Brand mittlerweile gelöscht
Feuer wütete im Naturschutzgebiet Gildehauser Venn

Gronau/Gildehaus -

Eine Fläche von rund 30 Hektar war am Sonntagabend im Gildehauser Venn in Flammen geraten. Auch Einsatzkräfte aus Gronau waren ausgerückt, um den Brand wieder unter Kontrolle zu bringen. Das ist der Feuerwehr mittlerweile gelungen.

Montag, 22.04.2019, 11:12 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 14:13 Uhr
Meterhoch loderten die Flammen im Gildehauser Venn in die Höhe. Feuerwehrleute aus der gesamten Region - darunter auch 45 Wehrleute aus Gronau und Epe – waren stundenlang bis in die Nacht zum Ostermontag im Einsatz.
Meterhoch loderten die Flammen im Gildehauser Venn in die Höhe. Feuerwehrleute aus der gesamten Region - darunter auch 45 Wehrleute aus Gronau und Epe – waren stundenlang bis in die Nacht zum Ostermontag im Einsatz. Foto: Henrik Hille/Grafschafter Nachrichten

Für die Gronauer Feuerwehr und das Technische Hilfswerk (THW) Gronau ist der Einsatz im Gildehauser Venn am frühen Morgen des Ostermontags beendet. Gegen 1.30 Uhr rückten die letzten der rund 45 Gronauer und Eper Wehrleute sowie der 23 THW-Helfer nach dem Löscheinsatz wieder ein. Ausgerückt waren die Feuerwehrleute am Sonntagabend gegen 18.40 Uhr, um gemeinsam mit Feuerwehren aus Gildehaus, Bentheim, Schüttorf und Losser gegen die Flammen im Naturschutzgebiet zu kämpfen.

Nach Angaben der Grafschafter Nachrichten stand dort am frühen Sonntagabend aus noch ungeklärter Ursache eine Fläche von rund 30 Hektar in Flammen. Das Feuer breite sich in Richtung Gronau aus, hieß es später. Bis drei Uhr in der Nacht kämpften 350 Einsatzkräfte gegen den Brand an.

Auch das THW Gronau war mit 23 Helferinnen und Helfern sowie vier Fahrzeugen vor Ort, die um 21.04 Uhr alarmiert worden waren. Der Ortsverband stellte die Notstromversorgung sicher und beleuchtete die Zuwege und Einsatzstellen. Gegen 1 Uhr in der Nacht waren die Brände in ihrem Einsatzbereich soweit unter Kontrolle, dass sie die Beleuchtung wieder abbauen konnten.

Feuer im Gildehauser Venn

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  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Henrik Hille/Grafschafter Nachrichten
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Henrik Hille/Grafschafter Nachrichten
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Henrik Hille/Grafschafter Nachrichten
  • Meterhoch lodern die Flammen im Gildehauser Venn in die Höhe.

    Foto: Feuerwehr Gronau
  • Eine dunkel Rauchfahne trübte den Sonnenuntergang im Gildehauser Venn am Ostersonntag.

    Foto: Klaus Wiedau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Klaus Wiedau
  • Weithin sichtbar ist am frühen Abend des Ostersonnntags die Rauchsäule über dem Gildehauser Venn zu sehen.

    Foto: Klaus Wiedau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Klaus Wiedau
  • Um die Flammen zu löschen, waren auch Einsatzkräfte aus Gronau und Epe vor Ort.

    Foto: Feuerwehr Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Feuerwehr Gronau
  • Auch Helferinnen und Helfer des THW-Ortsverbandes Gronau waren vor Ort.

    Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Sie stellten die Beleuchtung bei Nacht sicher.

    Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau
  • Ein Brand war am Sonntagnachmittag im Gildehauser Venn ausgebrochen. Eine Fläche von rund 30 Hektar war in dem Naturschutzgebiet in Flammen geraten. Foto: Ralf Kosse/THW Gronau

Anfahrt wurde zum Problem

Am Montagmorgen dann hatte die Feuerwehr laut Grafschafter Nachrichten den Brand unter Kontrolle, es waren am Vormittag aber noch kleinere Nachlöscharbeiten nötig. Wehrleute kontrollierten das Gebiet daher weiter, um ein erneutes Entfachen der Flammen im Keim zu ersticken. Landrat Dr. Kai Zwicker dankte den Einsatzkräften aus dem Kreis Borken „ganz herzlich für ihren erfolgreichen Einsatz zu Ostern über die Kreis- und Landesgrenze (zu Niedersachsen) hinweg“.

Die Löscharbeiten gestalteten sich wegen der Anfahrt mit den schweren Löschfahrzeugen zur Brandstelle schwierig. Mit Feuerpatschen und Wasser, das teilweise über Kilometer an die Einsatzstelle geschafft werden mussten, gingen die Wehrleute gegen die teilweise meterhoch lodernden Flammen vor. „An den Außengrenzen konnten wir den Brand bereits eindämmen, im Inneren ist das Feuer aber noch nicht unter Kontrolle“, hatte Uwe Vernim, Kreisbrandmeister der Grafschaft Bentheim, noch am Sonntagabend im Gespräch mit den Kollegen der Grafschafter Nachrichten gesagt.

Größter Brand seit 20 Jahren

Die dunklen Rauchwolken, die am Abend über dem Venn standen, bescherten nicht nur der Feuerwehr Arbeit, sondern zogen auch Schaulustige in Scharen an, die mit Autos, Motorrädern und Fahrrädern Richtung Venn unterwegs waren und dabei oft die schmalen Feld- und Waldwege blockierten.

Bad Bentheims Bürgermeister Volker Pannen sprach gegenüber den Grafschafter Nachrichten später „vom größten Brand im Gildehauser Venn seit 20 Jahren“.

Viele Einsätze fast gleichzeitig

„Das lief fast alles parallel!“ Feuerwehr-Chef Marco van Schelve zieht am Morgen des Ostermontags eine kurze Bilanz des ersten Ostertages. Und der hatte es ab dem frühen Abend in sich: Es beginnt um 17.23 Uhr. Ein Zeuge meldet „verdächtigen Rauch“ im Amtsvenn. Der Alarm ist harmlos – es sind drei angemeldete Osterfeuer.

Gegen 18.30 Uhr der nächste Einsatz im Kloster in Epe: Dort geraten draußen gestapeltes Holz und andere Gegenstände in Brand. Das Feuer ist schnell gelöscht. Nur Minuten später folgt um 18.41 Uhr die Alarmierung für den Einsatz im Gildehauser Venn. 18.45 Uhr: Die Feuerwehr rückt in den Kottiger Hook aus – auch dort ist ein Osterfeuer außer Kontrolle geraten. 

20.45 Uhr: Eine Familie steckt in einem Aufzug in einem Gebäude an der Ochtruper Straße fest – Einsatz für die Feuerwehr. Böschungsbrand im Bereich Heerweg/An der Eßseite lautet die Alarmierung um 20.51 Uhr. Um 21.24 Uhr gerät ein weiteres Osterfeuer im Bereich Am Forstgarten außer Kontrolle – die Flammen schlagen auf Bäume über; die Feuerwehr löscht.

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Günstige Windverhältnisse

Das Gildehauser Venn (650 Hektar) gilt als eines der naturkundlich wertvollsten Feuchtgebiete Nordwestdeutschland. Die Kernzone, in der ein vollkommenes Nutzungsverbot gilt, umfasst rund 350 Hektar, daneben gibt es eine Pufferzone von rund 300 Hektar. Das 1985 als Naturschutzgebiet ausgewiesene Moor- und Heideareal, ist durchzogen von lang gestreckten Dünenrücken und gilt als Lebensraum für viele Wiesenvögel, unter anderem Neuntöter, Kiebitz, Großer Brachvogel und Bekassine.

Durch Brände in Mitleidenschaft gezogen wurde das Gebiet im April 1996, damals wurden weite Teile des Venns zerstört. Allerdings erholte sich die Natur rasch wieder. Ein weiterer Großbrand wütete im März 2014 im Venn. Das Feuer dehnte sich dabei auf einer Fläche von rund 150 Hektar aus, konnte aber innerhalb von nur 16 Stunden gelöscht werden.

Glück im Unglück bei dem Feuer am Ostersonntag war, dass im Gegensatz zum Brand vor fünf Jahren der Wind nicht so stark wehte. Allerdings fanden die Flammen in dem trockenen Venn reichlich Nahrung.

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