Tierhaltung
Münsterland wird zur Schweinehochburg

Münster -

Das Münsterland wird immer mehr zur Schweinehochburg des Landes. 60 Prozent aller Tiere werden in Betrieben der Region gehalten und gezüchtet. Das hat auch Folgen für die Natur.

Montag, 24.06.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 24.06.2019, 15:44 Uhr
Im Münsterland werden immer mehr Schweine gezüchtet. 
Im Münsterland werden immer mehr Schweine gezüchtet.  Foto: dpa

Im Münsterland werden immer mehr Schweine gehalten und gezüchtet. Entgegen dem Landestrend steigt im Regierungsbezirk die Zahl der Tiere auf ein neues Rekordhoch. Nach Angaben des Statistischen Landesamtes stieg die Zahl der Tiere im Regierungsbezirk auf 4,189 Millionen. In ganz Nordrhein-Westfalen gibt es bei abnehmender Tendenz nach den Berechnungen 6,91 Millionen Tiere – im Münsterland werden somit 61 Prozent aller Schweine gehalten.

Hohe Nitrat-Ablagerungen im Grundwasser Westmünsterlands

„Wir sehen gerade die Folgen des Strukturwandels. Die kleinen Betriebe geben auf, die großen werden immer größer“, bestätigt Hans-Heinrich Berghorn, Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) den Trend zu einer weiteren Konzentration in der Tierhaltung.

Im Münsterland gebe es große und wirtschaftlich überlebensfähige Höfe und Betriebe, die aufgrund des Marktdrucks weiter expandieren könnten und müssten. Dies hat natürlich nicht nur wirtschaftliche Folgen, sondern auch ökologische: Die Belastung des Grundwassers durch hohe Nitrat-Ablagerungen ist im Westmünsterland hoch und eine Folge der intensiven Tierhaltung.

Gute Marktlage für Schweinezüchter

Dabei ist die Marktlage für die Schweinezüchter im Moment gut. Die Preise sind in den vergangenen Monaten vor allem durch hohe Nachfrage aus China stark gestiegen und verharren auf einem hohen Niveau.

Grund ist die massenhafte Tötung von Tieren in Fernost in Folge der Afrikanischen Schweinepest. China kann schon heute seine eigene Nachfrage nach Schweinefleisch nicht mehr allein decken und ist auf Import vor allem aus Europa angewiesen. Und Deutschland ist neben Spanien der Hauptlieferant.

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