Landgericht
Freispruch für 65-jährigen Havixbecker

Havixbeck/Münster -

Für den Angeklagten gehörte der Prozess wohl zu einen seiner schwersten Tage. Es folgte aber auch ein Tag der großen Erleichterung. Nach drei Verhandlungstagen dann die erlösenden Worte: Das Landgericht sprach den 65-jährigen Havixbecker aus tatsächlichen Gründen vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs frei.

Dienstag, 24.09.2019, 10:24 Uhr aktualisiert: 24.09.2019, 17:16 Uhr
Landgericht Münster 
Landgericht Münster  Foto: dpa

Für den Angeklagten gehörte der Prozess wohl zu einem seiner schwersten Tage. Es folgte aber auch ein Tag der großen Erleichterung. Nach drei Verhandlungstagen dann die erlösenden Worte: Das Landgericht sprach den 65-jährigen Havixbecker aus tatsächlichen Gründen vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs frei.

In einer Vielzahl von Fällen – so die Anklage – soll der Heilpraktiker und Osteopath im Zeitraum von 2013 bis September 2017 in seinen Räumlichkeiten in Havixbeck im Rahmen eines Behandlungsverhältnisses eine heute 58-Jährige wiederholt sexuell missbraucht haben (wir berichteten). Die Zeugin hatte den Angeklagten des sexuellen Missbrauchs und der Vergewaltigung beschuldigt.

Schon zu Prozessbeginn hatte der Heilpraktiker und selbst ernannte Schamane alle Tatvorwürfe in Abrede gestellt und betont, noch nie einer Frau Gewalt angetan zu haben. Dazu sei er auch gar nicht in der Lage.

Ursache für die Klage könnte nach Ansicht des Gerichts die enge Beziehung zwischen Patientin und Heilpraktiker gewesen sein. Und die war wahrscheinlich aus unterschiedlichen Vorstellungen gescheitert.

Wie im Urteil begründet, hatte sich die Strafkammer nicht von den Anklagevorwürfen zu überzeugen vermocht. Es wurde auch nicht positiv festgestellt, dass die Belastungszeugin die Unwahrheit gesagt hat. Im Umkehrschluss konnte die Kammer nicht mit der nötigen Überzeugung feststellen, dass es zu den angeklagten Fällen gekommen ist. Daher war der Angeklagte freizusprechen.

Weil Umstände aus dem persönlichen Lebensbereich, insbesondere dem Sexualbereich, während der Schlussvorträge des Staatsanwaltes, des Verteidigers und der Verteidigerin der Nebenklägerin zur Sprache kamen, blieb die Öffentlichkeit ausgeschlossen. Der Antrag des Staatsanwaltes und des Verteidigers lautete auf Freispruch. Die Nebenklagevertreterin hatte eine Strafe verlangt.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6955748?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker