Ostbevern will Klimanotstand ausrufen
Aus der Tugend eine Not gemacht

Ostbevern -

Mit „Fridays for Future“, „Scientists for Future“ und „Extinction Rebellion“ hat sich eine neue Umweltbewegung auf den Weg gemacht, die nun auch Ostbevern erreicht hat. Denn im Umwelt- und Planungsausschuss wurde die Grundlage dafür gelegt, das die Gemeinde Ostbevern den Klimanotstand ausrufen kann.

Samstag, 25.05.2019, 08:00 Uhr aktualisiert: 26.05.2019, 21:40 Uhr
Die Gemeinde Ostbevern ist auf dem Weg, wie andere Städte, Kommunen und Gemeinden auch schon, den Klimanotstand auszurufen.
Die Gemeinde Ostbevern ist auf dem Weg, wie andere Städte, Kommunen und Gemeinden auch schon, den Klimanotstand auszurufen. Foto: dpa

Die Bevergemeinde ist in vielen Belangen rund um das Thema Klimaschutz vorbildlich. Doch trotz diverser tugendhafter Aktionen wurde nun vorgeschlagen, den Klimanotstand (WN berichteten) auszurufen.

Los Angeles und Münster sind zwei von vielen Städten, die es bereits vorgemacht haben, und auch Ostbevern steht nun kurz davor, ihnen zu folgen. Denn im Umwelt- und Planungsausschuss wurde bei drei Enthaltungen beschlossen, dass die Bevergemeinde den Klimanotstand ausruft. Was dramatisch klingt, soll aber vor allem symbolisch verstanden werden. Es muss allerdings noch der Rat in seiner Zusammenkunft im Juni dem von der SPD eingebrachten Antrag zustimmen.

Drei Enthaltungen, keine Gegenstimmen. Und doch gab es mehr als ein kritisches Wort zu dem Unterfangen, das in der Sache alle richtig und wichtig empfanden und auch einstuften, aber „wir machen schon sehr viel seitens der Politik und Verwaltung. Nicht zu vergessen die vielen Menschen, die hier leben und sich vor Ort engagieren. Wir von der FDP würden uns daher wünschen, dass wir hier nicht über ein pauschales Dokument abstimmen, sondern ein auf Ostbevern ausgerichtetes formulieren“, erklärte Sebastian Hollmann, der ergänzte, dass er das Wort Notstand in diesem Kontext auch etwas überzeichnet finde.

Die Meinung der Liberalen teilten die Grünen hingegen nicht. „Spezifiziert auf Ostbevern? Das heißt, erstmal vertagen – und sowas dauert ja dann auch immer. Deswegen werden wir auf jeden Fall dafür stimmen“, erklärte Benedikt Beiers. Und auch die CDU war für den Antrag, wie Bernhard Everwin ausführte: „Auf den ersten Blick wirkt die Annahme dieses Antrags wie ein Eingeständnis, dass wir zu wenig machen würden, was schlicht falsch ist, sind wir doch viel weiter als viele andere Kommunen. Dennoch sind wir mehrheitlich dafür und werden entsprechend dem Antrag zustimmen.“ Den Ball nahm Peter Eisel (SPD) dankend auf, der sich nicht nur darüber freute, dass die Mitglieder des Ausschusses mehrheitlich dem Antrag zustimmten. „Es stimmt, dass in Ostbevern viel getan wird, aber das Klima kennt keine Orts- oder Landesgrenzen. Deswegen ist dieser Beschluss für uns so wichtig.“

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