„Hoffnungsschimmer“: Jochen Reidegeld besucht irakisch-syrische Krisenregion
„Zutiefst erschütternde Leidenswege“

Senden/Münster -

Für die in Senden gegründete Aktion „Hoffnungsschimmer“ informiert sich der stellvertretende Generalvikar des Bistums Münster, Dr. Jochen Reidegeld, aktuell in der irakisch-syrischen Krisenregion. Dort sind ihm, wie er berichtet, „erschütternde Leidenswege“ von Opfer des IS geschildert worden.

Mittwoch, 28.08.2019, 10:00 Uhr
Für die Aktion „Hoffnungsschimmer“ informiert sich Jochen Reidegeld (3.v.l.) aktuell in der irakisch-syrischen Krisenregion über die Situation der vom IS verfolgten und gepeinigten Menschen.
Für die Aktion „Hoffnungsschimmer“ informiert sich Jochen Reidegeld (3.v.l.) aktuell in der irakisch-syrischen Krisenregion über die Situation der vom IS verfolgten und gepeinigten Menschen. Foto: Bistum

Die Zerstörung der Lebensgrundlagen der Menschen ist immer noch das Ziel der Krieger des sogenannten Islamischen Staates oder anderer Gruppen. Auch wenn sie ihr Gebiet verloren haben, sind sie immer noch aktiv – durch Selbstmordattentate oder durch das Abbrennen von Feldern: Das hat Jochen Reidegeld, stellvertretender Generalvikar des Bistums Münster, jetzt betont, heißt es in einer Pressemitteilung des Bistums. Der stellvertretende Generalvikar, der zuvor neun Jahre lang Kaplan in Senden war, ist aktuell mit der „Aktion Hoffnungsschimmer“ in der irakisch-syrischen Krisenregion. Unter anderem wird er sich auch über die Situation der Christen in der Region informieren. Die „Aktion Hoffnungsschimmer“, die Ende 2014 in Senden von Christen und Jesiden gegründet wurde, unterstützt Flüchtlinge vor allem im Nordirak. Ziel ist, wie die Verantwortlichen betonen, „Flüchtlingen ein winziges Stück Normalität und Menschlichkeit zu geben“, heißt es in der Mitteilung.

Am Montag besuchte Reidegeld eine Einrichtung, in der jesidische Kinder und Frauen betreut werden, die vom IS entführt und oft erst nach mehreren Jahren befreit wurden. „Die Leidenswege, die dort sichtbar wurden, haben uns zutiefst erschüttert“, so der stellvertretende Generalvikar. So berichtet er in der Pressemitteilung von der Geschichte eines elfjährigen Mädchens, das durch Vergewaltigung in der Gefangenschaft schwanger wurde und verstarb, sowie von einer jungen Frau, die sich aus Verzweiflung aus dem vierten Stock stürzte. Sie überlebte, erlitt neurologische Schäden und vielfache Brüchen und befindet sich nun in der von Reidegeld besuchten Einrichtung in der Krisenregion. Erschütternd auch die Berichte über die jesidischen Kinder, die mit acht bis zwölf Jahren einer Gehirnwäsche ausgesetzt und zu Kindersoldaten des IS gemacht wurden. Immer wieder sei ihm die verzweifelte Frage gestellt worden: „Warum bleiben wir mit unserm Leid allein?“

Zuvor hatte Reidegeld ein Medikamentenlager des Projektpartners der „Aktion Hoffnungsschimmer“ besucht, auch um sich von der Qualität der Arbeit zu überzeugen. Zuletzt hatte die Aktion 50 000 Euro für die Versorgung von Flüchtlingen aus Syrien gegeben. Danach sprach er mit einer Frauenorganisation über die Rolle der Frau im Mittleren und Nahen Osten sowie über deren Arbeit mit IS-Waisen.

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