Statistik über Nutzungsarten von Bodenflächen
Die Wüste wächst – die Wöste auch

Greven -

Die Statistiker von IT Nordrhein-Westfalen haben gemessen und heraus gefunden, dass Ende des vergangenen Jahres 80,0 Prozent – gleich 112,24 Quadratkilometer – des Grevener Stadtgebietes aus Vegetation besteht. In etwa gleich dem Durchschnitt im Kreis. Aber: Tendenz abnehmend. Denn: Der Bereich, der unter den Begriff „Siedlung“ fällt, nimmt stetig zu.

Freitag, 11.10.2019, 11:08 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 11:10 Uhr
Ein typisches Bild von Greven? Nein, das ist nicht der Blick auf Rathaus und Kirchturm. Denn das Grevener Stadtgebiet von 140 Quadratkilometern besteht zu 80 Prozent aus Vegetation, der Großteil davon aus der Landwirtschaft.
Ein typisches Bild von Greven? Nein, das ist nicht der Blick auf Rathaus und Kirchturm. Denn das Grevener Stadtgebiet von 140 Quadratkilometern besteht zu 80 Prozent aus Vegetation, der Großteil davon aus der Landwirtschaft. Foto: Wilfried Gerharz

„Die größte Stadt in Engelland ist London an der Themse. Das größte Dorf im Münsterland ist Greven an der Emse.“ Ein uralter Spruch, der gerne zitiert wird, aber nicht mehr stimmt. Denn zum einen ist aus dem Dorf eine Stadt geworden, zum anderen ist Rheine die größte Stadt im Kreis Steinfurt und Münster die größte im Münsterland. Aber: Mit 140,26 Quadratkilometern ist Greven schon eine Hausnummer.

Wobei: Stadtgebiet natürlich relativ ist. Denn: Die Statistiker von Information und Technik Nordrhein-Westfalen als Statistisches Landesamt haben gemessen und heraus gefunden, dass Ende des vergangenen Jahres 80,0 Prozent – gleich 112,24 Quadratkilometer – des Stadtgebietes aus Vegetation besteht. In etwa gleich dem Durchschnitt im Kreis. Aber: Tendenz abnehmend. Denn: Der Bereich, der unter den Begriff „Siedlung“ fällt, nimmt stetig zu.

Der größte Teil der Stadt dient der Landwirtschaft (60,8 Prozent). Auf 85,32 Quadratkilometern beackerten Ende 2018 die Landwirte ihre Felder und Äcker. Und das sind immerhin 0,38 Quadratkilometern weniger als ein Jahr zuvor. Hier gilt: Tendenz weiter sinkend. Denn die Stadt bekommt immer mehr Wohnbaufläche (5,9 Quadratkilometer) – unter anderem in der Wöste – und Industrie- und Gewerbefläche (3,09 Quadratkilometer) zum Beispiel im Airportpark.

17,6 Prozent der städtischen Fläche besteht aus Wald (15,8 Prozent) und Gehölz (1,8 Prozent) – was immer man darunter zu verstehen hat. 1,5 Prozent der Fläche Grevens sind Unland, was als vegetationslose Fläche definiert wird – Tendenz steigend. Eine wachsende Wüste in Greven? Oder ist da doch etwas anderes gemeint? Das wird von den Statistikern leider nicht näher erläutert.

Erstaunlich: Der Platz, der für den „Verkehr“ reserviert ist, hat sogar von Ende 2017 auf Ende 2018 abgenommen. Insgesamt waren 7,1 Prozent der Stadtfläche für Verkehr reserviert. Der Anteil des Straßenverkehrs nahm von 4,2 auf 4,17 Quadratkilometer ab – wo auch immer.

2,80 Quadratkilometer der Stadt bestehen im übrigen aus Wasser. Fließgewässer, Hafenbecken und stehende Gewässer fallen darunter. Erstaunlich: Fließgewässer nehmen 1,4 Prozent des Stadtgebietes ein, der Platz ist aber von 2017 auf 2018 um 0,03 Quadratkilometer gewachsen. Ob das mit der Renaturierung der Ems zu tun hat? Ander wäre ein solches Wachstum wohl kaum zu erklären, oder doch?

Die Statistiker haben sich jedenfalls ein kleines Hintertürchen offen gelassen. „Aufgrund fachlicher und methodischer Umstellungen (auf ALKIS) in allen Katasteramtsbezirken ist der Vergleich der Flächendaten mit früheren Jahren erheblich eingeschränkt“, heißt es.

Ja dann . . .

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6992704?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker