Nach Brand an Schulze-Bremer-Straße
Männliche Leiche bei Evakuierung gefunden

Senden -

Bei einem Brand am Sonntag in Senden wurden sämtliche Wohnungen des Hochhauses geräumt. Bei der Evakuierung an Schulze-Bremer-Straße stießen Einsatzkräfte auf eine männliche Leiche. Sie muss dort Wochen oder Monate in der Wohnung gelegen haben.

Mittwoch, 25.09.2019, 20:06 Uhr aktualisiert: 25.09.2019, 21:05 Uhr
In dem Hochhauskomplex, der während des Brandes in der Nacht zu Sonntag evakuiert worden ist, haben Einsatzkräfte einen Leichnam aufgefunden.
In dem Hochhauskomplex, der während des Brandes in der Nacht zu Sonntag evakuiert worden ist, haben Einsatzkräfte einen Leichnam aufgefunden. Foto: di

Die Fenster im Treppenhaus sind weit geöffnet, denn im Hausflur sticht noch der Geruch von Qualm in die Nase. Doch es wird noch einige Tage dauern, bis die Spuren des Brandes an der Schulze-Bremer-Straße verschwunden sind – und auch sonst wieder Normalität einkehrt. Dazu trägt nicht nur bei, dass die Bewohner mitten in der Nacht aus dem Schlaf gerissen wurden und der Hochhauskomplex evakuiert wurde, sondern auch eine weitere Nachricht, die die Polizei auf WN-Anfrage jetzt bestätigt: Im Zuge der Räumung der Wohnungen in dem siebenstöckigen Gebäude sind die Einsatzkräfte auf eine Leiche gestoßen.

Leichnam lag längere Zeit in Wohnung

Rolf Werenbeck-Ueding, Leiter der Pressestelle der Kreispolizeibehörde, berichtet, dass es sich um eine männliche Person gehandelt habe, die in einer Wohnung entdeckt worden ist. Dort muss sie schon einen längeren Zeitraum gelegen haben, denn die Einsatzkräfte seien im Zuge der Evakuierung auf eine „teilskelettierte Leiche“ gestoßen, bestätigt die Kreispolizei weiter. Sie hat, wie in diesen Fällen immer üblich, ein Todesfallermittlungsverfahren aufgenommen mit dem Ziel, festzustellen, ob eine Straftat vorliegt.

In dieser Frage sind die Beamten inzwischen zu wichtigen Ergebnissen gelangt: Die Rechtsmedizin der Uni Münster hat die Kripo mündlich benachrichtigt, dass es keine Hinweise auf ein Verbrechen gibt; der schriftliche Obduktionsbericht liegt der Kripo aber noch nicht vor. „Ein Verbrechen ist momentan auszuschließen“, so Werenbeck-Ueding.

Ein Verbrechen ist momentan auszuschließen.

Polizeisprecher Rolf Werenbeck-Ueding

Die Polizei muss in den „nicht seltenen“ Fällen von Leichenfunden – „das gehört zur polizeilichen Alltagsarbeit“ – jeweils prüfen, ob die Öffentlichkeit informiert werden sollte. Der dafür notwendige Erkenntnisstand, so der Pressesprecher, habe in diesem Fall aber noch nicht vorgelegen. „So weit waren wir noch nicht.“ Nähere Angaben zur Person und zur Todesursache macht der Polizeihauptkommissar nicht.

Der Mann, der in seiner eigenen Wohnung aufgefunden worden sein soll, lebte wohl sehr zurückgezogen – denn vermisst hat ihn offenbar keiner. Und auch der Geruch, der längst ins Treppenhaus gedrungen sein muss, hat niemanden stutzig gemacht.

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