Sanierung des Bergfreibades
Eröffnung nicht vor Anfang August

Ochtrup -

In der Sonne liegen, ab und an im Wasser abkühlen, Bahnen schwimmen, planschen, vom Sprungturm aus in die Wellen eintauchen, all das muss für die Ochtruper noch ein bisschen warten. Denn die Sanierung des Bergfreibades stockt. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können die Stadtwerke nicht halten. Sie peilen jetzt den Spätsommer an.

Freitag, 15.03.2019, 06:00 Uhr aktualisiert: 15.03.2019, 08:59 Uhr
So sieht es aktuell auf der Baustelle im Freibad aus.
So sieht es aktuell auf der Baustelle im Freibad aus. Foto: Stadtwerke Ochtrup

Wer die Entwicklungen auf der Baustelle im Bergfreibad in den vergangenen Wochen und Monaten verfolgt hat, ahnte es sicher schon: Es wird wohl eng mit der Eröffnung des sanierten Bades Anfang Mai. Jetzt haben es die Verantwortlichen sogar schriftlich. Das beauftragte Ingenieurbüro rechnet nach derzeitigem Stand der Dinge damit, dass das Bergfreibad erst Anfang August – in Teilbereichen – wieder geöffnet werden kann.

„Unser Freibad macht uns Sorgen“, gibt der Betriebsleiter der Stadtwerke, Robert Ohlemüller, beim Pressegespräch unumwunden zu. Wie es zu dem zeitlichen Verzug kam? Man könnte es wohl eine Verkettung unglücklicher Umstände nennen. Ursprünglich hatten die Stadtwerke geplant, die alte Beckenfarbe abstrahlen zu lassen. Drei bis vier Abstrahl-Trupps sollten der Farbschicht in ein bis zwei Wochen den Garaus machen. Was niemand wusste: Unter der Farbe verbarg sich eine massiv mit PCB belastete Schicht. PCB, das sind giftige und krebsauslösende organische Chlorverbindungen.

Giftige Abfälle

Die Stadtwerke mussten nun die entsprechenden Ämter miteinbeziehen, die wiederum einen genauen Plan erstellten, wie die Abstrahlarbeiten fortan vonstatten gehen sollten und wie die giftigen Abfälle entsorgt werden mussten. Täglich durfte nur noch ein Abstrahl-Trupp im Vollschutzanzug maximal drei Stunden arbeiten. Außerdem musste ein Sicherheitsbereich eingehalten werden. „Damit sind sämtliche Arbeiten auf der Baustelle zum Erliegen gekommen“, fasst Ohlemüller das Malheur zusammen.

Erst Ende November und nach der Freigabe durch ein Fachlabor durften die Arbeiten wieder aufgenommen werden. Zeitverzug: drei Monate. Mehrkosten: etwa 190. 000 Euro. „Wir haben versucht, diese Zeit aufzuholen“, berichtet Ohlemüller von entsprechenden Maßnahmen. Doch bei der derzeitigen Auslastung der verschiedenen Firmen und Handwerksbetriebe war das kaum möglich.

Dann sorgte ein weiterer Aspekt für Verzug: die Bodenuntersuchungen. Es stellte sich heraus, dass PCB auch in das umliegende Erdreich diffundiert war. Auch dieser Boden musste somit abgetragen und entsorgt werden.

Freibad-Baustelle von oben

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

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  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So sieht die Baustelle im Ochtruper Bergfreibad Anfang März aus. Die Stadtwerke sind mächtig in Verzug geraten. Den geplanten Eröffnungstermin Anfang Mai können sie definitiv nicht halten.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So soll das Bergfreibad nach der Fertigstellung aussehen.Doch vor Anfang August wird das wohl nichts.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So soll das Bergfreibad nach der Fertigstellung aussehen.Doch vor Anfang August wird das wohl nichts.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So soll das Bergfreibad nach der Fertigstellung aussehen.Doch vor Anfang August wird das wohl nichts.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup
  • So soll das Bergfreibad nach der Fertigstellung aussehen.Doch vor Anfang August wird das wohl nichts.

    Foto: Stadtwerke Ochtrup

550.000 Euro extra für belasteten Bodenaushub

Außerdem ergaben die Untersuchungen, dass die natürlich Konzentration von Arsen und Sulfat im Boden auf dem Gelände zu hoch ist. Zwar dürfe das Erdreich auf dem Gelände bleiben, müsse aber durch eine entsprechend dicke Schicht Humus abgedeckt werden. Ein weiteres Problem, das Bürgermeister Kai Hutzenlaub bereits von der Baustelle am Lambertikirchplatz vertraut ist: Der Boden lässt sich aufgrund seiner Beschaffenheit nicht verdichten. „Diese Problematik haben wir in Ochtrup überall“, weiß Hutzenlaub um die verminderte Tragfähigkeit des Tonbodens durch Wassereinlagerungen.

Konsequenz für die Stadtwerke: Auch der minderbelastete Bodenaushub musste entsorgt werden. Doch im engeren Umkreis habe ihn keine Deponie haben wollen. „Die können damit natürlich auch nicht arbeiten. Wir müssen deshalb 80 bis 90 Kilometer weit fahren“, erklärt der Leiter Technische Versorgung, Herbert Bätker, den weiten Weg zu einer passenden Deponie. Doch nun sei zumindest das geregelt. Zusätzliche Kosten: weitere 550.000 Euro. 

Mehrausgaben und entgehende Einnahmen

Der Zeitverzug summiert sich mittlerweile auf etwas mehr als vier Monate. „Einen Monat haben wir durch diverse Veränderungen in der Abwicklung vor Ort wieder reingeholt“, berichtet Ohlemüller. Doch auch dadurch entstanden Mehrkosten.

Lag das Vergabevolumen zu Beginn der Maßnahme bei 5,2 Millionen Euro, pendelt es sich derzeit bei etwa sechs Millionen Euro ein. Während die finanzielle Mehrbelastung die Stadtwerke nicht an den Bettelstab bringen wird, haut der Zeitverlust mächtig rein. Der Sommer ist zu einem Großteil futsch.

Selbst wenn wir vorab gewusst hätten, was da auf uns zukommt, wären wir diesen Schritt gegangen.

Bürgermeister Bürgermeister Kai Hutzenlaub

Schwimmkurse und Shuttle-Service

Kommune und Stadtwerken gehe es nun darum, den Schaden zu begrenzen, so Hutzenlaub. Am wichtigsten sei die Sicherstellung der Schwimmausbildung. „Die Schwimmkurse, an denen jedes Jahr etwa 60 Kinder teilnehmen, werden weiter angeboten“, verspricht der Verwaltungschef, sich um die Verlegung in andere Bäder und den Transport dorthin zu kümmern. Das gelte auch für den Schulsport.

Zudem soll es zumindest in den Sommerferien die Möglichkeit geben, zu irgendeinem Schwimmbad in der Umgebung zu fahren. Hutzenlaub denkt da eine Art Shuttle-Service. Auch mit den betroffenen Vereinen wollen die Stadtwerke sprechen, um gangbare Lösungen zu finden.

Das wird ein richtig tolles Bad!

Robert Ohlemüller, Betriebsleiter der Stadtwerke

Aber wie man die Situation auch dreht und wendet, sie ist für alle Beteiligten unbefriedigend. Grundsätzlich sei die Sanierung des Bergfreibades aber in jedem Fall der richtige Schritt gewesen. „Selbst wenn wir vorab gewusst hätten, was da auf uns zukommt, wären wir diesen Schritt gegangen“, bekräftigt Hutzenlaub noch einmal die Entscheidung für den Umbau.

„Wir geben Gas“, verspricht Bätker. Auch die Schwimmmeister würden kräftig mit anpacken. Ob die Eröffnung Anfang August aber klappen wird? Eine Garantie will dazu keiner der Beteiligten abgeben. Nur bei einer Sache ist sich Ohlemüller ganz sicher: „Das wird ein richtig tolles Bad!“

Zum Thema

Sollte es mit der Eröffnung Anfang August klappen, wollen die Stadtwerke „angemessene Eintrittspreise“ ansetzen. Zudem soll das Freibad im Herbst so lange wie möglich geöffnet bleiben.

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