Prozess in Rheine
31-Jähriger aus Nordwalde soll Opfer um 700.000 Euro erpresst haben

Nordwalde -

Es geht um 700.000 Euro: Die soll ein 31-jähriger Mann aus Nordwalde versucht haben, zu erpressen. Nun wird ihm am Schöffengericht in Rheine der Prozess gemacht. Dieser findet wegen einer möglichen Beteiligung des Rockerclubs „Hells Angels“ unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.

Montag, 24.06.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 21:05 Uhr
Wegen räuberischer Erpressung ist ein 31-jähriger Mann aus Nordwalde angeklagt. Er soll 700.000 Euro von seinem Opfer verlangt haben.
Wegen räuberischer Erpressung ist ein 31-jähriger Mann aus Nordwalde angeklagt. Er soll 700.000 Euro von seinem Opfer verlangt haben. Foto: dpa (Symbolbild)

700.000 Euro Drogengeld soll ein 31-jähriger Mann aus Nordwalde am 12. Februar in Rheine erpresst haben. Deshalb klagte ihn die Staatsanwaltschaft jetzt beim Schöffengericht in Rheine an. Gemeldet ist der Angeklagte in den Niederlanden, „aber nur, weil ich mit einem niederländischen Führerschein fahre“, erklärte er.

Der Beschuldigte sitzt bereits seit dem 12. Februar in Untersuchungshaft. Der Prozess findet wegen einer möglichen Beteiligung des Rockerclubs „Hells Angels“ im Hintergrund unter besonderen Sicherheitsvorkehrungen statt.

„Ich bin der Pate aus Hamburg“

Mit den Worten „Ich bin der Pate aus Hamburg“ soll der Angeklagte einen 33-Jährigen, der früher ein Fitness-Studio in Rheine hatte, empfangen haben. Später soll er unter Gewalteinwirkung mit anderen Beteiligten 700.000 Euro von dem 33-Jährigen verlangt haben.

Vor Gericht räumte der Angeklagte über seinen Verteidiger ein, 20.000 Euro gefordert zu haben. Ursprünglich hätte er nur für einen Hintermann die Adresse des „Schuldners mit einem sechsstelligen Betrag“ ausfindig machen sollen. Während er mit dem Opfer sprach, hätte er kurzfristig beschlossen, den Mann für sich abzuziehen. Einen Tag später sei er sich der Tat bewusst geworden und hätte davon Abstand genommen.

Angeklagte habe ein Treffen gefordert

Vorausgegangen sei eine stationäre Entgiftungsbehandlung im Krankenhaus Borghorst. Der Angeklagte sprach von einer „Vergiftung“, der Staatsanwalt in der Anklage von den Folgen eines kalten Entzugs.

Der Geschädigte sagte, dass sein Kollege aus Rheine ihn um Mitternacht angerufen und das Telefonat an den Angeklagten weitergereicht hätte. Der forderte ein Treffen mit ihm, weil er ihm Fotos zeigen wollte. Er sei in der Nacht von Lingen nach Rheine gefahren, sagte der Geschädigte. Vor der Tür seines Kollegen hätte der schwarze Audi 8 gestanden.

Beschuldigt, schwerwiegende Straftaten begangen zu haben

„Lass uns ein paar Meter laufen“, habe der Angeklagte, der das Auto fuhr, zu ihm gesagt und sei ausgestiegen. Auf dem Weg hätte er ihm seinen Ellenbogen gegen die Schläfe gestoßen, während der Beifahrer ihn von hinten angesprungen und getreten hätte.

Anschließend hätte der Fahrer ihm noch zweimal die Faust gegen die Schläfe gedrückt und 700.000 Euro von ihm verlangt. Die könnte er im Rahmen seiner Möglichkeiten in Raten bezahlen und in dem Laden seines Kollegen in Rheine hinterlegen. Der mutmaßliche Erpresser hätte ihn beschuldigt, schwerwiegende Straftaten begangen zu haben, „aber damit hatte ich nichts zu tun“, sagte der Geschädigte.

Zeuge erstattet Anzeige bei der Polizei

Zudem hätte der Angeklagte behauptet, mit den „Hells Angels“ in engem Kontakt zu stehen. Diese hätten den Geschädigten seit 18 Monat observiert. Als Beweis hätte er ihm Fotos von seinem Auto gezeigt und beschrieben, wo er wohne und wann sein Kind zum Kindergarten gebracht würde. „Meine Lebensgefährtin ist deswegen in Panik geraten und mit dem Kind ausgezogen. Sie lebt in ständiger Angst“, erklärte der Zeuge. Er erstattete sofort Anzeige bei der Polizei.

Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt und das Urteil erwartet.

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