Zehn Millionen Euro Förderung
Burgen als Standortfaktor

Lüdinghausen -

Die 100-Schlösser-Route ist ein in die Jahre gekommener Touristen-Magnet. Mit zehn Millionen Euro Fördergeld soll er wieder attraktiv gemacht werden. Das Geld sei als aktive Standortförderung gut angelegt, sagt NRW-Wirtschaftsstaatssekretär Christoph Dammermann.

Freitag, 19.07.2019, 17:58 Uhr aktualisiert: 19.07.2019, 22:10 Uhr
Burg Vischering in Lüdinghausen ist eine Augenweide – und gehört zur 100-Schlösser-Route, die jetzt aufgewertet werden soll.
Burg Vischering in Lüdinghausen ist eine Augenweide – und gehört zur 100-Schlösser-Route, die jetzt aufgewertet werden soll. Foto: Gunnar A. Pier

 Schlösser und Burgen gibt’s im Münsterland hinter jeder Hecke. Sie sind Magnet und Markenzeichen zugleich, werden aber nicht optimal genutzt. Das soll anders werden. Dafür stehen in den nächsten drei Jahren zehn Millionen Euro zur Verfügung. NRW-Wirtschafts-Staatssekretär Christoph Dammermann überreichte am Freitag auf Burg Vischering in Lüdinghausen den Förderbescheid.

Tourismus wird in NRW längst nicht mehr nur als Besucher-Bespaßung begriffen, sondern als aktive Standortförderung, erklärte Dr. Heike Döll-König, Geschäftsführerin von Tourismus NRW. „Regionen, in denen Menschen Urlaub machen, sind womöglich auch attraktiv für Fachkräfte“, sagte der Staatssekretär.

Modernisierung der angestaubten 100-Schlösser-Route 

Gemäß dieser neuen Strategie ist auch das Zehn-Millionen-Euro-Schlösser-Projekt ange­legt. Mit dem Geld soll die zwar immer noch beliebte, aber angestaubte 100-Schlösser-Route modernisiert und die kleinen und mittelständischen Unternehmen entlang der insgesamt 1000 Kilometer langen Route gestärkt werden. „Innovative touristische Strukturen und Dienstleistungen sind wichtige Impulse für die regionale Wirtschaft“, betonte der Aufsichtsratsvorsitzende der regionalen Management-Agentur Münsterland e.V., Dr. Kai Zwicker, der den Förderbescheid entgegengenommen hatte. Zwicker attestierte dem Münsterland einerseits eine gute touristische Entwicklung, auf der anderen Seite aber auch „Nachholbedarf in Qualität, Service und Erlebbarkeit“.

Masterplan „Schlösser und Burgen“ 

Im Rahmen der Regionale 2016 war ein Masterplan „Schlösser und Burgen“ auf den Weg gebracht worden. Dessen Ergebnisse sollen mit der Förderung nun umgesetzt werden. Im Kern geht es ganz praktisch darum, das teils auf den Hund gekommene Radwege-Netz wieder auf Vordermann zu bringen und die alten Anwesen erlebbar zu machen. Wenn möglich analog, also begehbar. Wo das nicht machbar ist, zumindest virtuell.

Darüber hinaus sollen die alten Gebäude besser erschlossen, einzelne Anwesen inszeniert und die Besitzer überdies mit den Unternehmen der Hotel- und Gastronomiebranche vernetzt werden, betonte der Tourismus-Frontmann von Münsterland e.V., Michael Kösters.

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