Was kommt in die Schultüte?
Süßes nur als i-Tüpfelchen

Lüdinghausen -

Was kommt in die Schultüte? Etwas, das Lust aufs Lesen und Lernen macht sowie die Fähigkeiten der Kinder fördert, empfiehlt Ursula Hüvel, Rektorin der Ostwallschule. Es dürfe ruhig auch etwas Süßes sein, findet Ernährungsberaterin Lioba Birkenhauer. „Aber es sollte maßvoll damit umgegangen werden“, betont sie.

Freitag, 23.08.2019, 09:00 Uhr
Zum ersten Schultag gehört die Schultüte einfach dazu.
Zum ersten Schultag gehört die Schultüte einfach dazu. Foto: Colourbox

Mit dem Ranzen auf dem Rücken und der Schultüte im Arm geht es am Donnerstag (29. August) für die i-Dötze zum ersten Mal in ihre Klassen. Was in den Tornister gehört, darüber geben die Schulen vorab Infos an die Eltern heraus. Aber wie lässt sich die meist im Kindergarten gebastelte Papprolle am besten befüllen?

„Bei mir ist es ja schon ein paar Jahre her“, sagt Lioba Birkenhauer und schmunzelt. Sie ist Ernährungsberaterin und empfiehlt: „Süßigkeiten sollten nicht im Vordergrund stehen.“ Trinkflaschen oder Brotdosen – vielleicht mit einem Foto des Schulanfängers oder einem Bild, das er gemalt hat, bedruckt – seien ohnehin viel schöner. „Das ist etwas Individuelles, über das sich das Kind viel mehr freut als über Gummibärchen“, weiß die Lüdinghauserin. Sie rät außerdem dazu, die Trinkflasche statt mit Fruchtsaftschorle mit Wasser und ein paar Obstscheiben zu füllen, für den Geschmack. „Da eignen sich zum Beispiel Zitrone oder Orange, es können aber auch Pfirsich oder Nektarine sein.“ Obst sei auch die gesündere Alternative zu den sogenannten Quetschies, Mus aus der Tüte – auch für die Zähne.

Ich bin nicht dafür, Süßigkeiten ganz zu verbieten.

Lioba Birkenhauer

Weil die Einschulung etwas Besonderes ist, dürfe es auch ruhig ein paar Süßigkeiten geben – in kleinen Portionen, als i-Tüpfelchen. „Da ist nichts gegen einzuwenden“, findet Birkenhauer. „Ich bin nicht dafür, Süßigkeiten ganz zu verbieten“, betont sie. „Aber es sollte maßvoll damit umgegangen werden. Ein Schokoriegel ersetzt kein gesundes Pausenbrot.“

Etwas, von dem die i-Dötze länger etwas haben, darf es auch aus Sicht von Ursula Hüvel, Rektorin der Ostwallschule, sein. „Im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung macht es Sinn, die Kinder möglichst früh zu zukunftsfähigem Denken und Handeln zu befähigen“, findet sie. „Brotdosen oder Trinkflaschen, die immer wieder verwendet werden können, sollten aus meiner Sicht in einer Schultüte nicht fehlen.“ Wichtig sei ihr dabei, dass die Eltern die Bedeutung dieser Alternativen zu Einwegverpackungen für die Umwelt erklären. Um die Vorstellungskraft, die sprachliche Entwicklung und die Konzentrationsfähigkeit zu fördern, könnten ein Vorlesebuch oder ein eigener Büchereiausweis beigelegt werden. „Lesen ist eine Schlüsselqualifikation“, betont Hüvel und ergänzt: „Wer Vorlese-Vorbilder hat, liest selbst eher. Zudem erachte ich die persönliche Zuwendung beim täglichen Ritual des Vorlesens als bedeutende gemeinsame Qualitätszeit.“ Ein besonderer Stift könne außerdem Lust auf das Schreiben erster Wörter machen. Hüvel empfiehlt außerdem Material für die Förderung der Grob- und Feinmotorik wie Seilchen, Bälle, Knete oder Kreisel. Für die Sicherheit auf dem Schulweg seien Lichtreflektoren für Kleidung und Schultasche ein passendes Geschenk.

Wer Vorlese-Vorbilder hat, liest selbst eher.

Ursula Hüvel

Für ein Spielzeug ist dann sicherlich immer noch Platz in der Schultüte. Da würden sich beispielsweise Wissensspiele für das erste Schuljahr eignen, verrät Stefan Voss, Inhaber der gleichnamigen Spielwarenhandlung. Darüber hinaus haben Eltern schon fast die Qual der Wahl. Gekauft werde „alles, was relativ klein ist und in die Schultüte passt – vom Legospielzeug über Schnitzmesser bis zur Hörspiel-CD“.

Tipps zum Start

Tipps für die organisatorische Vorbereitung des ersten Schultags, die Eltern gemeinsam mit ihrem Kind treffen können, gibt die Bezirksregierung Münster: Langsam die innere Uhr von Ferien- auf Schulzeit verändern. „Fangen Sie etwa eine Woche vor dem Schulanfang an, die Zu-Bett-geh- und die Aufstehzeiten an die Uhrzeiten des Schultages anzupassen“, empfiehlt die Bezirksregierung. Das nötige Material gemeinsam mit dem Kind vorbereiten. „Packen Sie den Schulranzen, statten das Mäppchen aus, besorgen alle notwendigen Dinge“, heißt es. „Die meisten Schulen geben vorab Listen heraus.“ „Verabreden Sie Ihr Kind mit anderen Kindern, die in die Klasse kommen zum Spielen“, lautet ein weiterer Rat. Mit dem Kind den Schulweg üben. „Tun Sie dies mehrfach, vielleicht auch mit anderen Eltern und Kindern zusammen“, schreibt die Bezirksregierung. „Die daraus entstehenden Schulweggemeinschaften fördern Freundschaften und entlasten Sie als Eltern.“

...
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6866731?categorypath=%2F2%2F62%2F798625%2F819239%2F
Nachrichten-Ticker