Raumgestaltung
Home Stagerin sorgt für das i-Tüpfelchen beim Immobilienverkauf

Dülmen -

Das Münsterland ist beliebt - so beliebt, dass dringend benötigter Wohnraum schnell vergriffen ist, wenn eine halbwegs erschwingliche Immobilie angeboten wird. Doch so manches Objekt findet trotz Wohnungsknappheit keinen Käufer oder Mieter. Da kommt dann Christine Krüger ins Spiel.

Mittwoch, 14.08.2019, 11:12 Uhr aktualisiert: 14.08.2019, 11:42 Uhr
Raumgestaltung: Home Stagerin sorgt für das i-Tüpfelchen beim Immobilienverkauf
Christine Krüger ist Home Stagerin. Foto: Beena Shaikh

Christine Krüger ist 35 Jahre alt und hat einen eher seltenen Beruf: Sie ist eine der wenigen Home Stager im Münsterland. Das heißt, sie richtet Wohnobjekte ein - allerdings nur auf Zeit. „Ich entwickele auf die Immobilie abgestimmte Licht- und Farbkonzepte, die dann dem Verkäufer helfen (…), sein Objekt an den Mann zu bringen“, erklärt sie. Auch die passenden Möbel und Accessoires stellt sie für eine gewisse Zeit sie zur Verfügung - auch um die Größenverhältnisse eines Raumes sichtbar zu machen.

Ihr Unternehmen „MEHRwohnensWERT“ ist noch sehr jung. „Am 1. Juni dieses Jahres ging es los“, berichtet Christine Krüger stolz. Doch zuvor mussten erst einmal ein paar Hürden genommen werden.

Erfahrungen in Unternehmensberatung gesammelt

Krüger ist gelernte Physiotherapeutin. „In diesem Beruf arbeite ich schon lange nicht mehr“, berichtet sie. „Allerdings war ich bis zu meinem Entschluss, das Home Staging zu betreiben, bei einer Unternehmensberatung tätig, die Physiotherapiepraxen auch hinsichtlich ihrer Raumgestaltung beraten hat.“ Somit hatte sie dort schon erste Berührungspunkte mit dem Thema Wohlbefinden durch gezielte Raumgestaltungskonzepte. „Ich habe aber gemerkt, dass der Mensch in meinem alten Beruf, trotz allem, auf der Strecke bleibt.“

Vor etwa einem Jahr erfuhr die gebürtige Dattelnerin dann von dem Konzept des Home Stagings. „Ich brauchte sowieso eine berufliche Veränderung und somit begann ich im vergangenen Februar eine IHK-zertifizierte Ausbildung.“ Sie lernte viel Theoretisches über Licht, Farbe und finanzielle Aspekte. Aber auch die Praxis kam nicht zu kurz. „Es ist wichtig, die Möbel besonders schnell auf- und abbauen zu können. Und mit ein paar kleinen Tricks erspart man sich so manchen Stress.“ So zaubert sie aus Umzugskartons, einer Luftmatratze und einer Tagesdecke ein provisorisches Boxspringbett. „Das ist natürlich nur zum Anschauen gedacht“, betont sie lachend.

Sinneseindrücke sind mitentscheidend

Neben der Optik sei besonders der Geruch eines Raumes wichtig. „Wenn ein potenzieller Käufer in ein Haus kommt, das nach Nikotin riecht, ist das nicht von Vorteil.“ Katalyselampen zur Neutralisierung kämen des Öfteren zum Einsatz. Und auch die Haptik, also der Tastsinn, müsse angesprochen werden.

„Ich versuche immer viele verschiedene Materialien zu nutzen, denn die Sinneseindrücke vieler Mensch sind eher haptisch ausgelegt.“ Auch wenn das meist unbewusst geschehe.

„Wenn ein potenzieller Käufer in ein Haus kommt, das nach Nikotin riecht, ist das nicht von Vorteil.“

Christine Krüger, Home Stagerin

Manchmal betreut Christine Krüger auch bewohnte Objekte. „Dann kombiniere ich meine Möbel und Accessoires mit den schon vorhandenen Gegenständen der Bewohner.“ Da müssen dann öfter mal halbe Hausstände in Kisten im Keller verschwinden, „damit der Raum luftig bleibt und neutral wirkt.“ Vierbeinige Bewohner seien zur Immobilienvermarktung nicht erwünscht. „Zum Schutz der Tiere sollten diese bei Besichtigungen ausquartiert werden.“ Außerdem gebe es unter den Interessierten (…) auch Allergiker. „Und manch einer mag einfach keine Tiere.“

Kooperationspartner im Münsterland

Im Moment kooperiert Christine Krüger schon mit mehreren Immobilienmaklern aus der Region. „Unter anderem habe ich Partner in Nottuln und Billerbeck.“ Und sogar in Kleve am Niederrhein ist ihre Arbeit gefragt.

„In Zukunft möchte ich neben dem Home Staging auch das Business Staging ausbauen“, erklärt sie. „Das bedeutet, ich berate Firmen hinsichtlich ihrer Büroräume und wie man diese dauerhaft positiv für Mitarbeiter und Kunden gestalten kann.“

Die Home Stagerin hat auch Tipps, wie man selbst für ein besseres Flair bei Haus- und Wohnungsbesichtigungen sorgen kann. „Oft ist man selbst etwas betriebsblind. Denn das, was man selbst als schön und gemütlich empfindet, muss potenziellen Käufern noch lange nicht gefallen.“

So sei aufräumen, ausmisten, putzen und lüften das A und O.

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