Volleyballerin in Uganda
Ein anderes Leben in Afrika

Seppenrade -

In der vergangenen Saison schlug sie noch für Regionalligist Union Lüdinghausen auf, nun punktet Jana Breimann in Afrika. Allerdings nicht als Volleyballerin: Die Seppenraderin arbeitet an einer Grundschule in Uganda.

Dienstag, 26.03.2019, 19:20 Uhr
Volleyball ist auch in Uganda ein bekannter Sport. Jana Breimann zeigt den Kindern, wie viel Spaß man haben kann, wenn man ihn frühzeitig aktiv ausübt. Dabei helfen Bälle aus der Heimat.
Volleyball ist auch in Uganda ein bekannter Sport. Jana Breimann zeigt den Kindern, wie viel Spaß man haben kann, wenn man ihn frühzeitig aktiv ausübt. Dabei helfen Bälle aus der Heimat. Foto: privat

Abitur und dann ein Freiwilliges Soziales Jahr – so sieht für einige junge Erwachsene die Lebensplanung aus. Wenige verschlägt es dabei allerdings wie Jana Breimann nach Uganda. Die 19-jährige Seppenraderin wohnt und arbeitet seit dem vergangenen August in einer Grundschule (bis zur siebten Klasse) in Gayaza. Dort gibt sie Kunstunterricht, spielt mit den Kindern, die auf dem Gelände wohnen, oder hilft in den Ferien bei der Feldarbeit.

„Ich wollte in ein anderes Leben und eine andere Kultur eintauchen, die sich von meinem Leben in Deutschland komplett unterscheiden“, erläutert Breimann. „Zudem habe ich mir Herausforderungen erhofft, die mir bei meiner persönlichen Weiterentwicklung helfen“. Doch das sei nicht der einzige Grund gewesen: „Ich wollte mich mit sozialem Engagement dort einbringen, wo Unterstützung benötigt wird.“

Ein großer Unterschied zwischen Deutschland und Uganda sei das Lebenstempo: „Hier haben die Menschen unglaublich viel Zeit und nehmen sich diese auch für die Dinge, die sie tun. Diese Einstellung habe ich mit der Zeit unbewusst übernommen“, sagt die 19-Jährige aus dem Rosendorf.

Ich wollte in ein anderes Leben und eine andere Kultur eintauchen, die sich von meinem Leben in Deutschland komplett unterscheiden.

Jana Breimann

Ihr Engagement beeinträchtigt das jedoch nicht. Ein Beispiel: Sieben Geschwisterkinder aus Tansania waren von ihren Eltern nach Uganda gebracht worden, um dort die Grundschule abzuschließen. Im vergangenen Jahr hatten fünf der sieben Kinder die Schule abgeschlossen und sollten von ihren Eltern abgeholt werden.

Die Finanzierung der etwa 30-stündigen Fahrt und der dafür notwendigen Reisepässe gestaltete sich jedoch sehr schwierig. Breimann kontaktierte verschiedene Sponsoren, die schon ihr FSJ mitfinanziert hatten, per Mail und wurde dabei von weiteren Freiwilligen und deren Eltern unterstützt. So gelang es nach etwa zwei Wochen, die nötige Summe bereitzustellen, sodass die Geschwister in ihre Heimat Tansania zurückkehren konnten. Zu den Unterstützern gehörten Lüdinghauser und Seppenrader Firmen und Privatpersonen sowie die Kirchengemeinde St. Felizitas. Breimanns Fazit nach der gelungenen Aktion: „Mir ist klarer geworden, wie viele Leute oder Firmen zur Hilfe bereit sind.“

Die ambitionierte Volleyballerin, die noch in der vergangenen Saison in der ersten Damenmannschaft von Union Lüdinghausen in der Regionalliga aufschlug, setzt sich auch dafür ein, dass Kinder „frühzeitig den Spaß an diesem Sport“ entdecken (Breimann). Aufgrund des engen Stundenplans spiele sie vorwiegend an Samstagen und Feiertagen mit den Kindern, die Resonanz sei bis jetzt sehr gut.

Volleyball ist in Uganda ein bekannter Sport, an weiterführenden Schulen steht er häufig auf dem Lehrplan. Ihr Heimatverein Union Lüdinghausen unterstützte Breimann mit Volleybällen und plant auch, Trikots für die Kinder nach Afrika zu schicken.

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