Stadt leert Mülleimer an der Schule nicht
Müllabfuhr mit dem Privat-Pkw

Reckenfeld -

Die Fraktion Reckenfeld direkt stellte einen Mülleimer nahe der Grundschule auf, die Stadt will die Leerung nicht übernehmen, aus Kostengründen. Das führt nun zu Missmut.

Sonntag, 18.08.2019, 18:18 Uhr aktualisiert: 18.08.2019, 18:20 Uhr
Die Fraktion „Reckenfeld direkt“ stellte diesen Hundekotbeutel-Spender mit Mülleimer auf und sieht die Stadt in der Pflicht, für die Leerung zu sorgen.
Die Fraktion „Reckenfeld direkt“ stellte diesen Hundekotbeutel-Spender mit Mülleimer auf und sieht die Stadt in der Pflicht, für die Leerung zu sorgen. Foto: Oliver Hengst

Der Hundekotbeutelspender mit Abfalleimer zeigt Wirkung. Er wird genutzt – und eben das, oder besser gesagt die Folge davon, sorgt nun für Missmut. Zumindest bei Ernst Reiling von der Fraktion „Reckenfeld direkt“, die den Beutelspender mit integriertem Mülleimer in Eigenregie installierte. Grund des Ärgers: Die Stadt leert den Mülleimer nicht. Reiling muss sich selbst darum kümmern. Und hätte dies auch vorher wissen können, ja wissen müssen, sagt die Stadt. „Er kann den aufstellen, wenn er sich selbst um die Leerung kümmert. Das ist ihm damals auf Anfrage mitgeteilt worden – und zwar genau so“, sagt Wolfgang Jung aus der städtischen Pressestelle.

Der Mülleimer steht seit einigen Wochen an der Obstwiese nahe der Grundschule. Das Pättken wird gern von Hundebesitzern genutzt. Schüler auf dem Weg zur Schule traten oft ungewollt in die Hinterlassenschaften der Vierbeiner – eine unappetitliche Sache. Nachdem „Reckenfeld direkt“ mit Anträgen, mehr Mülleimer (nicht nur an dieser Stelle) aufzustellen, gescheitert war, wurde man selbst aktiv.

Reiling hoffte zunächst noch, die Stadt für sich gewinnen zu können und das Bauhof-Team, respektive den TBG-Leiter Aloys Wilpsbäumer doch noch dazu bewegen zu können, die Leerung durch Stadt-Mitarbeiter zuzusagen. Daraus wurde nichts, wie er nun zerknirscht zur Kenntnis nehmen musste. „Das ärgert mich“, sagt er. Mehr noch: „Ich bin maßlos sauer. Dabei ist das doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit.“

Ist es nicht, sagt die Stadt. In Ausschusssitzungen zum Thema sei mehrfach ausgeführt worden, dass die Stadt dies aus personellen Gründen nicht machen könne, erläutert Jung.

Wenn neue Mülleimer aufgestellt würden, seien die Materialkosten der geringste Teil. Die Unterhaltung sei das eigentlich teure. „Da kommen schnell mal 2000 Euro pro Standort zusammen“, hat Jung in Erfahrung gebracht. Im Außenbereich sei es sogar noch teurer. Personal, Material, die Entsorgung des Mülls, die regelmäßige Reinigung des Behälters und des Umfeldes – all das kostet. Natürlich sei eine „private Initiative zu begrüßen“. Aber man könne als Initiator nicht davon ausgehen, dass die Allgemeinheit die Folgekosten übernehme.

Für Reiling eine Riesenenttäuschung. „Der Beutelspender und der Mülleimer sind sehr effektiv, der ist jede Woche voll.“ Er muss es wissen, denn er fährt den Inhalt nun regelmäßig mit seinem Privat-Pkw ab, um ihn zu entsorgen. „Der Beweis, dass der Mülleimer äußerst sinnvoll ist, ist erbracht.“

Was ihn zusätzlich wurmt: dass durch die Haltung der Stadt das Aufstellen weiterer derartiger Mülleimer blockiert werde. Es habe bereits Zusagen gegeben, zwei weitere Mülleimer privat zu finanzieren, die dann am Regenrückhaltebecken und am B-Pättken hätten aufgestellt werden sollen. Dies liegt nun erstmal auf Eis.

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