Integrationskampagne der Landesregierung
Im Kreis der Wohlmeinenden

Dülmen -

Mehr miteinander reden, weniger übereinander. Über das Thema Flüchtlinge, Migranten, Integrati­on – ungeschminkt und ehrlich, offen und kritisch. Darum geht es bei der Kampagne des NRW-Integrationsministeriums „#IchDuWirNRW“. Der Auftakt fand in Essen statt, am Dienstagabend war Dülmen an der Reihe.

Mittwoch, 26.06.2019, 20:14 Uhr
NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (r.) im Gespräch mit der Moderatorin Asli Sevindim
NRW-Integrationsstaatssekretärin Serap Güler (r.) im Gespräch mit der Moderatorin Asli Sevindim Foto: Simone Reukauf

Mit der Flüchtlingskrise 2015 habe sich das Klima Migranten ge­genüber ins Ne­gative gedreht, meint Inte­grationsstaatssekretärin Serap Güler (CDU). Hier will die Landes regierung gegensteuern, auch mit Kampagnen wie dieser. Die wirklichen Probleme kommen allerdings an diesem Abend nicht zur Sprache.

Die Aula des Clemens- Brentano-Gymnasiums ist die Bühne. Die Veranstaltung nutzt moderne Formate, wird live im Internet übertragen, Plakatwände zeigen positive Integrationsbeispiele, Vorbilder eben. Solche treten auch im Laufe des Abends auf.

Schnell wird deutlich: Die, die gekommen sind, gehören zum Kreis der Wohlmeinenden. Flüchtlingshelfer sind darunter, Integrationsberater. Was natürlich zu erwarten war. Jemand, der massive Probleme mit Ausländern hat, der Flüchtlinge ablehnt, outet sich kaum während einer solchen Veranstaltung.

Folglich ist die Debatte in den nächsten anderthalb Stunden relativ einseitig. Probleme beim Thema Integration? Sieht dieser Kreis natürlich auch. Aber keine grundsätzlichen. Dass den Ehrenamtlichen beim Thema Integration langsam die Luft ausgehe, wird diskutiert, dass es zu wenige Sozialwohnungen gebe und Integrationskurse nicht immer zielführend seien.

All das ist wichtig, all das ist richtig. Hat aber mit der zuvor diagnostizierten generellen Problemlage wenig zu tun. Damit driftet die Veranstaltung einen Tick am eigenen Ziel vorbei.

Den Veranstaltern ist das natürlich nicht anzulasten. Eingeladen war schließlich jeder. „Wir wollen mit der Kampagne Zeichen setzen“, sagt Güler. Im Grunde genommen ein Dreifaches. Erstens: Zeigen, dass Integration gelingen kann. Und zweitens: Genau das eben jenen vor Augen führen, die daran zweifeln und ihnen drittens den Dialog anbieten. Miteinander reden eben – nicht übereinander.

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