Deutsche Glasfaser erhält Zuschlag für Breitbandausbau im Kreis Warendorf
160 Millionen fürs schnelle Netz

Kreis Warendorf -

Um Mitternacht war die Frist abgelaufen. Das Timing passte: In der letzten Kreistagssitzung vor den Ferien informierte Landrat Dr. Olaf Gericke, dass die „Deutsche Glasfaser“ den Breitbandausbau im Kreis flächendeckend umsetzen wird. Das Unternehmen hat die europaweite Ausschreibung sowohl im Nord- als auch im Südkreis gewonnen.

Freitag, 11.10.2019, 12:02 Uhr
Bis zum Jahr 2023 soll das Breitband-Netz im Kreis fertig sein. Den Zuschlag für den Ausbau der Netzlücken hat das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ erhalten.
Bis zum Jahr 2023 soll das Breitband-Netz im Kreis fertig sein. Den Zuschlag für den Ausbau der Netzlücken hat das Unternehmen „Deutsche Glasfaser“ erhalten. Foto: Deutsche Glasfaser

Bis zum Jahr 2023 soll das Breitband-Netz fertig sein. Schon bald will die „Deutsche Glasfaser“ die Ausbauplanungen vorstellen. Sowohl im Nord- als auch im Südkreis sollen bereits im ersten Halbjahr des kommenden Jahres Leitungen gelegt werden.

Vom schnellen Internet profitieren werden dann 13 500 private Haushalte, 2100 Gewerbebetriebe und 50 Schulen. „Die Bereitstellung eines gigabitfähigen Netzes ist ein entscheidender Faktor für unsere Infrastruktur. Der Glasfaserausbau gehört zu den größten Investitionen in der Geschichte des Kreises Warendorf und ist das derzeit in Deutschland größte Projekt dieser Art“, sagte Gericke, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (gfw) ist.

Diese hatte das Projekt im Auftrag des Kreises koordiniert. Nach den Worten von Geschäftsführerin Petra Michalczak-Hülsmann habe man mit der Deutschen Glasfaser (Motto: „Heimat 4.0“) ein Unternehmen gewonnen, das die Breitbandversorgung ländlicher Regionen bundesweit ausbaut und anbieteroffene Glasfaser-Direktanschlüsse für Privathaushalte und Unternehmen auch im Kreis Warendorf schon bereitstellt.

Der Glasfaserausbau gehört zu den größten Investitionen in der Geschichte des Kreises Warendorf und ist das derzeit in Deutschland größte Projekt dieser Art.

Landrat Dr. Olaf Gericke

Insgesamt werden 160 Millionen Euro Fördermittel für die schrittweise Schließung der Netzlücken im Kreis aufgewendet. 80 Millionen Euro kommen vom Bund und 64 Millionen Euro vom Land. Der Kreis selbst steuert einen Eigenanteil von 16 Millionen Euro bei.

Die „Deutsche Glasfaser“ mit Sitz in Borken wird überall da mit dem Ausbau beginnen können, wo bisher kein privatwirtschaftlicher Ausbau möglich und eine Übertragungsrate von weniger als 30 Mbit vorhanden ist. So können bisher unterversorgte Gebiete dem Hochgeschwindigkeitsnetz angeschlossen werden. 3250 Kilometer Leerrohre werden verlegt für 9100 Kilometer Glasfaserleitungen.

Der Kreis hatte als einer der ersten geänderte Förderrichtlinien für sich genutzt und kann nun von der gewaltigen Fördersumme profitieren. „Wir haben alles richtig gemacht“, freute sich Gericke. Der Landrat wies darauf hin, dass „die ländlich geprägten Kreise in Deutschland weiter aufholen und durch ein flächendeckendes reines Glasfasernetz als Wohn- und Wirtschaftsstandort immer attraktiver werden.“

Diese Einschätzung teilt auch der Chef der „Deutschen Glasfaser“, Uwe Nickl. Die kluge Kombination aus privatwirtschaftlichem Netzausbau im ersten und die Schließung der Netzlücken mit Fördermitteln im zweiten Schritt sei erfolgreich. „So haben wir etwa 30 000 Haushalte privatwirtschaftlich angeschlossen. Über 13 000 geförderte Anschlüsse kommen jetzt dazu.“

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