Lehrreich
Manege frei für die Zirkusschule

Ostbevern -

Miriam Lenz unterrichtet Kinder und Jugendliche, die mit ihren Eltern viel unterwegs sind. Sie ist Lehrerin an der „Schule für Circuskinder (SfC) in NRW“ der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Donnerstag, 19.09.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 20.09.2019, 13:20 Uhr
Miriam Lenz ist verbeamtete Lehrerin und hat ihr Klassenzimmer immer dabei. Denn sie arbeitet für „Schule für Circuskinder (SfC) in NRW“ der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Miriam Lenz ist verbeamtete Lehrerin und hat ihr Klassenzimmer immer dabei. Denn sie arbeitet für „Schule für Circuskinder (SfC) in NRW“ der Evangelischen Kirche im Rheinland. Foto: Sebastian Rohling

Ein Zirkus steht für Aktion und Zauber in der Manage. Aber auch für ein Leben unterwegs. Damit aber Kinder nicht in ein Internat gehen müssen, und dennoch eine gute schulische Ausbildung genießen können, gibt es unter anderem die „Schule für Circuskinder (SfC) in NRW“ der Evangelischen Kirche im Rheinland.

Miriam Lenz, studierte Deutsch- und Englischlehrerin für die Sekundarstufe I ist eine solche Lehrerin und hatte diese Woche unter anderem in Ostbevern Unterricht zu geben, ist derzeit doch der „Circus Althoff“ derzeit in der Gemeinde. Zwei von insgesamt drei Schülern, einer musste krankheitsbedingt dem Unterricht fern bleiben, sind an diesem Morgen in dem zum Klassenzimmer umgebauten Wohnwagen. „Wir haben gerade darüber gesprochen, über welches Tier wir unser erstes Referat halten werden“, berichten Jana und Sunny stolz. Ausgesucht haben sie dafür Hase und Luchs. „Am Anfang war es schon eine Herausforderung, sich in die vermeintlich fremden Fächer einzuarbeiten“, erinnert die Lehrerin, die seit vier Jahren zum Team von SfC gehört.

Die Schüler werden in Gruppen von maximal vier Schülern unterrichtet. „Das ist verglichen mit den Kollegen in den regulären Schulen schon ein Luxus. Dafür müssen wir uns aber auf andere Widrigkeiten und Herausforderungen einstellen“, so Lenz, die ihre Schüler zwei bis drei Mal die Woche sieht.

Der Unterricht ist aufgeteilt in die Bausteine „Einstiegstournee“, eine vorgezogene Schuleingangsklasse zur Förderung der Schulfähigkeit, die „Aufbautournee“, die an eine Grundschule erinnert, sowie die „Abschlusstournee“. „Am Ende nehmen unsere Schüler ganz normal an den ZAPs (Zentrale Abschlussprüfungen) teil und haben dann ihren Schulabschluss der Sekundarstufe I in der Tasche“, erklärt die Pädagogin.

An den Tagen, an denen sie nicht mit ihrer rollenden Schule vorbeikommt, müssen die Schüler viel im Selbststudium machen und gemeinsam mit ihren Eltern lernen. Später kommen dann noch Onlinetutorien dazu, die dann von Fachlehrern geleitet werden. „Bis zu einem gewissen Grad kann jeder von uns fachfremd unterrichten. Aber in den oberen Jahrgängen stoßen wir an unsere Grenzen“, erklärt Lenz, warum es dieses Zusatzangebot gibt.

Und wenn die Schule aus, beziehungsweise die Hausaufgaben gemacht sind, geht es für Jana und Sunny in die Manage. Denn auch wenn sie noch in die „Grundschule“ gehen und beim Schreiben und Lesen die eine oder andere Schwäche haben – in der Manage sind sie schon so gut wie die Großen und begeistern mit ihrer Clownerie.  

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