Gasflaschen explodierten bei WDI in Hamm
Verletzte bei Großbrand

Hamm -

Sechs Verletzte, zahlreiche Evakuierte und ein Millionenschaden: Ein Großbrand im Hammer Westen hielt am Ostermontag zahlreiche Feuerwehr- und Rettungskräfte aus dem gesamten Umland in Atem.

Montag, 22.04.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 18:54 Uhr
Der Einsatzort rund um die Hallen der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) wurde zwar komplett abgesperrt, aber die massive Rauchentwicklung blieb zahlreichen Menschen im Umland nicht verboren. Zur Sicherheit wurde die unmittelbare Nachbarschaft evakuiert.
Der Einsatzort rund um die Hallen der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) wurde zwar komplett abgesperrt, aber die massive Rauchentwicklung blieb zahlreichen Menschen im Umland nicht verboren. Zur Sicherheit wurde die unmittelbare Nachbarschaft evakuiert. Foto: Ralf Day

Ob es ein Funke war, der das Feuer bei Reparaturarbeiten auslöste, konnte zunächst nur gemutmaßt werden. Fest steht: Um 12.15 Uhr wurde Alarm gegeben, nachdem der Brand in einer Halle der Westfälischen Drahtindustrie (WDI) an der Wilhelmstraße entdeckt worden war.

Drei Mitarbeiter aus dem betroffenen „Hauptaggregat Beize“, in dem chemische Stoffe gelagert werden, seien direkt zu Beginn des Brandes verletzt worden, als sie versuchten, das Feuer mit Schaumlöchern einzudämmen, meldete die Polizei. Auch zwei Passanten erlitten Rauchgasvergiftungen und wurden in ein nahes Krankenhaus transportiert. Beize ist grundlegend für die Weiterverarbeitung von Drähten, die in dem Unternehmen produziert werden.

Im weiteren Einsatzverlauf wurde auch ein Feuerwehrmann verletzt, so die Polizei. Außerdem explodierten beim Eintreffen der ersten Kräfte gerade zwei Gasflaschen.

Mehr als 120 Einsatzkräfte waren wenig später vor Ort im Einsatz, um das Feuer zu löschen und die Rauchentwicklung einzudämmen – nicht nur Kräfte der Hammer Wehr, auch die Freiwillige Feuerwehr Bönen als überörtliche Hilfe sowie die ABC-Züge aus Werl, Soest, Dortmund und Bochum. Unter anderem funktionierten sie den gesamten Parkplatz des Hellweg-Baumarktes zum Bereitstellungsraum um. Die Ahlener Wehr stellte ihren Abrollcontainer Atemschutz.

Die Bevölkerung der umliegenden Wohngebiete wurde mit Lautsprecherdurchsagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass giftige Stoffe ausgetreten sind, erfolgte die Evakuierung der Anwohner der Wilhelmstraße, der Viktoriastraße, des Viktoriaplatzes, der Hugo-Küching-Straße und der Steinstraße. Das Umweltamt maß die Schadstoffkonzentration.

Um 14.25 Uhr begann die Evakuierung der Wohn- und Geschäftshäuser im unmittelbaren Umfeld. Das Einsatzgebiet wurde weiträumig abgesperrt, auch aufgrund der massiven Rauchentwicklung. Anwohner Richtung Norden und Osten wurden gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Die Warn-App „Nina“ verbreitete diese Warnung im Eiltempo.

Busse transportierten die Evakuierten im Laufe des Nachmittags zur Friedensschule, wo eine Auffangstation eingerichtet für diejenigen eingerichtet wurde, die nicht bei Verwandten oder Freunden unterkamen. Die Ahlener Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) verstärkte ihre Hammer Kollegen bei der Betreuung der Betroffenen.

Die Polizei nahm unterdessen die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Löscharbeiten dauerten bis in den Abend an. Gegen 17 Uhr konnten die Evakuierten in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr hat für Betroffene ein Bürgertelefon unter der Nummer 0 23 81 / 90 32 61 geschaltet.

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