Verwirrung um Ausbau der Bahnstrecke Münster-Lünen
Nuschelige Lautsprecherdurchsagen auf Gleis 9 ¾

Münster -

Ein Zug wird kommen, soviel ist klar, aber das reicht nicht. Zwei Züge sollen es sein, gleichzeitig, zweigleisig eben. Das wünschen sie sich südlich von Münster seit Jahrzehnten. Doch die Antwort auf die Frage, ob die Bahnstrecke Münster–Lünen ausgebaut wird, gibt‘s nur Zug um Zug...

Donnerstag, 25.04.2019, 08:34 Uhr aktualisiert: 25.04.2019, 08:37 Uhr
Derzeit einspurig, so viel ist klar: Die Bahnstrecke Münster-Lünen. Aber was bringt die Zukunft?
Derzeit einspurig, so viel ist klar: Die Bahnstrecke Münster-Lünen. Aber was bringt die Zukunft? Foto: Wilfried Gerharz

Lange sah es schlecht aus für zügige Züge Richtung Münster. Das zweite Gleis galt nur als „potenzieller Bedarf“ – der Zug schien abgefahren. Plötzlich aber standen die Signale auf Fahrt, der Zug rollte an – und alle freuten sich über das Bundesschienenwegeausbaugesetz von 2016, in dem Münster-Lünen als „vordringlicher Bedarf“ bezeichnet wurde.

Doch in der vergangenen Woche zogen die SPD-Bundestagsabgeordneten aus NRW die Notbremse: Lediglich ein sechs Kilometer langes Teilstück der rund 30 Kilometer langen Strecke werde zweigleisig, das hätten sie in Berlin gehört. Kann das sein? Waren die Lautsprecherdurchsagen zu nuschelig – oder gibt es gar einen Oberleitungsschaden in Ministerien und bei der Bahn?

Nur SPD-Panikmache?

Dort schüttelten alle den Kopf. Alles planmäßig, hieß es. Vorsicht am Bahnsteig, die Züge fahren bald ein.

War das also nur SPD-Panikmache? Kein feiner Zug von den Sozis, fanden jedenfalls die hiesigen CDU-Bundestagsabgeordneten, und schrieben eine ruppige Pressemitteilung, die am Montag in den Redaktionen einlief. „Hier wird nun völlig grundlos Unruhe verbreitet“, wetterten sie. „Wir waren der nachhaltigen Verbesserung dieser für das Münsterland wichtigen Nordsüdtrasse noch nie näher.“

Was denn nun? Weiche falsch gestellt, hat sich jemand im Kursbuch verblättert? Wurde nur die Wagenreihung vertauscht oder fährt der Zug heute abweichend von Gleis 9 ¾?

Weiterer Ausbau möglich

Bahn und Ministerium sind am Zug. Von dort kommt die Durchsage: Beschlossen sei bekanntlich, die Strecke in Gänze tauglich zu machen für Tempo 230 und in den Abschnitten C und D – Pardon, zwischen Ascheberg und Capelle - auf sechs Kilometern zweigleisig auszubauen. Zudem werden die Bahnhöfe Davensberg und Münster-Amelsbüren in Betrieb genommen – als „Kreuzungsbahnhöfe“, also für den Zug zum Zug.

Gleichzeitig aber beschäftigt sich eine Expertenrunde mit dem geplanten Deutschland-Takt, einem bundesweit abgestimmten Fahrplan. Und sollte diese Runde zu dem Schluss kommen, dass die Züge zwischen Münster und Lünen die Anschlüsse nur erreichen, wenn die ganze Strecke zweigleisig ist, stehen die Signale auf weiteren Ausbau.

CDU zeigt sich optimistisch

Daraus ziehen die wetternden CDU-Abgeordneten ihren Optimismus: „Das bedeutet, dass der angestrebte Deutschland-Takt mit nur einem Überholabschnitt in der Verbindung Münster–Lünen nicht zu erreichen ist. Ein zusätzlicher Teilausbau wird daher kommen müssen.“

Für weitere Informationen achten Sie bitte auf die Lautsprecherdurchsagen auf dem Bahnsteig.

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