Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft
Nur wenig Armut im Münsterland

Münster/Köln -

Wer ist wirklich arm? Das Institut der deutschen Wirtschaft hat neue, realistischere Berechnungen angestellt. Das sorgt auch im Münsterland für andere Armutsquoten.

Mittwoch, 21.08.2019, 15:12 Uhr aktualisiert: 21.08.2019, 15:50 Uhr
Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: Nur wenig Armut im Münsterland
Foto: Sebastian Willnow, dpa (Symbolbild)

Die Einkommen klaffen in Deutschland zwischen Ost und West nicht so weit auseinander wie bislang vermutet. In einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW/Köln), die „Spiegel online“ am Mittwoch veröffentlichte , liegt die durchschnittliche Kaufkraft in Westdeutschland bei 1642 Euro  – und damit nur 104 Euro  über dem ostdeutschen Schnitt von 1538 Euro . Der Unterschied zwischen den städtischen und den ländlichen Regionen Deutschlands ist der Erhebung zufolge größer: Er beträgt 121 Euro.

Das Münsterland liegt mit 1646 Euro  in den Kreisen Coesfeld und Warendorf sowie der Stadt Münster nahe dem westdeutschen Mittelwert. Für die Kreise Borken und Steinfurt ermittelt das IW sogar einen Wert von 1656 Euro.

Neue Berechnungsmethode

Anhand dieser Werte errechneten die Kölner Wissenschaftler eine Armutsquote, die die Kaufkraft in der jeweiligen Stadt beziehungsweise im jeweiligen Landkreis berücksichtigt – und damit die Lebensverhältnisse realistischer widerspiegelt. Denn in der brandenburgischen Provinz kann man mit 1000 Euro  sicher komfortabler leben als in München. Folge der neue Berechnungsmethode: Nicht im Osten, sondern im Westen liegen die ärmsten Orte: allen voran Berlin-Neukölln mit einem Armenanteil von über 32 Prozent, gefolgt von Hamburg-Mitte (30,7) und Berlin-Mitte (29,7).

Auch die nordrhein-westfälischen Städte Köln (25,9), Gelsenkirchen (25,6) und Bonn (24,9) gehören zu den zehn Städten mit der höchsten Armutsquote.

Blick in die Region

Die Münsterlandkreise Coesfeld und Warendorf sowie die Stadt Münster stehen danach mit einem Anteil von jeweils 16,1 Prozent deutlich besser da. Besonders stabil ist die Lage in den Kreisen Borken und Steinfurt mit einer kaufkraftgewichteten Armutsquote von lediglich 12,7 Prozent.

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