Flüchtlinge aufnehmen
Ein Brief an die Bundeskanzlerin

Nottuln -

Die Gemeinde Nottuln ist bereit, zusätzliche Flüchtlinge aufzunehmen. Das hat Bürgermeisterin Manuela Mahnke jetzt auf Wunsch der Nottulner Politik nach Berlin gemeldet.

Donnerstag, 13.06.2019, 23:00 Uhr
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bekommt Post aus Nottuln.
Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel bekommt Post aus Nottuln. Foto: dpa

Im Namen der Gemeinde Nottuln hat Bürgermeisterin Manuela Mahnke einen Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel geschrieben. Darin erklärt sie die Bereitschaft der Gemeinde, weitere Flüchtlinge aufzunehmen. Den entsprechenden Bürgerantrag der Friedensinitiative Nottuln hatte der Haupt- und Finanzausschuss mit 11:1 Stimmen bei fünf Enthaltungen beschlossen.

„Die menschliche Katastrophe im Mittelmeer erreicht neue erschreckende Ausmaße“, schreibt Manuela Mahnke. „Seit Anfang des Jahres sind an den Grenzen der Europäischen Union wieder Menschen gestorben. Allein im Juni des letzten Jahres ertranken 629 Menschen auf dem Weg über das Mittelmeer – unter anderem als unmittelbare Folge der Behinderung und Kriminalisierung von privaten Initiativen zur Seenotrettung.“ Dies, so die Bürgermeisterin, widerspreche dem Kern der europäischen Idee und zerstöre ihre Basis aus Humanismus, Aufklärung und Menschenrechten.

„Wie bereits die Oberbürgermeister von Düsseldorf, Bonn und Köln sowie die Bürgermeister weiterer deutscher Städte können und wollen wir in Nottuln in Not geratene Geflüchtete aufnehmen“, bietet Manuela Mahnke der Bundeskanzlerin an. Sie gehe davon aus, dass die Unterbringung dieser Flüchtlinge im Rahmen der bestehenden Kapazitäten erfolgt und „insofern die allgemeinen Regeln der Refinanzierung der Flüchtlingskosten durch Bund und Land Anwendung finden“.

„Wir wollen uns gegen die vermeintlich herrschende Stimmung stellen, dass Zäune und Mauern statt eines gerechten europäischen Verteilsystems die Not der Geflüchteten lösen könnten. Wir wollen ein Signal für Humanität, für das Recht auf Asyl und für die Integration Geflüchteter setzen.

Wir stimmen mit Ihnen überein, dass es eine neue europäische Lösung für die Aufnahme, die Asylverfahren sowie die Integration oder die Rückführung von Geflüchteten geben muss.

Bis diese europäische Lösung mit allen Beteiligten vereinbart ist, ist es dringend geboten, die Seenotrettung im Mittelmeer wieder zu ermöglichen und die Aufnahme der geretteten Menschen zu sichern; wir wollen unseren Beitrag dazu leisten.“

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