Nagetierplage
Keine Ruhe im Rattenhaus - Nachbarin reißt Geduldsfaden

Ahlen -

Nervenkrieg, vierte Woche! Und noch immer keine Ruhe im Rattenhaus. „Langsam reißt mir der Geduldsfaden“, sagt Nachbarin Mary Kühn-Schrein. Die Ahlenerin ist mit ihren Nerven am Ende.

Donnerstag, 23.05.2019, 21:45 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 21:50 Uhr
Maßnahmen gegen die Ratten von nebenan: Das Grün vor dem Wohnzimmerfenster wurde zurückgeschnitten, die Löcher im Gemäuer wurden verfüllt.
Maßnahmen gegen die Ratten von nebenan: Das Grün vor dem Wohnzimmerfenster wurde zurückgeschnitten, die Löcher im Gemäuer wurden verfüllt. Foto: Ulrich Gösmann

Blumen pflanzen, Beete harken und vielleicht noch einen Cappuccino in lauschiger Gartenatmosphäre genießen: Das wär‘s gewesen an diesem Donnerstag. Stattdessen sitzt Mary Kühn-Schrein im Wohnzimmer. Abgeschirmt vom Frühling und ihrer unmittelbaren Außenwelt. Im grünen Kleinod an der Roonstraße tummeln sich derweil andere: die Ratten aus dem Nachbarhaus. Ja – noch immer!

„Wir hampeln hier schon einen Monat rum“, zeigt sich die Ahlenerin ungehaltener denn je. Geduld solle sie haben. Immer wieder höre sie das Wort Geduld. Der letzte Apriltag war‘s, als die erste Ratte über das Gemäuer eines alten Anbaus zu ihr in den Garten rüberhuschte. Seitdem laufen sie. Bis heute! Vergangenen Freitag riss Mary Kühn-Schrein nach all den hoffnungsstimmenden Behördenbesuchen und Gegenmaßnahmen der Geduldsfaden.

Zustrom aus dem Abwassernetz

Vier Nager gleichzeitig im Garten. Dazu die Nummer 13 in der Lebendfalle. Und als wenn das noch nicht gereicht hätte: ein Ast-Akrobat in ihren Forsythien, der neugierig durchs verschlossene Wohnzimmerfenster blickte. Igitt! „Ich konnte es nicht mehr ertragen“, sagt die 60-Jährige. Ihr Mann griff zur Heckenschere, stutzte das Grün und verputzte – nach Rücksprache mit dem Eigentümer des Anbaus – Löcher im Gemäuer.

Sie huschen immer noch über den Hof.

Mary Kühn-Schrein

Und nun? Der Kammerjäger, der am vergangenen Wochenende zum zweiten Mal im Rattenhaus am Lütkeweg auslegte, komme am Samstag wieder. Zur dritten Runde, sagt sie. „Ich weiß, dass sie drüben gut gefressen haben.“ Das Müllproblem, das sich vor zwei Wochen neu auftat, scheint gelöst. Die Säcke seien verschwunden, angeknabberte Tonnen gegen einen Container ausgetauscht, ein ausgeschlachtetes Auto von einem angrenzenden Garagenhof abtransportiert worden. Und trotzdem: „Sie huschen immer noch über den Hof“, sagt Mary Kühn-Schrein. Der Zustrom aus dem Abwassernetz wolle einfach nicht abreißen. Warum setze man hier nicht schon mit ersten Maßnahmen an?

Hunde dürfen nicht in den Garten

Lüften? Das schafft Mary Kühn-Schrein nur noch mit Unterstützung ihrer Mitmieterin, die sich in die Terrassentür stelle. Sie selbst habe keine Nerven mehr. Das Gefühl, dass irgendwo etwas herhusche, sei allgegenwärtig. Ihre selbstverordnete Gartenabstinenz gilt auch für beide Hunde: „Ich habe Panik davor, dass hier eine vergiftete Ratte herumliegt.“ Wer weiß, was bei Kontakt noch alles passieren könne.

Kraft zieht Kühn-Schrein jetzt aus einem spontan gebuchten Urlaub. In Kürze soll‘s an die See gehen. Ein paar Tage raus. Abstand gewinnen. Um wieder hoffen können, dass das Rattenproblem bis zur Rückreise endlich gelöst ist.

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