Rat ein Plan vorlegen soll, wie er im Falle einer Insolvenz der Sportfreunde verfahren solle. Doch Hörnschemeyer hatte seinen Antrag zu spät eingereicht.

Gemeinde gleicht Ungleichgewicht aus

Der Verein, Wirtschaftsprüfer und die Fraktionschefs von CDU, SPD und FDP betonten geschlossen, dass das Ungleichgewicht bei der Unterstützung der Sportvereine innerhalb der Gemeinde Lotte nun ausgeglichen werde – wohl mit Blick auf den SV Büren und SC Halen, die jeweils zwei Rasenplätze und die Umkleiden von der Gemeinde komplett bezahlt bekamen; der SC Halen zudem eine Tartanbahn.

Der Profisport wird weiterhin nicht von der Gemeinde unterstützt.

Bürgermeister Rainer Lammers

„Der Breitensport bei den Sportfreunden gerät in der Öffentlichkeit immer ein wenig in den Hintergrund, obwohl dort gute Arbeit geleistet wird“, sagte Lammers: „Der Profisport wird weiterhin nicht von der Gemeinde unterstützt.”

Profi-Abteilung wird ausgegliedert

Voraussetzung der Gemeinde für die Rechteübertragung der besagten Gebäude ist die Ausgliederung des Profifußballs aus dem Gesamtverein und weitere Sparmaßnahmen. „Wir sind in der Planung. Ziel ist die Umsetzung bis Februar“, sagte SFL-Aufsichtsrat und Gemeinderat Horst Petersson zur Ausgrenzung. Wilke ergänzte, dass erste Sparmaßnahmen vorgenommen wurden und weitere im Breitensport in Angriff genommen werden.

Alle Beteiligten äußerten die Hoffnung, dass nach einem turbulenten halben Jahr nun mehr Ruhe rund um den Verein Einzug hält.

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