Freilichtspiele Tecklenburg
Maß nehmen für die neue Saison

Tecklenburg -

Die Bühne wird geschrubbt, Kulissen entworfen und in der Schneiderei hängt schon knapp die Hälfte der Kostüme für die neue Saison auf Bügeln. Bevor es bei der Freilichbühne in Tecklenburg losgehen kann, gibt es viel zu tun.

Montag, 22.04.2019, 15:00 Uhr aktualisiert: 22.04.2019, 17:54 Uhr
Lagebesprechung auf der Bühne (v.l.):Sylwester Gajaszek (Leitung Bühnenbildbau), Jens Janke (Bühnenbild) und Dieter Basner (Technische Leitung) planen die Kulissen. Jürgen Christ
Lagebesprechung auf der Bühne (v.l.):Sylwester Gajaszek (Leitung Bühnenbildbau), Jens Janke (Bühnenbild) und Dieter Basner (Technische Leitung) planen die Kulissen. Jürgen Christ

Das leise Rattern der Nähmaschinen erfüllt den Raum. Ein Meer aus bunten Knöpfen lagert in einer Kiste. Es liegen Gürtelschnallen, Garn und Stecknadeln parat. Ohne all das geht in der Schneiderei der Freilichtspiele Tecklenburg nichts. Janine Hagedorn beugt sich an ihrem Arbeitsplatz tief über ein Schnittmuster: „Das wird ein Ärmel.“ Hinter ihr hängen unzählige Muster, beschriftet und nach Stücken sortiert. Die Kollegen greifen zum Maßband, schneiden Stoff zu, nähen die Kostüme. Die Vorbereitungen für die Saison laufen seit Oktober, rund um Ostern herrscht Hochbetrieb. Bevor die erste Premiere am 20. Mai über die Bühne gehen kann, gibt es noch viel zu tun.

Eine Etage tiefer hat Radulf Beuleke sein Büro. Bei dem Vorsitzenden des Trägervereins und Intendanten der Freilichtbühne laufen die Fäden zusammen. „Im Augenblick wird am Bühnenbild gearbeitet. Und in der Schneiderei hängen schon 50 Prozent aller Kostüme“, sagt er. Das Bühnenbild stehe „im Ansatz“, noch brauche es viele Absprachen mit den Technikern. Doch das ist längst nicht alles. Das Orchester braucht Noten, die Darsteller ihre Texte: „Das alles muss vor Ostern geregelt sein.“

Drei Stücke in jeder Saison

Auch in dieser Saison werden auf der Freilichtbühne in Tecklenburg, idyllisch in einer Burgruine gelegen, drei Stücke aufgeführt. Jedes Jahr gibt es ein Familienmusical und zwei Großproduktionen, davon eine Unterhaltungsshow und eine mit „ernsterem Charakter“, wie Beuleke sagt: „Damit die Zuschauer eine Möglichkeit haben, sich zu entscheiden.“ Und das kommt an: Als am 15. November der Vorverkauf für die anstehende Spielzeit begonnen hat, standen laut Beuleke 150 Menschen vor der Geschäftsstelle. 2018 haben 118 000 Zuschauer die Freilichtbühne besucht. Auch dank des Wetters, sagt Beuleke. Wenn er sich etwas wünschen könnte, dann „gerne wieder einen Sommer wie 2018“. Vor allem die Zahl der Spontanbesuche sei dadurch gestiegen.

Die Freilichtspiele Tecklenburg vor dem Saisonstart

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  • Ein Mitarbeiter reinigt die Bühne der Freilichtspiele Tecklenburg – die neue Saison steht bevor.

    Foto: Jürgen Christ
  • Jens Janke ist in diesem Jahr zum ersten Mal für das Bühnenbild verantwortlich. Vorab wird viel gemessen und geplant.

    Foto: Jürgen Christ
  • Dieter Basner ist der technische Leiter und seit über 50 Jahren an der Freilichtbühne aktiv, erst auf und mittlerweile hinter der Bühne.

    Foto: Jürgen Christ
  • Noch sind die Ränge leer, auf die Dieter Basner (Technischer Leiter). Im Jahr 2018 zählte die Freilichtbühne 118.000 Zuschauer.

    Foto: Jürgen Christ
  • Bevor die Saison beginnt ist viel Planung notwendig (v.l.): Silwester Gajaszek (Leiter des Bühnenbildbaus), Jens Janke (Bühnenbild) und Dieter Banser (Technische Leitung).

    Foto: Jürgen Christ
  • Das Holzgebilde wird im Stück „Don Camillo und Peppone“ zum Kirchturm. Doch auch beim „Dschungelbuch“ wird der Turm – mit anderer Funktion – zu sehen sein.

    Foto: Britta Schulte
  • Noch erinnert auf der Bühne wenig an einen Dschungel, eine italienische Stadt oder das revolutionäre Russland. Im Sommer wird es hier verschiedene Welten zu sehen geben.

    Foto: Britta Schulte
  • Weil alle drei Stücke während der Saison parallel gespielt werden, sind für das Bühnenbild viele Absprachen zu treffen.

    Foto: Britta Schulte
  • „So machen wir es“: Dieter Basner (Technischer Leiter), Jens Janke (Bühnenbild) und Silwester Gajaszek (Leitung Bühnenbildbau) beraten sich.

    Foto: Britta Schulte
  • Zentrum der Organisation: Radulf Beuleke ist Vorsitzender des Trägervereins und gleichzeitig Intendant. Bei ihm laufen die Fäden zusammen.

    Foto: Jürgen Christ
  • Der Intendant hat oft das letzte Wort: Radulf Beuleke (v.l.) im Gespräch mit Jens Janke (Bühnenbild), Dieter Basner (Technischer Leiter) und Silwester Gajaszek (Leitung Bühnenbildbau).

    Foto: Britta Schulte
  • In der Schneiderei ist viel zu tun, hier türmen sich unter anderem Utensilien für ein Elefantenkostüm.

    Foto: Britta Schulte
  • So könnte es aussehen: An der Freilichtbühne werden viele Kostüme selbst entworfen und genäht.

    Foto: Britta Schulte
  • Keine Schneiderei ohne Nadeln: Die Mitarbeiter haben vor allem jetzt im Frühjahr viel zu tun.

    Foto: Britta Schulte
  • Janine Hagedorn in der „Kammer des Schreckens“: Hier werden alle fertigen Kostüme für die neue Saison gesammelt. In ihren Händen hält sie ein Kostüm für „Doktor Schiwago“.

    Foto: Britta Schulte
  • Janine Hagedorn ist in ihrer vierten Saison an der Freilichtbühne. Sie entwirft die Kostüme für die Kindermusicals.

    Foto: Britta Schulte
  • Zahlreiche Kostüme für die neue Saison sind bereits fertig. Vor allem die Kostüme für „Doktor Schiwago“ seien sehr aufwendig, sagt Janine Hagedorn (nicht im Bild).

    Foto: Britta Schulte
  • Maßbänder, Nähmaschinen, Knöpfe, Gürtel: Die Mitarbeiterinnen haben viel zu tun.

    Foto: Britta Schulte
  • Überall liegen Stoffe und Schnittmuster: Drei Stücke benötigen viele Kostüme.

    Foto: Britta Schulte
  • Die Nähmaschinen stehen jetzt im Frühjahr kaum noch still. Die finalen Arbeiten werden allerdings erst gemacht, wenn die Anproben erfolgt wurden.

    Foto: Britta Schulte
  • Die Stadt ist stolz auf die Freilichtbühne – das sieht jeder, der in die Stadt hineinfährt.

    Foto: Jürgen Christ
  • Die Theaterkasse liegt im Schatten der alten Burg in einer Fußgängerzone.

    Foto: Jürgen Christ

Bevor die Massen in diesem Jahr nach Tecklenburg kommen können, steht noch viel Arbeit an. Im Winter wurde die Pflasterung der Zuschaueraufgänge erneuert, aktuell zieht neue Licht- und Tontechnik ein. So ruhig die Freilichtbühne außerhalb der Saison auch wirkt, es herrscht viel Trubel. Sogar die ersten Proben haben schon begonnen, wie Radulf Beuleke sagt. Die Chöre der Stücke „Don Camillo & Peppone“ und „Doktor Schiwago“ üben bereits.

Die Darsteller werden jedes Jahr begeistert empfangen. Sie beleben den Ort.

Radulf Beuleke

Direkt nach Ostern kommen die Schauspieler nach Tecklenburg. In drei Gruppen reisen die Darsteller aus ganz Deutschland an. Laienschauspieler sind in Tecklenburg übrigens nicht dabei. Die Freilichtbühne setzt auf Profis. Die Chöre jedoch bestehen laut Beuleke aus „enthusiastischen Laien“. Und sie seien viel mehr als ein Chor, sie müssen agieren: „Die Bühne muss belebt sein.“

Für das „Dschungelbuch“ beginnen die Proben in wenigen Tagen, die Darsteller des Stücks „Don Camillo & Peppone“ reisen am 20. Mai an. Erst nach dessen Premiere beginnen die Proben für „Doktor Schiwago“. Alle Darsteller werden in der 9000-Einwohner-Stadt untergebracht. Damit das klappt, muss Radulf Beuleke viel telefonieren: „Bis zu 120 Leute sind für eine Produktion am Start.“ In diesem Jahr seien es etwa 35 Schauspieler, 60 Sänger in zwei Chören und das Orchester. Früher habe man in Tecklenburg oft gesagt: „Vorsicht, die Künstler kommen.“ Doch die Zeiten seien zum Glück vorbei, sagt Beuleke: „Die Darsteller werden jedes Jahr begeistert empfangen. Sie beleben den Ort.“ Und sie scheinen ihn auch zu prägen: Schon auf dem Ortseingangsschild steht „Tecklenburg – Die Festspielstadt“.

Kostüme in der "Kammer des Schreckens"

Zurück in der Schneiderei: Auf Regalbrettern stehen Ordner mit Schnittmustern, große Rollen mit Stoff liegen herum. Janine Hagedorn geht in den benachbarten Raum, „Die Kammer des Schreckens“ steht dort an der Tür. Dort ist es kühl, es riecht nach Stoff und Staub. Kein Wunder: Hier lagern unzählige, bereits fertige Kostüme. Bunte Blusen, Elefantenkostüme und dicke Wintermäntel reihen sich aneinander. Die Kostüme für die Chöre seien fast fertig, nun werde für „Doktor Schiwago“ produziert. „Die Kostüme sind sehr aufwendig“, sagt Hagedorn. Dicke Mäntel und Fellkragen stehen auf dem Programm. „In ein Kostüm kommt ein Kühlakku“, sagt sie. Denn ohne wäre es unter dem Mantel im Sommer wohl nicht auszuhalten. Mit „Doktor Schiwago“ kommt von Juni bis September der Winter nach Tecklenburg. Das Stück spielt in Russland zur Zeit des Ersten Weltkriegs.

„Wie breit sollen die Gürtelschlaufen werden?“, fragt eine Mitarbeiterin. Janine Hagedorn überlegt kurz: „Knapp einen Zentimeter.“ In der Schneiderei müssen täglich viele Entscheidungen getroffen werden. Hagedorn selbst hat die Kostüme für „Das Dschungelbuch“ entworfen, Karin Alberti jene für die Großproduktionen. Das sei ein Prozess, der mehrere Wochen dauere, sagt Hagedorn. Das letzte Wort haben Regisseur und Intendant. Erst dann werden Stoffe ausgesucht, Schnittmuster erstellt und die Nähmaschinen angeworfen. Sobald die Schauspieler vor Ort sind, gibt es eine Anprobe. „Wir kriegen die Maße der Schauspieler, aber ohne eine Anprobe würde es nicht funktionieren“, sagt Hagedorn.

Freilichtbühnen im Münsterland 2019

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  • Waldbühne Heessen:

    Stücke 2019: „Romeo und Julia“ (ab 1. Juni ), „Madagascar – ein musikalisches Abenteuer“ ( ab 10. Juni) und „Sindbad, der kleine Seefahrer“ (ab 2. Juni)

    Sitzplätze: mehr als 1700 (alle überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02381/309090 oder info@waldbuehne-heessen.de

    Adresse: Gebrüder-Funke-Weg 3, 59073 Hamm

    Homepage : www.waldbuehne-heessen.de

    Foto: Waldbühne Heessen
  • Freilichtbühne Greven-Reckenfeld:

    Stücke 2019: „Ein Käfig voller Narren – La Cage aux Folles“ (ab 8. Juni), „Pension Schöller (ab 2. August) und „Die kleine Hexe“ (ab 25. Mai)

    Sitzplätze: 720 (360 überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02575/1566 oder mail@reckenfeld-freilichtbuehne.de

    Adresse: Zur Freilichtbühne 26, 48268 Greven

    Homepage : www.reckenfeld-freilichtbuehne.de

    Foto: Freilichtbühne Greven-Reckenfeld
  • Freilichtspiele Tecklenburg:

    Stücke 2019: „Don Camillo & Peppone“ (ab 21. Juni), „Doktor Schiwago“ (ab 26. Juli) und „Das Dschungelbuch“ (ab 19. Mai)

    Sitzplätze: 2300 (1800 überdacht)

    Kontakt/Tickets: 05482/220 oder info@buehne-te.com

    Adresse: Schlossstraße 7, 49545 Tecklenburg

    Homepage : www.freilichtspiele-tecklenburg.de

    Foto: Stefan Grothus
  • Freilichtbühne Billerbeck:

    Stücke 2019: „Wagners Ring des Nibelungen“ (ab 29. Juni) und „Das kleine Gespenst“ (ab 30. Mai)

    Sitzplätze: 800 (nicht überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02543/1020 oder info@freilichtbuehne-billerbeck.de

    Adresse: Weihgarten 17, 48727 Billerbeck

    Homepage : www.freilichtbuehne-billerbeck.de

    Foto: Freilichtbühne Billerbeck, Carsten Kott
  • Freilichtbühne Werne:

    Stücke 2019: „Der kleine Horrorladen“ (ab 6. September), „Die Konferenz der Tiere“ (ab 26. Mai) und „Die Schatzinsel“ (ab 16. Juni)

    Sitzplätze: 1100 (nicht überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02389/532696 oder info@freilichtbuehne-werne.de

    Adresse: Südring 2, 59368 Werne

    Homepage : www.freilichtbuehne-werne.de

    Foto: Freilichtbühne Werne
  • Freilichtspiele Bad Bentheim:

    Stücke 2019: „Kaninchen können‘s besser“ (ab 15. Juni) und „Peter Pan“ (ab 30. Mai)

    Sitzplätze: 1220 (668 überdacht)

    Kontakt/Tickets: 05922/994656 oder info@freilichtspiele-badbentheim.de

    Adresse: An der Freilichtbühne 7, 48455 Bad Bentheim

    Homepage : www.freilichtspiele-badbentheim.de

    Foto: Irmgrad Tappe
  • Burgbühne Oelde-Stromberg:

    Stücke 2019: „Sherlock Holmes – Das Zeichen der Vier“ (ab 10. August) und „Igraine Ohnefurcht“ (ab 12. Mai)

    Sitzplätze: 688 (nicht überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02529/948484 oder burgbuehne@t-online.de

    Adresse: Burgstraße 5, 59302 Oelde-Stromberg

    Homepage : www.burgbuehne.de

    Foto: Alexander Schneider
  • Freilichtbühne Coesfeld:

    Stücke 2019: „Natürlich blond“ (ab 18. Mai) und „Robin Hood und die Kinder von Sheerwood Forest“ (ab 1. Juni)

    Sitzplätze: mehr als 700 (etwa 650 überdacht)

    Kontakt/Tickets: 02541/3355 oder info@flbcoe.de

    Adresse: Flamschen 22, 48653 Coesfeld

    Homepage : www.freilichtbuehne-coesfeld.de

    Foto: Freilichtbühne Coesfeld

Bekanntes Gesicht fürs Bühnenbild

Erst danach werden die finalen Arbeiten gemacht: Kragen, Knöpfe und Ornamente. „Man fängt aber nicht jedes Jahr bei null an“, sagt Hagedorn. Viele Schnittmuster – zum Beispiel für Hosen – sind bereits fertig. Und einige Kostüme kommen aus dem Fundus. Die Freilichtbühne selbst hat ein großes Lager mit Kleidungsstücken aus mehreren Jahrzehnten, und auch die Zusammenarbeit mit Theatern klappe gut. Einige Arbeiten werden an externe Schneidereien abgegeben. „Wenn wir zehn gleiche Röcke brauchen, geht das an auswärtige Schneidereien“, so Hagedorn.

Im Büro von Intendant Radulf Beuleke findet derweil eine Bühnenbildbesprechung statt. Jens Janke ist in diesem Jahr zum ersten Mal für das Bühnenbild verantwortlich. Doch er ist ein bekanntes Gesicht: Über 20 Jahre hat er hier selbst auf der Bühne gestanden, auch in der vergangenen Spielzeit. Zum Bühnenbild ist er eher zufällig gekommen. „Ich wollte nur für mich ein Bühnenbildmodell zum ‚Glöckner von Notre-Dame‘ entwerfen“, sagt Janke. Deshalb hat er Kontakt zu Radulf Beuleke aufgenommen. Von dem gab es erst nach Monaten eine Antwort. Und die fiel für Janke überraschend aus: „Möchtest du im Sommer unser Bühnenbild machen?“

Bühne misst 60 mal 40 Meter

Jetzt sitzt Jens Janke zusammen mit Dieter Basner (Technische Leitung) und Sylwester Gajaszek (Leitung Bühnenbildbau) in der Besprechung. Auf einem Computer zeigt Janke, wie er sich die Kulissen zu den einzelnen Stücken vorstellt. Wenig später geht es für Janke, Basner und Gajaszek mit Zollstock und ausgedruckten Plänen auf die Bühne. Die Männer laufen hin und her, messen, entwickeln Ideen. Ein paar Meter weiter schrubbt ein Mitarbeiter mit einem Hochdruckreiniger die Holzpaneelen. Er holt die 60 mal 40 Meter große Bühne aus dem Winterschlaf.

Dass alle drei Stücke der Saison parallel gespielt werden, bedeutet viel Arbeit. Jens Janke hat für jedes Stück individuell ein Bühnenbild entworfen. Dabei hat er sich wenig an Filmen oder anderen Aufführungen orientiert: „Es ging erst einmal mein Kopfkino an.“ Jetzt gilt es, die Ideen zu verwirklichen. Direkt nach der ersten Planung hat Janke geschaut, welche Elemente in allen Stücken genutzt werden können. So wird ein Holzgerüst bei „Don Camillo & Peppone“ zum Kirchturm, aber auch im Dschungelbuch wird es zu sehen sein.

 

Freilichtbühnen in Deutschland: Highlights 2019

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  • „Bad Hersfelder Festspiele“:

    Abwechslungsreiches Programm für jedes Alter und jeden Geschmack bieten die „Bad Hersfelder Festspiele“. Knapp 70 Kilometer südlich von Kassel wird vieles aufgeführt: „Shakespeare in Love“, „Der Prozess“, „Emil und die Detektive“, das Musical „Hair“ und weitere Stücke. Die Festspiele beginnen am 5. Juli und enden am 1. September. Karten für Erwachsene gibt es ab 29 Euro.          

    Foto: Swen Pförtner/dpa
  • Karl-May-Spiele in Bad Segeberg:

    Liebhaber von Karl May kommen in Bad Segeberg auf ihre Kosten. Knapp 40 Kilometer von Lübeck entfernt liegt das Kalkbergstadion mit 7500 Plätzen. Jedes Jahr wird ein Freilichttheaterstück nach einer Vorlage von May aufgeführt. In diesem Jahr: „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“. Die Hauptrolle des Winnetou spielt Alexander Klaws. Premiere ist am 29. Juni, die letzte Show am 8. September. Karten für Erwachsene gibt es ab 19 Euro.

    Foto: Markus Scholz/dpa
  • „Störtebeker Festspiele“:

    Auf der Ferieninsel Rügen in der Ostsee finden jedes Jahr die „Störtebeker Festpiele “ statt. Ab dem 22. Juni ist dort in diesem Jahr „Schwur der Gerechten“ zu sehen. Für Erwachsene gibt es die günstigsten Karten bereits ab zwölf Euro. Die Besonderheit: Die Bühne ist direkt am Wasser gelegen, neben knapp 150 Mitwirkenden und 30 Pferden sind auch Schiffe beteiligt. Die letzte Show findet am 7. September statt.  

    Foto: Z5038 Stefan Sauer
  • „Karl-May-Festspiele Elspe“:

    Eintauchen in die Welt von Winnetou: Auch 2019 werden in Elspe im Sauerland die „Karl-May-Festspiele“ aufgeführt. Gespielt wird in diesem Jahr „Winnetou 2 – Winnetous letzter Kampf“. Die Premiere wird in Elspe am 15. Juni gefeiert, die Saison endet am 15. September. Die Naturbühne bietet 4000 Gästen Platz. Karten für Erwachsene sind ab 19,90 Euro erhältlich.

    Foto: Bernd Thissen/dpa
  • „Bregenzer Festspiele“:

    Liebhaber klassischer Musik kommen auch in diesem Sommer bei den „Bregenzer Festspielen“ auf ihre Kosten. Ab dem 17. Juli ist auf der Seebühne Giuseppe Verdis Oper „Rigoletto“ zu sehen. Im Theater am Kornmarkt wird „Don Quijote“ gespielt. Die Saison in Bregenz endet am 18. August. Allein die Seebühne bietet Platz für fast 7000 Zuschauer. Karten gibt es für Erwachsene ab 30 Euro

    Foto: Felix Kästle/dpa

 

Es wäre eine andere Situation, wenn hier die ganze Saison ein Bild stehen würde.

Jens Janke

Denn zwischen einer italienischen Stadt, dem revolutionären Russland und dem Dschungel liegen nur wenige Stunden, für den Umbau bleibt oft nicht viel Zeit. Während sich aktuell fünf Kollegen um den Bau der Kulissen kümmern, sind es während der Saison 15. Die Planung für gleich drei Stücke ist eine Herausforderung, findet Janke. Und es beeinflusst natürlich auch die Bühnenbilder an sich: „Es wäre eine andere Situation, wenn hier die ganze Saison ein Bild stehen würde.“

Manche Idee kann Dieter Basner nicht umsetzen, auch wenn der Technische Leiter versucht, alles möglich zu machen. Oft hat er aber auch Ideen für eine Alternative. Denn: Erfahrung hat er zu Genüge, er ist beinahe ein Urgestein der Freilichtspiele Tecklenburg. Seit 51 Jahren ist er dabei – als Schulkind angefangen, hat er 20 Jahre auf der Bühne gestanden. Seit gut 30 Jahren ist er nun dahinter tätig. Während der Show ist er für die Tontechnik zuständig. Und das ist im Freilichttheater gar nicht so einfach: „Mal kommt der Wind von rechts, mal von vorne oder hinten.“ Die Akustik sei also, anders als in einem herkömmlichen Theater, nicht immer gleich.

Planungen für 2020 laufen schon

Doch die Freilichtbühne hat immer einen hohen Anspruch – vor allem an sich selbst. Angst vor Neuem? Fehlanzeige. Mit „Don Camillo & Peppone“ und „Doktor Schiwago“ werden in dieser Saison gleich zwei Stücke zum ersten Mal deutschlandweit auf einer Freilichtbühne aufgeführt. „Das wünscht man sich jedes Jahr“, sagt Radulf Beuleke. Und während alle für die Saison 2019 arbeiten, denkt er schon an 2020: „Ich weiß schon, was gespielt wird und wann es gespielt wird.“

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