Landwirte und Jäger arbeiten zusammen
Mehr Schutz für Wildtiere

Heek -

Es tut sich aktuell viel auf den Feldern, teils rund um die Uhr. Die Landwirte sind intensiv damit beschäftigt, die Mahd speziell von Grünland oder Grünroggen voranzutreiben. Das Problem: Der Termin fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen.

Samstag, 04.05.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 04.05.2019, 14:45 Uhr
Gefährliche Zeit für Wildtiere, wenn – wie zurzeit – das Gras geschnitten wird.
Gefährliche Zeit für Wildtiere, wenn – wie zurzeit – das Gras geschnitten wird. Foto: dpa

Es tut sich aktuell viel auf den Feldern, teils rund um die Uhr. Die Landwirte sind intensiv damit beschäftigt, die Mahd speziell von Grünland oder Grünroggen voranzutreiben. Das Problem: Der Termin fällt mit der Brut- und Setzzeit vieler Wildtiere zusammen, die in Wiesen und Grünroggen ihren Nachwuchs aufziehen. „Wir setzen hier auf eine bewährte Zusammenarbeit von Landwirten, Lohnunternehmern und Jägern, um die Tiere in ihrem natürlichen Raum zu schützen und entsprechend Rücksicht zu nehmen“, erklärt dazu Johannes Röring, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV).

Das kann der Heeker Ortslandwirt Heinz Bendfeld bestätigen. Er hat als aktiver Jäger gleichsam den „doppelten Blick“ auf die Thematik: „Wir von der Jagdgenossenschaft gehen aktiv auf unsere Landwirte zu, um die Terminierung der Mahd abzufragen.“ Kurz vor dem Termin würden dann präventive Maßnahmen vor Ort vorgenommen – unter anderem mit Jagdhunden könnten die betroffenen Flächen dann gezielt kontrolliert werden.

Kurz vor dem Mähen können die Tiere auch durch Stangen mit flatternden Tüchern oder auch Blinklampen, Luftballons und Windräder gewarnt werden. „Das muss alles sehr kurzfristig passieren, damit vor allem die Muttertiere dies als Störung empfinden und sich nicht daran gewöhnen“, so Heinz Bendfeld.

Das Absuchen der Wiesen soll helfen

Es gebe auch sogenannte akustische Wildretter, die an Feldflächen aufgestellt werden und Wildtiere wie Rehkitze, Fasane und Hasen durch einen schrillen Pfeifton vor den anstehenden Mäharbeiten warnen, sodass diese ausreichend Zeit haben, die Feldfläche zu verlassen. Das Absuchen der Wiesen und die Vergrämung (Vertreibung) soll helfen, Wildtierverluste zu vermeiden. Mitunter werden zu diesem Zweck heute schon Drohnen eingesetzt. Der Heeker Heinz Bendfeld verweist auch auf den „kontinuierlichen technischen Fortschritt“.

Zunehmend setzen Landwirte bei ihren Feldarbeiten akustische Wildretter ein. Diese erzeugen einen hochfrequenten Signalton und sind angebracht an den landwirtschaftlichen Maschinen. Um die Wildverluste zu reduzieren, hat das Land Nordrhein-Westfalen im seit November 2016 geltenden Landesnaturschutzgesetz zudem das Verbot aufgenommen, bei der Mahd auf Grünlandflächen ab einem Hektar Größe von außen nach innen zu mähen. Darauf weist jetzt der Kreis Borken hin. Die Mähweise „von innen nach außen“ schützt Wildtiere, da sie so die Möglichkeit haben, während des eigentlichen Mahdvorgangs nach außen vor den Maschinen zu flüchten.

„Artenschutz ist im Sinne aller“

„Der Artenschutz ist im Sinne aller“, sagt Heinz Bendfeld. Wildtierschonend zu mähen, sei vor dem Hintergrund der Futterhygiene auch für den Landwirt von hoher Bedeutung. Für Heinz Bendfeld ist wie immer eines wichtig: „Man muss miteinander reden – und das frühzeitig. Das klappt bei uns sehr gut.“

Neben der Landwirtschaft sei jeder Einzelne in der Pflicht, etwas für den Artenschutz zu tun, ergänzt der CDU-Bundestagsabgeordnete Johannes Röring. Viele Westfalen schätzten die ländlich geprägten Ausflugsziele. „Bei Freizeitaktivitäten bitten wir darum, Rücksicht auf die Belange der Tiere zu nehmen, die jetzt brüten oder ihre Jungen aufziehen.“

Und: „Abseits von Waldwegen, auf Wiesen und Brachflächen kann es schnell passieren, dass Tiere nachhaltig gestört werden.“ Es bestehe die Gefahr, dass Bodenbrüter wie Rebhühner, Fasane oder Kiebitze aufgescheucht werden, wenn beispielsweise Hunde über die Äcker laufen. Gerade der Schutz des Kiebitzes genieße hohe Priorität.

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