Resolution zu Münster-Lünen
Enttäuscht von Bund und Bahn

Werne -

Die Bürgermeister der Städte und Gemeinden entlang der Bahnstrecke Münster-Lünen-Dortmund sind enttäuscht von Bund und Bahn. Die Strecke muss zügig ausgebaut werden, fordern sie. Und obendrein sollen die Bahndamm-Schäden endlich behoben werden. Ihre Wut haben sie jetzt in einer Resolution verpackt.

Freitag, 29.03.2019, 16:44 Uhr aktualisiert: 29.03.2019, 17:29 Uhr
Das eingleisige Nadelöhr auf der Bahnstrecke Münster-Lünen ist den Bürgermeistern entlang der Strecke ein Dorn im Auge.
Das eingleisige Nadelöhr auf der Bahnstrecke Münster-Lünen ist den Bürgermeistern entlang der Strecke ein Dorn im Auge. Foto: Wilfried Gerharz

Unzufrieden mit dem Zustand und den Ausbau-Planungen der Bahn strecke Münster-Lünen-Dortmund haben sich am Freitag die Oberbürgermeister der Städte Münster und Dortmund, Markus Lewe und Ullrich Sierau, sowie die Bürgermeister der Anrainer-Gemeinden gezeigt. Gemeinsam unterzeichneten sie ei­ne Resolution, mit der sie das Bundesverkehrsministerium auffordern, den zweigleisigen Ausbau „binnen kürzester Frist zu realisieren“ und von der Bahn AG verlangen, die im vergangenen Sommer aufgetretenen Bahndamm-Schäden bei Werne und Ascheberg ebenfalls „in kürzester Zeit zu beseitigen“, damit die Strecke schnellstmöglich wieder für den Fernverkehr nutzbar wird.

Es war ein Tag der starken Worte. „Es ist höchste Eisenbahn“, sagte der Bürgermeister der Stadt Werne, Lothar Christ. Dass die Bahnstrecke ausgebaut werde und funktioniere, sei „lebenswichtig“, betonte Aschebergs Bürgermeister Bert Risthaus. Dass bisher nichts passiert sei, empfindet Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe als „Missachtung des nordwestdeutschen Raumes“, gar von „Drangsalieren“ sprach sein Dortmunder Kollege Ullrich Sierau. Die Verwaltungschefs haben die Nase voll davon, dass nichts passiert.

Mit ihrer Er­klärung nahmen sie indirekt den Ball auf, den der Bevollmächtigte der Deutschen Bahn, Werner Lübberink, unlängst in Münster platziert hatte. „Fordern Sie uns“, hatte er gesagt.

Infolge der Trockenheit des vergangenen Sommers ist auf dem Abschnitt zwischen Münster und Lünen an zwei Stellen der Bahndamm beschädigt. Die Bahn nahm daraufhin als erste Reaktion den Fernverkehr von der eingleisigen Strecke und drosselte das Tempo der Nahverkehrszüge. Die Verspätungen nahmen zu, die Überlastung wurde ins angrenzende System getragen.

Kommenden Freitag will die Bahn erklären, wie sie die Sanierung angeht. Sie rau befürchtet das Schlimmste. „Das wird wahrscheinlich ei­ne große Maßnahme“, sagte er, eine die europaweit ausgeschrieben werden müsse. Im Klartext: Er fürchtet, dass sich die Instandsetzung hinziehen wird.

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