Wetter
Tief „Klaus” beschert dem Münsterland regnerischen Herbstanfang

Münster -

Nach einem sonnigen Wochenende bringt Tief „Klaus” pünktlich zum Herbstanfang Regen ins Münsterland. Und der wird die ganze Woche bleiben. Das liegt auch an einem Hurrikan.

Montag, 23.09.2019, 09:48 Uhr aktualisiert: 23.09.2019, 09:57 Uhr
Wetter: Tief „Klaus” beschert dem Münsterland regnerischen Herbstanfang
Der Herbst beginnt im Münsterland regnerisch. Foto: Oliver Werner

Sonnenschein und 25 Grad - am Wochenende hat sich der Sommer im Münsterland noch einmal gebührend verabschiedet. Und auch der kalendarische Herbstbeginn am Montag - Tag und Nacht sind heute (23.9.) gleich lang - ist standesgemäß: mit viel Regen. 

Am Montag soll es nach Angaben des Dienstes Wetterkontor nach einem regnerischen Start in den Tag noch zeitweise weiterregnen. Grund dafür ist Tief „Klaus”, das von Südwesten nach Nordosten durch Deutschland zieht. Am Nachmittag lockere die Bewölkung dann von Westen auf, bericht Diplom-Meteorologe Jürgen Schmidt.

Reste von Hurrikan „Humberto”

Auch der Dienstag beginne zunächst „relativ schön”, dann wird das Münsterland jedoch die Reste des Hurrikans „Humberto” zu spüren bekommen, der vergangene Woche über die Bahamas hinweg gezogen ist. Über den Atlantik bewegte sich der ehemalige Tropensturm in Richtung Europa. Dieses Phänomen sei „ganz normal für die Jahreszeit”, berichtet Wetterkontor-Meteorologe Schmidt. Für das Münsterland bedeutet das: Ab Dienstagnachmittag wird es erneut regnen. 

Was hinter den Bauernregeln steckt

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  • Landwirte merkten sich einst wiederkehrende Wetterphänomene als sogenannte Bauernregeln in Reimform. Meist ging es dabei um Ereignisse, die den Ernteerfolg beeinflussten. Sprüche wie „Märzenschnee tut den Saaten weh” (frische Aussaaten erfrieren bei einem Wintereinbruch in dieser Zeit häufig) bestimmten über Jahrhunderte den Alltag der Menschen.

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  • Mairegen bringt Segen“ weist auf die Notwendigkeit von ausreichend Niederschlag in dieser Zeit für ein gutes Wachstum hin. Doch nicht nur der Ertrag wurde prognostiziert, auch das Wetter selbst sollte mit den Regeln vorhergesagt werden.

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  • Viele Sprüche nutzen die Gedenktage von Heiligen, gesammelt sind sie im Bauernkalender. Am bekanntesten sind wahrscheinlich die Eisheiligen (Mamertus, 11. Mai; Pankratius, 12. Mai; Servatius, 13. Mai; Bonifatius, 14. Mai; Sophie, 15. Mai). Der Spruch „Pankraz, Servaz, Bonifaz machen erst dem Sommer Platz“ spielt auf die Nachtfröste an, die bis Mitte Mai vorkommen können. Dass dies für empfindliche Pflanzen schwerwiegende Folgen haben kann, macht eine Bauernregel zu der letzten der Eisheiligen im Kalender deutlich: „Die kalte Sophie macht alles hie.“

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  • Ein entscheidendes Datum für das Sommerwetter ist laut Bauernregel der Siebenschläfertag am 27. Juni: „Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.” Tatsächlich gibt es zu dieser Jahreszeit oft langanhaltende Großwetterlagen und das Wetter in der ersten Juli-Woche (erst durch die gregorianische Kalenderreform rutschte der Siebenschläfertag vom 7. Juli auf den 27. Juni) entspricht in mehr als der Hälfte der Jahre tatsächlich dem Wetter der nächsten Wochen. 

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  • Ein weiteres Kältephänomen ist die sogenannte Schafskälte, die relativ häufig in der ersten Juni-Hälfte (10.-12.6.) eintritt. Ihren Namen verdankt sie den Schafen, die für gewöhnlich in dieser Zeit geschoren wurden. Die plötzlich eintretende Kälte war jedoch unangenehm für sie und konnte gesundheitliche Gefahren mit sich bringen. Darum wird inzwischen erst Ende Juni geschoren.

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  • Doch nicht immer geht der Blick so weit in die Zukunft. Am Verhalten der Tiere lässt sich laut der Bauernregeln ein unmittelbar bevorstehender Wetterwechsel ablesen: „Entfernen sich die Bienen nicht weit von der Beute, erwarten Schlechtwetter Land und Leute.” Mit Beute ist dabei die Behausung der Bienen gemeint.

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  • Auch (Wetter-)Frösche, die bei hoher Luftfeuchtigkeit ihre angestammten Reviere verlassen, gelten als zuverlässige Niederschlagsboten: „Frösche auf Stegen und Wegen deuten auf baldigen Regen.”

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  • Abendrot, schön Wetterbot“, verspricht eine Bauernregel gutes Wetter nach einem Sonnenuntergang. Mit modernen meteorologischen Methoden können die Bauernregeln aber natürlich nicht mithalten. „Die Trefferquote bei den bäuerlichen Wetterregeln ist aus heutiger Sicht oft erbärmlich schlecht. Da könnte man auch würfeln”, sagt etwa Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst.

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  • Bei einem prächtigen Sonnenaufgang könnten bei einigen allerdings die Mundwinkel runtergehen, wenn sie die Bauernregel „Morgenrot, schlecht Wetter droht“ kennen. An dieser Regel sei unter in unseren Breitengraden durchaus etwas Wahres dran, meinen Meteorologe und TV-„Wettermann“ Jörg Kachelmann und „Zeit Wissen“-Chefredakteur Christoph Drösser, die in ihrem „Lexikon der Wetterirrtümer“ zum Teil hartnäckigen Wetter-Irrglauben auf den Grund gegangen sind.

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  • „Siehst du die Schwalben niedrig fliegen, wirst du Regenwetter kriegen. Fliegen die Schwalben in den Höh'n, kommt ein Wetter, das ist schön.” Diese Bauernregel trifft tatsächlich zu. Die Vögel fliegen allerdings nicht tief, damit sie bei Gewitter schnell Unterschlupf finden können. Im Wetter-Lexikon erklären Kachelmann und Drösser das Phänomen mit der Nahrungssuche: „Bei Sonnenschein entstehen aufsteigende Luftblasen (...). Diese Strömung erfasst auch die Insekten.” Werde das Wetter hingegen schlechter, entfielen die Aufwinde und das Kleingetier halte sich wie ihr Feind in Bodennähe auf. 

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Regnerisch, aber mild

In den nächsten Tage bleibe das Wetter dann sehr wechselhaft. „Jetzt bekommen wir den Regen, den alle immer wollten und den die Natur auch wohl braucht”, sagte Schmidt am Montagmorgen. Die derzeitige „Westlage” sorge wahrscheinlich dafür, dass es auch am Wochenende noch wechselhaft bleibe. Die Temperaturen bleiben dabei mild - mit Tageshöchstwerten von 22 (Dienstag), 19 (Mittwoch) und 21 Grad (Donnerstag). Auch die Nächte sollen mit Temperaturen über 10 Grad noch relativ warm werden.

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