Bahnhofs-Modernisierung: Baubeginn nicht in diesem Jahr
Das Warten geht weiter

Lengerich -

Noch im März hatte die Deutsche Bahn optimistisch mitgeteilt, dass im vierten Quartal 2019 mit der Modernisierung des Lengericher Bahnhofs begonnen werden solle. Doch mit der Realisierung des Millionen-Projektes wird es erst einmal nichts. Laut Stadt und Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe hat das Eisenbahnbundesamt noch kein Baurecht erteilt.

Donnerstag, 15.08.2019, 05:56 Uhr aktualisiert: 15.08.2019, 06:01 Uhr
Im Zuge der Modernisierung der Bahnstation sollen auch die Bahnsteige angehoben werden, um das Einsteigen in Züge zu erleichtern.
Im Zuge der Modernisierung der Bahnstation sollen auch die Bahnsteige angehoben werden, um das Einsteigen in Züge zu erleichtern. Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Der Abriss des Bahnhofsgebäudes, die Neugestaltung des Eingangsbereiches zum Bahnhof und die Modernisierung der Bahnstation werden länger auf sich warten lassen, als bislang bekannt. Auf Anfrage der Westfälischen Nachrichten teilen der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und die Stadt mit: „Derzeit hat das Eisenbahnbundesamt (EBA) noch kein Baurecht für die Maßnahme erteilt. Ein Maßnahmenbeginn im Oktober ist daher nicht realisierbar, wodurch eine Verzögerung der bisher geplanten Terminkette bedingt wird.“

Noch im März hatte die Bahn verlauten lassen, dass im vierten Quartal die Bagger rollen sollten. Momentan ist indes offenbar nicht einmal klar, wann mit der verspäteten Realisierung des Großvorhabens zu rechnen ist. Seitens NWL und Stadt heißt es, dass das zuständige Deutsche-Bahn-Tochterun-ternehmen DB Station & Service an einem neuen Ablaufplan arbeite. Indes: „Ein abschließendes Ergebnis liegt hierzu nicht vor.“

Wichtig sind bei dem Vorhaben offenbar nicht zuletzt die sogenannten Sperrpausen. Das sind jene Zeiten, zu denen kein Zug die entsprechenden Gleis nutzen kann. Stehen die fest, könne „ein neuer Ablaufplan terminiert werden“, informieren Stadt und NWL über den Stand der Dinge.

Allein in die Modernisierung der Bahnstation werden nach Angaben des Zweckverbands 6,76 Millionen Euro fließen. Bekannt war bereits, dass unter anderem die Bahnsteige erhöht werden, um das Ein- und Aussteigen aus den Zügen leichter zu machen, die Personenunterführung modernisiert und ein Aufzug zu den Gleisen 2 und 3 eingebaut wird. Darüber hinaus kündigt der NWL nun an, dass die Bahnsteige um 30 Meter verlängert werden sollen, damit der künftige RRX-Zugbetrieb (Rhein-Ruhr-Express) möglich wird. Die Kosten dieser Maßnahme werde der Zweckverband übernehmen, heißt es. Vorgesehen sei zudem ein neues Informationssystem für die Bahnfahrer. Die Einführung des Zug-Info-Monitors (ZIM) bedeutet nach Angaben der Deutschen Bahn im Vergleich zum alten System mehr Informationen, die besser dargestellt werden.

Sowohl die Modernisierung der Bahnstation wie auch die Neugestaltung des durch den Abriss frei werdenden Geländes liegt in den Händen des Büros w + b Ingenieure (Münster). Deren Pläne liegen der Deutschen Bahn und dem NWL vor. Demnach entstehen anstelle des alten Gebäudes eine Fahrradgarage mit 178 Plätzen und ein überdachter Zugang zur Personenunterführung. „Im Bereich des Eingangs werden Sitzbänke platziert. Ebenso befindet sich ausgehend vom Vorplatz eine Zuwegung per Treppe und per barrierefreier Rampe zum Hausbahnsteig“, erläutern Zweckverband und Stadt.

Die Stadt hatte das Gebäude im vergangenen Jahr von der Bahn im Zuge des gesamten Planungsprozesses gekauft, um so das Vorhaben voranzutreiben. Geld für den Abriss ist im aktuellen Haushalt vorgesehen. Der Posten dürfte nun ins kommende Jahr wandern.

Möglich wird die in Lengerich seit vielen Jahren erhoffte Modernisierung des Bahnhofs durch ein Modernisierungsoffensive 3 genanntes Investitionsprogramm von Bahn, Land und Bund.

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