Nach Brandstiftungen in Almelo
Versuchter Mord: Hohe Haftstrafen

Almelo/Gronau -

Das Gericht in Almelo hat drei Männer wegen versuchten Mordes zu langjährigen Haftstrafen verurteilt. Sie hatten in zwei Wohnhäusern in Almelo Brände gelegt. Der Haupttäter wurde zu 16 Jahren Haft verurteilt. Die beiden anderen Männer, die bei je einer der Brandstiftungen beteiligt waren, müssen jeweils acht Jahre ins Gefängnis. Das teilte das Almeloer Gericht nach dem Urteilsspruch am Freitag mit.

Mittwoch, 24.04.2019, 07:00 Uhr
 
  Foto: dpa

Bei den Bränden war glücklicherweise niemand zu Schaden gekommen. Über die Motive für die Taten schwiegen die Angeklagten vor Gericht.

Die Richter kamen zum Schluss, dass der 25-jährige Maurits R. des zweifachen Mordversuchs durch zwei vorsätzliche Brandstiftungen schuldig ist. In der Nacht vom 2. Juni 2017 legte er gemeinsam mit dem 25-jährigen Thomas M. Feuer, und in der Nacht vom 11. November 2017 zusammen mit dem 19-jährigen Dano van V.

Das Verhalten der drei Männer bezeichnete das Gericht als kaltblütig und gnadenlos. Die Brandstiftungen seien planmäßig vorbereitet und ausgeführt worden. Danach hätten sich die Täter entfernt, ohne sich um die Folgen der Brände zu kümmern. Somit hätten sie billigend in Kauf genommen, dass die ahnungslos in ihren Betten liegenden Bewohner der Häuser ums Leben kommen könnten.

Bei Maurits K. kam erschwerend hinzu, dass er an beiden Brandstiftungen beteiligt war, obwohl er wusste, dass die Bewohnerin im ersten Fall nur mit knapper Not den Flammen entkommen war.

Das hielt ihn jedoch nicht davon ab, wenige Monate später in einem weiteren Wohnhaus Feuer zu legen. Auch dieses Mal wäre die Sache beinahe in einer Katastrophe geendet.

Weil die drei Männer sich während des Prozesses zu den Gründen für ihre Taten nicht äußerten, beschäftige die Opfer die Frage, warum gerade in ihren Wohnungen Feuer gelegt wurde. Die Opfer und ihre Nachbarn werden sich ihr Leben lang mit den Folgen der traumatischen Erlebnisse auseinandersetzen müssen, so das Gericht.

Die Brandstiftungen stehen offenbar in Zusammenhang mit anderen, ähnlich gelagerten Gewalttaten in der Twenter Unterwelt. Dazu gehören auch der Mordversuch an einem Friseur in Enschede (er wurde mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet) und die Schüsse auf einen Autofahrer auf der Eper Straße in Gronau im Mai 2017.

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